Mi, 08:48 Uhr
17.10.2012
kn-Forum: 1.200 Jahre Geschichte
Die Senioren vom WB 4 der Volkssolidarität in Sondershausen waren wieder unterwegs. Diesmal führte sie der Weg nach Nordhausen in das erst vor kurzem eröffnete Flohburg – Das Nordhausen Museum. In unserem Forum berichten Sie von ihren Erlebnissen...
Wir hatten uns für eine Führung angemeldet und so begleitete uns Frau Wulf durch die 1200jährige Geschichte von Nordhausen. Einige unserer Senioren sind gebürtige Nordhäuser und auch noch in der Stadt aufgewachsen und so wurden manche Erinnerungen wieder wach an gute aber auch von schlechte Zeiten. Ich denke hier unter anderem an die Bombardierung im April 1945 und auch an die schlechten Nachkriegszeiten. Auch unser Mitglied Elfriede Ulmann konnte davon aus eigener Vergangenheit lebhaft berichten.
Von Frau Wulf erfuhren wir neben viel Wissenswertem von Funden vor der Eisenzeit bis zur Neuzeit. Sie erzählte uns aber auch, dass leider durch 3 größere Stadtbrände und natürlich die Bombardierung im 2. Weltkrieg viele historische Sachen und Gegenstände unwiederbringlich verloren gegangen sind. Interessant für uns war auch ihre Erklärung zu bestimmten Worten bzw. Redewendungen. So sagte sie, dass der Begriff Flohburg für das Haus, in dem jetzt das Museum beherbergt ist, erst etwa 100 Jahre alt ist und seinen Ursprung darin habe, dass dieses Gebäude damals als sozialer Wohnraum für arme Familien beriet gestellt wurde. Den engen und begrenzten Wohnraum mussten sich insgesamt 80 Personen teilen, die hygienischen und sanitären Bedingungen waren natürlich auch nicht vergleichbar mit dem heutigen Standard und so blieb es nicht aus, dass größere Vorkommen an Flöhen bei den Bewohnern auftraten. So prägte sich in der Bevölkerung dann der Negativbegriff Flohburg.
Erklärung hatte sie auch zu einigen uns sicher allen bekannten Sprichwörtern. Eines möchte ich hier mal stellvertretend erwähnen. Der Spruch alles in Butter stamme auch bereits aus dem frühen Mittelalter. Das in der Nordhäuser Region gefundene Manganit wurde bereits damals über die Handelsstraßen bis nach Italien gebracht und diente dort mit als Rohstoff zur Herstellung von besonders reinem Glas. Die fertigen Glaswaren, die natürlich sehr zerbrechlich waren, mussten dann aber auch wieder hier her gebracht werden über die holprigen und beschwerlichen Handelswege um an entsprechend begüterte Herrschaften wieder verkauft zu werden. Aber wie stellt man das an, so dass so wenig wie möglich an Glasbruch entsteht? Auch dafür hatten unsere Vorfahren eine clevere Idee. Sie schmolzen Butter, legten das Glas hinein und ließen die Butter wieder erhärten und so war das Glas für den Transport gut geschützt.
Sehr schnell verging die Zeit und wir merkten, dass die eineinhalb Stunden, die wir für die Führung eingeplant hatten, eigentlich viel zu wenig sind. Bestimmte Bereiche im Museum konnten wir nur ansatzweise begehen, so zum Beispiel das Segment der Ausstellung zur DDR Zeit und Geschichte. Deshalb unser Rat und die Empfehlung an Interessierte, planen Sie mindestens 2 Stunden oder mehr ein, es lohnt sich auf jeden Fall, insbesondere bei so einer interessanten und fachkundigen Führung. Wir wollen für das nächste Jahr in unsere Planung dieses Museum auch noch einmal mit einplanen um weitere Teile zu sehen, die wir heute auslassen mussten.
Anschließend hatten wir in einem nahe gelegenen Cafe Plätze reserviert um bei leckerem Kuchen und Kaffe die Eindrücke des Besuches erst einmal sacken zu lassen. Ich kann nur sagen, dass unsere Senioren von diesem Museumsbesuch begeistert waren. Außerdem ist das Museum auch barrierefrei gestaltet, so dass Gehstock, Rollator oder Rollstuhl überhaupt keine Hürde sind.
Wir bedanken uns bei allen, die bei der Vorbereitung und dem guten Gelingen dieses schönen und sehr interessanten Nachmittages geholfen haben.
Thomas Leipold, Sondershausen
Autor: redWir hatten uns für eine Führung angemeldet und so begleitete uns Frau Wulf durch die 1200jährige Geschichte von Nordhausen. Einige unserer Senioren sind gebürtige Nordhäuser und auch noch in der Stadt aufgewachsen und so wurden manche Erinnerungen wieder wach an gute aber auch von schlechte Zeiten. Ich denke hier unter anderem an die Bombardierung im April 1945 und auch an die schlechten Nachkriegszeiten. Auch unser Mitglied Elfriede Ulmann konnte davon aus eigener Vergangenheit lebhaft berichten.
Von Frau Wulf erfuhren wir neben viel Wissenswertem von Funden vor der Eisenzeit bis zur Neuzeit. Sie erzählte uns aber auch, dass leider durch 3 größere Stadtbrände und natürlich die Bombardierung im 2. Weltkrieg viele historische Sachen und Gegenstände unwiederbringlich verloren gegangen sind. Interessant für uns war auch ihre Erklärung zu bestimmten Worten bzw. Redewendungen. So sagte sie, dass der Begriff Flohburg für das Haus, in dem jetzt das Museum beherbergt ist, erst etwa 100 Jahre alt ist und seinen Ursprung darin habe, dass dieses Gebäude damals als sozialer Wohnraum für arme Familien beriet gestellt wurde. Den engen und begrenzten Wohnraum mussten sich insgesamt 80 Personen teilen, die hygienischen und sanitären Bedingungen waren natürlich auch nicht vergleichbar mit dem heutigen Standard und so blieb es nicht aus, dass größere Vorkommen an Flöhen bei den Bewohnern auftraten. So prägte sich in der Bevölkerung dann der Negativbegriff Flohburg.
Erklärung hatte sie auch zu einigen uns sicher allen bekannten Sprichwörtern. Eines möchte ich hier mal stellvertretend erwähnen. Der Spruch alles in Butter stamme auch bereits aus dem frühen Mittelalter. Das in der Nordhäuser Region gefundene Manganit wurde bereits damals über die Handelsstraßen bis nach Italien gebracht und diente dort mit als Rohstoff zur Herstellung von besonders reinem Glas. Die fertigen Glaswaren, die natürlich sehr zerbrechlich waren, mussten dann aber auch wieder hier her gebracht werden über die holprigen und beschwerlichen Handelswege um an entsprechend begüterte Herrschaften wieder verkauft zu werden. Aber wie stellt man das an, so dass so wenig wie möglich an Glasbruch entsteht? Auch dafür hatten unsere Vorfahren eine clevere Idee. Sie schmolzen Butter, legten das Glas hinein und ließen die Butter wieder erhärten und so war das Glas für den Transport gut geschützt.
Sehr schnell verging die Zeit und wir merkten, dass die eineinhalb Stunden, die wir für die Führung eingeplant hatten, eigentlich viel zu wenig sind. Bestimmte Bereiche im Museum konnten wir nur ansatzweise begehen, so zum Beispiel das Segment der Ausstellung zur DDR Zeit und Geschichte. Deshalb unser Rat und die Empfehlung an Interessierte, planen Sie mindestens 2 Stunden oder mehr ein, es lohnt sich auf jeden Fall, insbesondere bei so einer interessanten und fachkundigen Führung. Wir wollen für das nächste Jahr in unsere Planung dieses Museum auch noch einmal mit einplanen um weitere Teile zu sehen, die wir heute auslassen mussten.
Anschließend hatten wir in einem nahe gelegenen Cafe Plätze reserviert um bei leckerem Kuchen und Kaffe die Eindrücke des Besuches erst einmal sacken zu lassen. Ich kann nur sagen, dass unsere Senioren von diesem Museumsbesuch begeistert waren. Außerdem ist das Museum auch barrierefrei gestaltet, so dass Gehstock, Rollator oder Rollstuhl überhaupt keine Hürde sind.
Wir bedanken uns bei allen, die bei der Vorbereitung und dem guten Gelingen dieses schönen und sehr interessanten Nachmittages geholfen haben.
Thomas Leipold, Sondershausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.


