Mi, 14:53 Uhr
19.12.2012
Ein kleines Plus ist drin
Die Unternehmer blicken mit einer gewissen Skepsis auf das neue Jahr, denn natürlich gehen die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auch an Thüringen nicht spurlos vorbei. Derzeit häufen sich die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft und sorgen zunehmend für Verunsicherung...
Als logische Folge dürfte sich das Wachstum erst einmal abschwächen. Die Frage ist nur, wie hart die Krise die regionalen Unternehmen trifft. Für 2013 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von knapp 0,5 Prozent.
Deutlich mehr Licht als Schatten bietet der Rückblick auf 2012: Ein insgesamt recht zufriedenstellendes Jahr. Die Thüringer Wirtschaft zeigte sich lange Zeit relativ unbeeindruckt von den Turbulenzen im Euroraum sowie den hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Vor allem der Arbeitsmarkt lieferte positive Signale. So bewegte sich die Arbeitslosenquote im Freistaat durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um mehr als 7.000 Personen auf rund 760.000, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die erfreulichen Nachrichten zusammen.
Trotz nachlassender Dynamik wäre die Industrie einmal mehr der maßgebliche Konjunkturmotor gewesen. Nach vorläufigen Berechnungen der IHK liege der Umsatz im Jahr 2012 mit knapp 28,5 Milliarden Euro um ein Prozent über dem Wert des Vorjahres und stelle einen neuen Rekordwert seit der Wiedervereinigung dar.
Allerdings ist die Zuversicht von Unternehmen und Haushalten im Jahresverlauf stetig gesunken. Der strikte Sparkurs und die Rezession bei vielen wichtigen Handelspartnern im Euroraum schaden der heimischen Wirtschaft immer mehr. Rückläufige Auftragszahlen, geringere Kapazitätsauslastung und eine nur schwache Binnennachfrage haben deutliche Spuren in den Bilanzen hinterlassen, gibt der IHK-Chef zu bedenken. Vor allem das Investitionsklima wäre zunehmend rauer geworden. Inzwischen würden größere Projekte erst einmal auf Eis gelegt.
Daran wird sich zunächst wenig ändern, zumindest nicht bis das Vertrauen in eine dauerhafte wirtschaftliche Stabilisierung der Euro-Zone zurückgekehrt ist. Die Konjunktur fährt deshalb auch 2013 nur mit angezogener Handbremse, erklärt Grusser. So rechne die IHK für Thüringen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von knapp 0,5 Prozent. Viel hänge aber noch von der Entwicklung des privaten Konsums sowie den Exporten in die Nicht-Euroländer ab. Zudem müssten größere negative Überraschungen ausbleiben.
Fazit des IHK-Chefs: Vor der Wirtschaft des Freistaats liegt ein schwieriges Jahr, aber auch eine große Bewährungsprobe für alle, die Verantwortung tragen. Zentrale Aufgabe der Politik für die nächsten Monate wird es sein, die Krisenstaaten im Euroraum wieder fit zu machen und neues Vertrauen in die Finanzmärkte zu schaffen. Angesichts der guten Grundkondition der regionalen Wirtschaft wird die Schwächephase wohl ohne größere Schäden vorüber gehen. Der Arbeitsmarkt dürfte deshalb auch im kommenden Jahr eine positive Konstante sein. 5.000 neue Jobs sind somit auch 2013 für Thüringen durchaus realistisch.
Autor: redAls logische Folge dürfte sich das Wachstum erst einmal abschwächen. Die Frage ist nur, wie hart die Krise die regionalen Unternehmen trifft. Für 2013 rechnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt deshalb nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von knapp 0,5 Prozent.
Deutlich mehr Licht als Schatten bietet der Rückblick auf 2012: Ein insgesamt recht zufriedenstellendes Jahr. Die Thüringer Wirtschaft zeigte sich lange Zeit relativ unbeeindruckt von den Turbulenzen im Euroraum sowie den hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Vor allem der Arbeitsmarkt lieferte positive Signale. So bewegte sich die Arbeitslosenquote im Freistaat durchweg unter dem ostdeutschen Durchschnitt und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg um mehr als 7.000 Personen auf rund 760.000, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die erfreulichen Nachrichten zusammen.
Trotz nachlassender Dynamik wäre die Industrie einmal mehr der maßgebliche Konjunkturmotor gewesen. Nach vorläufigen Berechnungen der IHK liege der Umsatz im Jahr 2012 mit knapp 28,5 Milliarden Euro um ein Prozent über dem Wert des Vorjahres und stelle einen neuen Rekordwert seit der Wiedervereinigung dar.
Allerdings ist die Zuversicht von Unternehmen und Haushalten im Jahresverlauf stetig gesunken. Der strikte Sparkurs und die Rezession bei vielen wichtigen Handelspartnern im Euroraum schaden der heimischen Wirtschaft immer mehr. Rückläufige Auftragszahlen, geringere Kapazitätsauslastung und eine nur schwache Binnennachfrage haben deutliche Spuren in den Bilanzen hinterlassen, gibt der IHK-Chef zu bedenken. Vor allem das Investitionsklima wäre zunehmend rauer geworden. Inzwischen würden größere Projekte erst einmal auf Eis gelegt.
Daran wird sich zunächst wenig ändern, zumindest nicht bis das Vertrauen in eine dauerhafte wirtschaftliche Stabilisierung der Euro-Zone zurückgekehrt ist. Die Konjunktur fährt deshalb auch 2013 nur mit angezogener Handbremse, erklärt Grusser. So rechne die IHK für Thüringen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von knapp 0,5 Prozent. Viel hänge aber noch von der Entwicklung des privaten Konsums sowie den Exporten in die Nicht-Euroländer ab. Zudem müssten größere negative Überraschungen ausbleiben.
Fazit des IHK-Chefs: Vor der Wirtschaft des Freistaats liegt ein schwieriges Jahr, aber auch eine große Bewährungsprobe für alle, die Verantwortung tragen. Zentrale Aufgabe der Politik für die nächsten Monate wird es sein, die Krisenstaaten im Euroraum wieder fit zu machen und neues Vertrauen in die Finanzmärkte zu schaffen. Angesichts der guten Grundkondition der regionalen Wirtschaft wird die Schwächephase wohl ohne größere Schäden vorüber gehen. Der Arbeitsmarkt dürfte deshalb auch im kommenden Jahr eine positive Konstante sein. 5.000 neue Jobs sind somit auch 2013 für Thüringen durchaus realistisch.
