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So, 09:29 Uhr
16.12.2012

Der Wald ist kein botanischer Garten

Exotische Baumarten im Wald führen zur Verlängerung der Roten Listen. Dazu eine Pressemeldung des NABU Thüringen zu Baumpflanzungen bei Heldrungen.

Die Landesforstanstalt möchte mit exotischen Baumarten Thüringer Wälder für den Klimawandel rüsten. Nach Ansicht des NABU Thüringen ist die Vielfalt heimischer Baumarten völlig ausreichend, um die Anpassung an eine Klimaerwärmung zu schaffen.

Mit Testpflanzungen in Nordthüringen möchte die Thüringer Forstanstalt untersuchen, wie sich Baumarten wie Libanonzeder, Hemlocktanne, Orientbuche, Silberlinde und Türkische Tanne im Zuge des Klimawandels in Thüringen etablieren könnten.

Statt an einheimische Baumarten zu denken, werden alte Fehler früherer Forstgenerationen wiederholt, so der NABU. Schon damals wurde versucht mit Roteiche und Weymouthskiefer heimische Waldgesellschaften zu „verbessern“. Eingeschleppte Krankheiten, Holz mit geringem Marktwert und eine Schädigung der Artenvielfalt unserer Wälder waren die Folgen dieser Versuche. Der geplante Anbau nichtheimischer Nadelgehölze birgt unbekannte Risiken. Er gefährdet außerdem die Neubildungsraten von Grundwasser, welche für die laubabwerfenden Mischwälder aus heimischen Arten besonders wichtig sind.

Die Stabilisierung des Wasserhaushalts der Landschaft wird bei zu erwartenden Trockenperioden oberstes Ziel sein!
Laut der Naturschützer seien heimische Tanne, Eiche und Buche die besseren Alternativen. Die heimische Tanne profitiert sogar von der Klimaerwärmung und Eiche und Buche kommen gut damit zurecht. Die Buche ist erst in einer wärmeren Zeit, vor etwa 5000 Jahren, eingewandert. Lediglich die Fichte auf Standorten, die nicht für sie geeignet sind, also in tieferen Lagen, wird Probleme haben.

Die Vielfalt heimischer Baumarten ist völlig ausreichend, um die Anpassung an eine Klimaerwärmung zu schaffen. „Für die heimische Artenvielfalt sind Wälder aus Baumarten anderer Regionen ein Desaster“, so Mike Jessat, Vorsitzender des NABU Thüringen. „Die mitteleuropäischen Pilze, Blütenpflanzen und Tierarten sind auch an die mitteleuropäischen Baumarten angepasst. Forstbestände aus asiatischen oder amerikanischen Baumarten dienen nur der Verlängerung der Roten Listen. Das sollte nicht die Reaktion der neuen Forstanstalt auf die Gefahren des Klimawandels sein“, so Jessat.
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