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Fr, 15:21 Uhr
02.11.2012

Foodwatch schlägt vor

Die Verbraucherorganisation foodwatch schlägt Bundespräsident Joachim Gauck vor, Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen. Hintergründe dazu natürlich in Ihren Nordthüringer Onlinezeitungen...


Anlass für den Vorschlag ist die Einführung zweier zuckerreduzierter Frühstücksflockenprodukte im Online-Shop des Unternehmens, die Nestlé in einem Brief an foodwatch als bahnbrechende Leistung von nationaler Bedeutung wertete: "Mit dem Test der beiden Produkte mit geringem Zuckergehalt haben wir für Deutschland in extrem kurzer Zeit sehr viel erreicht." foodwatch-Kinderlebensmittelexpertin Anne Markwardt erklärte dazu: "Wir empfehlen, diese altruistische Leistung fürs Land gebührend zu würdigen. Das Große Verdienstkreuz erscheint dafür gerade angemessen."

foodwatch hatte den viel zu hohen Zuckergehalt von 30 bis 37 Prozent in allen Nestlé-Kinder-Frühstücksflocken kritisiert und Konzernchef Berssenbrügge im Juli dieses Jahres ein Musterprodukt überreicht, das mit weniger als 10 Prozent Zucker auskommt. Nestlé versprach, die Anregung zu prüfen - ließ das Sortiment der Flocken für Kinder bislang jedoch unverändert, brachte in diesem Jahr mit den "Kosmostars" sogar noch ein neues Produkt mit 34 Prozent Zuckergehalt auf den Markt. Stattdessen führte Nestlé nun vor wenigen Tagen in Reaktion auf die foodwatch-Kritik zu Testzwecken zwei zuckerarme Erwachsenen-Produkte ein.

Diese sind in anderen Ländern längst im Handel und werden in Deutschland ausschließlich auf der Online-Plattform "Nestlé Marktplatz" verkauft - dennoch verklärt Nestlé diesen "Test" zur großen Errungenschaft "für Deutschland". Gleichzeitig forderte das Unternehmen foodwatch implizit auf, die Kritik am Zuckergehalt der Kinderprodukte einzustellen: "Ihre Aktionen beeinträchtigen unsere Bemühungen, unser Cerealien-Sortiment kontinuierlich zu ändern oder neue Konzepte zu testen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns die dazu erforderliche Zeit einräumen", heißt es in dem Schreiben der Nestlé-Cerealien-Sparte an foodwatch.

Anne Markwardt: "Wir sagen Nestlé gerne zu, unsere Kampagne für ausgewogene Kinderprodukte sofort zu beenden, wenn das Unternehmen im Gegenzug die Produktion seiner Zuckerbomben stilllegt - das sollte ihm die nötige Luft verschaffen, neue Konzepte zu testen."

Kinderprodukte viel süßer als Erwachsenensortiment
Mit extrem süßen Produkten ködert der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt insbesondere kleine Kinder - und weigert sich, auch nur ein einziges ausgewogenes Frühstücksflocken-Produkt für Kinder auf den Markt zu bringen.

Während nur zwei von 15 Erwachsenen-Produkten mehr als 30 Prozent Zucker enthalten, liegt das Nestlé Kinder-Sortiment mit allen neun Produkten vollständig über dieser Marke. Zwar hat Nestlé eine Reduktion des Zuckergehalts angekündigt, allerdings nur auf maximal 28 Prozent. Damit wären die Produkte immer noch so zuckrig und ausgewogen wie Kuchen. Angesichts der unverantwortlichen Produktpolitik der Hersteller fordert foodwatch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf, eine Obergrenze für den Zuckergehalt in solchen Frühstücksflocken zu erlassen, die als geeignet für Kinder beworben werden.

Anne Markwardt von foodwatch: "Nestlé schaut nicht, was für die Ernährung von Kindern gut ist - sondern allein darauf, wie viel Zucker Kellogg's & Co. in ihre Produkte stecken. Weil die Unternehmen nicht von selbst aus dieser unheilvollen Spirale ausbrechen, muss Frau Aigner handeln: Der Zuckergehalt in Kinder-Frühstücksflocken sollte per Gesetz auf 10 Prozent begrenzt werden."
Autor: red

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
02.11.2012, 15:40 Uhr
Nestlé-Profit contra Kindergesundheit
Nestlés Verhalten ist aus Sicht des Konzerns selbst nachvollziehbar: Bekannt ist doch, dass einmal mit Zucker angefütterte Kinder eine Art Zuckersucht entwickeln können und zuckerhaltige Produkte von ihren Eltern immer wieder verlangen. Eine solche Sucht ist mit zuckerarmen Produkten nicht zu erreichen, damit also auch weniger Profit.

Nestlé nutzt ganz einfach die Ausschüttung von Glückshormonen für seine Profite aus, die beim Essen von Süßem ausgeschüttet werden. Gestresste Mütter wissen doch auch, dass ihre quengelnden Kinder genau deswegen mit etwas Süßem recht einfach ruhig zustellen sind. Eine unseelige Allianz also zwischen Nestlé, Müttern und Kindern, in die Foodwatch reinhaut.

Dass mittlerweile 15% der Kinder und Jugendlichen übergewichtig bis fettleibig sind, dass Altersdiabetes immer mehr zu einem Jugenddiabetes wird (mit allen z.T. katastrophalen Folgen bis hin zu Amputationen und Erblingung) und 25-jährige an Herzverfettung leiden, das interessiert Nestlé & Co nicht. Foodwatch sollte sich von die Gesundheit gefährdenden Konzernen niemals einschüchtern lassen.

Nur der Weg über die Medien, also über die Masse hilft, die Allmacht dieser Riesen etwas entgegenzusetzen. Die Politik hat ihre Macht eh längst an die wirtschaft abgegeben, wie der US-Wahkampf gerade exemplarisch und beängstigend zeigt und der Bürger ist viel zu träge, unwissend, verdrängend und gewohnheitsresistent, als dass er selbst etwas an seinem Verhalten zu ändern bereit ist. - Dagegen dürfte ein kleiner David wie Foodwatsch kaum etwas ausrichten können, ein Störenfried ist die offensichtlich unbestechliche Truppe allemal. Ihr bleibt nur, Ausdauer zu wahren. Denn vielleicht höhlt ja doch steter Tropfen den harten Stein Nestlé.
Pe_rle
03.11.2012, 09:08 Uhr
Nestlé
naja ,
wenn man so leicht für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen wird,und eigendlich den Kindern Schaden ohne Ende zu fügt,weis ich nicht mehr was ich von diesem Land halten soll.

Ich werd dann mal die Straße vorm Haus fegen,vieleicht sieht es ja Dr. Zeh und schlägt mich auch für selbiges vor.
Nein ,Spass beiseite,ich wäre eher dafür das Nestlé für die Schäden auf kommt die das Unternehmen an den Kindern verursacht.Die Zahnärzte können ein Lied davon singen.
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