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Mo, 20:08 Uhr
19.11.2012

Seltsame Zeitschiene?

Auf der Bahnstrecke Nordhausen-Sondershausen-Erfurt soll es Fahrzeitverkürzungen und Verschönerung von Bahnhöfen geben. Aber auch so manche "Kröte" ist in der Fortschreibung des Nahverkehrsplans Thüringen versteckt.


Der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius (CDU), und der Chef der Thüringer Nahverkehrsgesellschaft, Volker Michael Heepen, erläuterten die Veränderungen, die es im Norden Thüringens geben soll. Es ging um die 2. Fortschreibung des Nahverkehrsplans für Thüringen, nnz/kn hatte bereits von der Eröffnung (Regionalkonferenz eröffnet ) berichtet.

"Unser Ziel ist die optimale Anbindung der Region Nordthüringen an die ICE-Knoten in Erfurt, Halle, Kassel und Göttingen", so Carius. Hierzu gehört auch der Ausbau der Bahnstrecke von Erfurt nach Nordhausen. Der Ausbau Nordhausen - Wolkramshausen ist erfolgt. Bis 2015 soll dann die Strecke Wolkramshausen - Sondershausen folgen. Bis 2020 will man sich mit dem Ausbau der Strecke Sondershausen - Erfurt Zeit lassen.

Unser Ziel ist dabei, eine Reisezeit von weniger als einer Stunde zu erreichen", so Carius weiter. Aber hier gilt es weitere mögliche "Kröten" zu schlucken. Haltepunkte mit weniger als 10 bis 15 Aus- und Zustiegen werden wohl auf der Strecke bleiben (Glückauf, Großfurra, Hohenebra-Ort). Die Fahrzeit von unter einer Stunde ist eigentlich nur mit weniger Haltepunkten möglich. Carius will durch Vernetzung mit dem Busverkehr die kleinen Haltepunkte bedienen, um dann die Bahnknoten (wie Sondershausen) besser zu stärken. Carius sagte, mit diesen Maßnahmen werden die Fahrzeiten, einschließlich des Knoten Erfurts, nach Süden bis Würzburg deutlich verkürzt.

"Über die Strecke Erfurt - Sangerhausen soll außerdem eine Direktverbindung bis nach Halle angeboten werden. Ferner sollen künftig Kassel, Leinefelde, Nordhausen und Halle durch eine Expressverbindung im Stundentakt verbunden werden. Hinsichtlich Artern und Heldrungen soll es eine bessere Verknüpfung zwischen Bahn und Bus, sowie bei Park und Ride geben.

Als Greußens Bürgermeister René Hartnauer (SPD) die Problematik des Aussehens von Bahnhof und Umgebung ansprach, wird er sich wahrscheinlich erschrocken haben. Ein Sprecher der Bahn AG kündigte an, dass in ganz Thüringen nur noch 12 Empfangsgebäude in Nutzung der Bahn erhalten werden sollen. Alle anderen Empfangshallen sollen in andere Hände gehen. Carius rief auf, hier seien die Kommunen gefragt. Impulse müssen aus der Region kommen. Woher das Geld kommen soll ist fraglich. Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) hatte gefordert, die Kommunen müssen besser mit Finanzmittel ausgestattet werden, wenn man sich finanziell beteiligen soll.

Im Norden Thüringens werden in nächster Zeit nur zwei Bahnhöfe behindertengerecht ausgebaut werden, Kleinfurra und Sondershausen. Die Landessprecherin der Grünen, Babette Pfefferlein, hinterfragte extra nochmals den Termin für den Bahnhof Sondershausen. Hier nannten Carius und Heepen nur die Zeitschiene bis 2015.
Hintergrund der Frage: In einem Artikel von kn war wieder mal die unmöglichen Zustände am Hauptbahnhof Sondershausen (Festung Hauptsbahnhof? )erinnert worden. Für Rollstuhlfahrer gibt es ohne Hilfe von Außenstehenden keine Möglichkeit, überhaupt auf einen der Bahnsteige (2 und 3) zu kommen, von denen noch Züge abfahren.

Die Zeitschiene bis 2015 ist dabei umso bedenklicher, da Anfang Juni 2013 der Thüringentag 2013 weit über 100.000 Gäste nach Sondershausen locken soll. Es war Bürgermeister Joachim Kreyer der heute in diesem Kreis riet, kommt alle mit der Bahn, Parkplätze sind knapp und kosten Geld.

Der Thüringentag ist ja eigentlich eine Veranstaltung des Freistaats Thüringen. Umso verwunderlicher, dass man sich zum Thüringentag mit so einem nicht behindertengerechten Bahnhof präsentieren will. Da Carius verkündete, für kurzfristige Bahnhofsverschönerungen gäbe es ein Thüringenprogramm, da sollte er schon mal die Schatulle aufmachen, denn im Umfeld des Bahnhofs gibt es noch einiges zutun, wenn man so viele Gäste empfangen will. Ob es gelingt bis zum Thüringentag auch dem leerstehenden Bahnhofsgebäude "Leben" einzuhauchen bleibt wohl fraglich. Aber hoffen sollte man.
Autor: khh

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Kommentare
Harzer_jung
19.11.2012, 20:17 Uhr
seltsam
Die Strecke Nordhausen bis Wolkramshausen ist doch ausgebaut.
Oder ist hier davon die Rede das ein zweigleisiges weiterfahren ab wolkramshausen ermöglicht werden soll?

MFG,
Jan Richter
copydigital
19.11.2012, 21:20 Uhr
das wird auch endlich mal zeit
Zeit wirds, dass diese Bummelverbindung ausgebaut wird. Es kann nicht angehen, dass für 80km Entfernung die Bahn hier mindestens 80 Minuten braucht und dann in einigen Halten ewig auf den Gegenverkehr wartet.

Und wo wir gerade dabei sind, wie wäre es eigentlich mit gescheiten Zügen? Die komischen Dinger die jetzt auf der Strecke unterwegs sind, quietschen an allen Ecken und Kanten, in einem Zug fiept das Triebwerk so laut, dass es eigentlich schon längst hätte Schmerzensgeld geben müssen. Und achja, Klimaanlage und Heizung zusammen machen sich gut in kalten Jahreszeiten. Oder mal gar keine Heizung, wenn es draußen 0 Grad sind.

Ich fahr die Verbindung 2 mal die Woche hin und zurück und bei diesen 4 Fahrten kommt dann auch noch zusätzlich dazu, dass eine Fahrt immer verspätet ist.

Soweit mein Senf.
NDHler
20.11.2012, 08:25 Uhr
Bahnanbindungen
Noch viel interessanter wäre es doch, die Verbindungen länderübergreifender zu gestalten. So zum Beispiel von Erfurt bis Göttingen oder / und Braunschweig als Expresslinie. Oder von Erfurt weiter in Richtung Schweinfurt / Würzburg. Gleiches gilt für die Linie Halle – Kassel, warum nicht über den Flughafen weiter bis nach Leipzig. Wäre da noch der IC Kyffhäuser von Leipzig über Nordhausen nach Frankfurt, dieser als tägliches Zugpaar! Vorschläge gibt es doch genug, manche sind sicher auch ohne viel Aufwand umsetzbar.
Wolfi65
20.11.2012, 12:08 Uhr
Geht doch überhaupt nicht
Solche Gedanken gehen überhaupt nicht. Mehr Zugverbindungen, bei denen vielleicht noch die Anschlusszüge bereitstehen. Zuege, bei denen man vielleicht entspannt und ohne lästiges Umsteigen von A nach B kommt gehen überhaupt nicht, denn das würde alles Geld kosten und somit den erhofften Börsengang gefährden.

Also dann bitte doch mehr Gedanken machen, wie man die letzten lästigen Zugverbindungen durch andere Verkehrsmittel ersetzen kann, damit sich endlich das Thema Eisenbahn im Südharz erledigt hat.
Tor-zum-Harz
20.11.2012, 13:30 Uhr
Der Anschluß nach Nordhausen...
Ich fahre oft von Gera nach Nordhausen mit der Bahn. Seit Jahren ärgere ich mich darüber dass in Erfurt der Zug nach NDH jedesmal sprichwörtlich mir vor der Nase anfährt. (nämlich genau 5 Minuten vorher...) Also bleibe ich im Zug sitzen und fahre bis Leinefelde um dann dort in den Zug nach NDH umzusteigen. So bin ich 15 Minuten eher in NDH als mit der Direktverbindung von Erfurt aus. Und dieses "Problem" besteht seit vielen Jahren! Die Bahn braucht nur mal die eigenen Fahrpläne etwas zu optimieren bevor sie von großem Ausbau spricht. Schon so würde manche Verbindung viel schneller gehen.
copydigital
22.11.2012, 20:41 Uhr
Geschwindigkeitszuwachs
Also als ich mal ein wenig eine Suchmaschine mit 6 Buchstaben und 2 o's dirn befragt habe, kam eine Verbesserung der Strecke auf 120km/h heraus. Das wäre doch mal ein Anfang.

Und naja sagen wir mal die Strecke von Nordhausen nach Wolkramshausen ist bis zur ersten Weiche ausgebaut, ab da gehts nurnoch mit Schrittgeschwindigkeit, heutzutage schon doppelte Schrittgeschwindigkeit, bis zum Bahnhof (sagen wir mal Ausstiegspunkt, weil ein Bahnhof meines Erachtens etwas Anderes ist) Wolkramshausen.
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