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Fr, 07:27 Uhr
02.11.2012

Auf Laubsauger verzichten

Laubsauger und -bläser sind eine Gefahr für viele Kleintiere und sogar für Vögel. Der NABU Thüringen rät davon ab, solche Geräte zu verwenden. Besser ist es, das Laub in bestimmten Bereichen liegen zu lassen...

Gefährdet (Foto: BUND/Thomas Munk) Gefährdet (Foto: BUND/Thomas Munk)

Es dröhnt, scheppert, saugt und bläst - um lästiges Laub von Beeten, Rasen und Wegen zu entfernen, greifen Gartenfreude und Gemeindearbeiter immer häufiger zu Hightechgeräten. Kraftvoll und gründlich mit Luftgeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometer entfernen Laubsauger und Laubbläser jedes Stückchen Herbstlaub bis in die letzten Ecken. Doch der Einsatz solcher Maschinen geht nicht nur Bürgerinnen und Bürgern durch das laute Geknattere auf die Nerven, sondern auch den Naturschützern.

Der NABU Thüringen warnt vor dem Einsatz solcher Maschinen. Diese Geräte entfernen nicht nur die Blätter, sie sind auch eine Gefahr für viele Kleintiere und sogar für Vögel. Laubbläser und -sauger gefährden die in Boden- und Krautschicht lebenden Kleinlebewesen. Tiere wie Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler, Springschwänze und Milben verwandeln Laub und Pflanzenreste in Humus und dienen Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. Wer im nächsten Jahr Singvögel in seinem Garten genießen will, soll die Motorheuler in der Ecke stehen lassen, raten die Naturschützer.

Laubsauger können sogar Frösche und Molche verschlingen. Verfügen diese über eine Häckselfunktion, werden die Tiere zerstückelt und zu Mus verarbeitet. Auch für Kleinsäuger ohne Fluchtverhalten, wie Igel und ihre Jungen, sind diese modernen Geräte lebensbedrohlich. Die Nutzung als Laubbläser sieht der NABU ebenfalls als problematisch an. Da die Geräte bis in die kleinste Ecke gelangen können, sind selbst Hecken, Gartennischen und Randbepflanzungen nicht mehr sicher.

Der NABU Thüringen appelliert an Gartenbesitzer, auf derartige Hightechgeräte zu verzichten und lieber zu Besen und Rechen zu greifen oder das Laub auf Beeten und Rabatten einfach liegen zu lassen. Das Laub bildet so einen guten Dünger für den Boden und ist ein wichtiger Lebensraum für Tiere. Außerdem schützt die Laubdecke den Boden im Winter vor Frost. Für Gehölze, besonders für Stauden und Blumenzwiebeln, dient sie als natürlicher Wintermantel.

Lediglich auf den Wegen sollte aus Gründen der Verkehrssicherheit das Laub gekehrt werden. Sinnvoll ist es zudem, Laub- und Reisighaufen anzulegen. Laubhaufen sind ein wichtiger Bestandteil eines naturnahen, lebendigen Gartens. Igel, die im Herbst auf der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf sind, nutzen sie gerne als Schutz in der kalten Jahreszeit.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
02.11.2012, 15:16 Uhr
Laubsaugen-Auswüchse unökologischer Ästhetik
Für mich sind Laubsauger und -blaser so ziemlich der tragisch-kurioseste Auswuchs menschlichen Reinlichkeitswahns. Man muss sich das einmal überlegen: Der Herbst in den gemäßigten Zonen dieser Welt ist vom Laubfall geprägt: Selbst aus Städten hat man die besonders viel Dreck machenden Laubbäume noch immer nicht verbannt.

Man mag dort zwar die herbstliche Laubfärbung, aber nur solange die gelben, roten und braunen Blätter an den Bäumen bleiben. Liegen sie unten, gehören sie beseitigt: Das Laub bedeckt Gehwege, macht vom Menschen gezogene Grenzen förmlich unsichtbar, die Straßen und Gehwege glatt.

Der natürlichste Bodenbelag den es gibt, wird weggepustet oder weggesaugt, um den unnatürlichsten, Beton, Asphalt und Gehwegplatten, sichtbar zu halten.
Die Geräte, mit denen so ein Unsinn praktiziert wird, verbrauchen, wie oben beschrieben, eine Menge Energie, machen viel Lärm und sorgen überdies für die Beseitigung von Organismen, die einen Teil der natürlichen Stoffkreisläufe in Gang halten, die also Glieder von Ökosystemen sind. Das Laub ist Träger und Substrat von bzw. für Leben, ist Nährstoffquelle und Schutz.

Die Entfernung von Laub ist für mich durchaus mit dem Fegen eines Ackers vergleichbar oder aber des Waldbodens und zeugt von der Naturentfremdung unserer Tage. Wenn einzelne, wirklich viel begangene Gehwege entlaubt werden, mag das ja noch angehen: Das weggepustete Laub aber auch noch abzufahren, sozusagen als Sondermüll, ist für mich ähnlich zu betrachten, wie das Hereintragen von Licht in das fensterlose Rathaus der Schildbürger.

Aber offenbar stolpert kaum jemand über so viel mernschliche Eigenart. Es reiht sich ein in die alljährlich zu beobachtenden Bemühungen, das "Unkraut" zwischen Pflastersteinen zu entfernen oder "Unkrautex" auch in die letzte offene Bodenritzezu streuen. Dabei sind die dort wachsenden Pflanzen allesamt ökologischer, als die Koniferen aus Übersee in den Vorgärten, die sorgsam gepflegt und gegossen werden. Muss man all das verstehen?
Heinrich Hinhelfer
02.11.2012, 20:17 Uhr
Die Stadt gehört dem Menschen
Und so kann es vorkommen, dass einige Mitbürger das Laub nicht einfach liegen lassen, damit sich darunter alles Mögliche bewegen und entwickeln kann, was die Natur so bietet.
Ein schöner englischer Rasen und blankpolierte Strassen,Wege und Plätze sind doch was herrliches. Eine gewisse Ordnung muss schon sein. Wer würde denn schon gerne durch die Anlagen und Parks von NDH gehen, wenn man vor lauter Laub nicht Fußen kann?

Auf dem Lande dagegen könnte man es ja ein wenig schleifen lassen. Aber selbst dort kann man eine gewisse Ordnung und Gründlichkeit erkennen. Deshalb hat auch ein Südharzer Städtchen eine Auszeichnung bekommen. Und die wurde nicht für den schönsten Komposthaufen vergeben.
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