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Fr, 20:19 Uhr
07.12.2012

Ästhetik herabhängender Tapeten

Sie werden jetzt fragen was ist das? Nun, kn war heute bei der offiziellen Eröffnung einer Ausstellung, an einem dafür ungewöhnlichen Ort.

In den Fluren der Kreismusikschule, die den alt ehrwürdigen Räumen von Schloss Sondershausen untergebracht ist, hingen schon immer Fotos und Bilder an der Wand. Zum Schluss hat sich keiner mehr daran erinnert, was hing endlich dran, sagte jemand der es wissen musste, der Leiter der Musikschule. Jetzt zog ein deutlich anderer Wind in die Flure und das nachstehende Foto zählt noch zu denen der harmloseren Art.

Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Schon bei der Ankunft und einem Gang durch einen der Flure erklang eine Stimme, das ist ja ekelig, da fehlt nur noch, dass das Ungeziefer übers Bild läuft. Ja, es ist eine Ausstellung die polarisiert, von beeindruckend bis abstoßend. Offiziell hat sie den Titel "Die Ästhetik des Aufgebens", Fotografien aus verlassenen Räumen.

Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der Leiter der Musikschule, Matthias Deichstetter sagte gleich zu Beginn bei der Begrüßung, die Bilder haben selbst im Kollegium zu Diskussionen geführt. Das war auch so gewollt, denn außer über Musik diskutiert man jetzt auch über Bilder, über Fotokunst.


Das Präsentieren der Bilder als Ausstellung ist erstmalig in der Musikschule und es wurde auch eine echte Vernissage abgehalten, auch wenn die Bilder schon einige Tage hängen. Der Bildautor, Sebastian Weise, ist dem Leiter der Musikschule vor allem durch sein Konzertfotos aufgefallen. Wer häufig in Konzerte geht, der ist bestimmt Sebastian Weise schon begegnet. Und so reifte die Idee, seine Bilder hier mal auszustellen.

Und eine andere Idee keimt in Deichstetter, es schwebt ihm vor, Musik mit anderer Kunst in der Musikschule zu verbinden. Ähnliches gibt es bereits in Jena. Die Fotoausstellung ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Danach stellte sich Sebastian Weise und sein Projekt vor. In faszinierten leerstehende Häuser und so zog er fünf Jahre lang durch Thüringen, um in leerstehenden Häuser nach einer besonderen Ästhetik zu suchen. Aus einem Fundus von über 3.000 Fotos wählte er 80 Bilder für das Projekt aus, dass es auch in Buchform gibt. Er wählte 25 dieser Bilder für die Ausstellung aus.

Er gibt selbst zu, es war gefährlich und ekelig durch die Häuser zu streifen, wobei er nur Häuser auswählte, die offen standen. Ich habe nichts aufgebrochen und nichts mitgenommen. Erst als er im Abbruchhaus seiner Großmutter nichts mehr empfand, hörte er mit dieser Serie auf. Es war für ihn ein Zeichen, jetzt musst du die Sache abbrechen und die Bilder präsentieren. Den heutigen Gästen zeigte er in einem Film eine Vielzahl an aufnahmen, deshalb auch die Überschrift des Artikels.

Maria Melichor und Jeremias Thiele, beide aus Bad Frankenhausen, die sich übrigens auf den Wettbewerb "Jugend musiziert" vorbereiten, rundeten die Vernissage musikalisch ab.
Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Ästhetik herabhängender Tapeten (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Sebastian Weise (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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