Fr, 00:05 Uhr
18.01.2013
Alles Paletti am Kyffhäuser?
Natürlich nicht, sonst hätte der Tourismusverband Kyffhäuser keine Konzeption von einem renommierten Institut erarbeiten lassen. Aber so schlecht wie es manche darstellen wollen, ist es sicher aber auch nicht.
Der Tourismusverband Kyffhäuser hat auf Beschluss seines Vorstandes mit der dwif-Consulting GmbH eines der renommiertesten deutschen Beratungsunternehmen der Tourismus- und Freizeitbranche beauftragt, dieses Konzept zu erstellen. Das dwif war u.a. federführend bei der Erstellung der Landestourismuskonzeption Thüringen sowie der Kulturtourismuskonzeption Thüringen und ist von Beginn an verantwortlich für das Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.
Die Präsentation des Zukunftskonzepts Kyffhäuser-Denkmal fand gestern im Sitzungssaal des Rathauses in Bad Frankenhausen statt. Begrüßt wurden die Gästen vom Präsidenten des Verbandes Peter Hengstermann. Und es fand sich sehr viel Prominenz im Saal ein. Neben Landrätin Antje Hochwind (SPD), Vizelandrat Holger Häßler und Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc (SPD). Mit den Fraktionsführern im Kreistag Henri Hunger (CDU), Torsten Blümel (Die Linke) und Klaus Mehle (SPD) waren auch wichtige Vertreter der Politik dabei, die gerade im Kreistag wesentlich über Wohl und Wehe des Kyffhäuserdenkmals zu befinden haben werden.
Es muss noch einiges an Geld für die Sanierung bereitsgestellt werden, so Geschäftsführer Herbert Knischka und deute an, dass es mindestens ein einstelliger Millionenbetrag sein wird aber gut und gern auch zweistellig werden kann. Und wenn dann Prof. Dr. Mathias Feige in der Diskussion befragt, den Bau des Geolifts als wichtige Investition bezeichnete, dann geht es eben ohne den Kreistag nicht. Aber man hörte auch seinem Zungenschlag an, der Geolift ist nicht unbedingt zwingend eine wichtige Investition, man kann die Besucher auch anderweitig zum Denkmal bringen. Er betonte aber auch klar, der Geolift richtig gebaut, kann auch zum Besuchermagneten umfunktioniert werden.
Die Präsentation erfolgte durch Prof. Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH. Natürlich war der Rückgang der Besucherzahlen ein Thema, zeigte aber auch, dass es schon immer starke Schwanken in den verschiedensten Jahre gab, langfristig aber rückläufig war.
Schonungslos ging er aber mit etwas anderem um, dem ersten Eindruck, den die Besucher bei der Anreise erleben. Es ist nicht das Denkmal sondern, das Umfeld schon beim ersten Anfahren. Schilderwälder (bitte nicht Pinkeln) keine öffentlichen Toilette (gerade notwendig nach Anreise besonders bei Bussen), verschiedene Funktionsgebäude mit sage man unumwunden, die Pott hässlich sind. Das Denkmal selbst ist nicht das Problem, aber das sagte er auch, es reicht nicht nur ein schönes Denkmal zu haben.
Es müssen Erlebnisse geschaffen werden, es muss unterhaltsam sei, denn die Menschen wollen Spaß und Unterhaltung. Und 40 Prozent des Eindrucks hinterlassen die Gaststätten. Die Verkaufsstände unterhalb des Denkmals entsprechen einfach nicht mehr dem Niveau, gerade mit ihrem Preisdumping. Bezeichnend, die beiden großen Gaststättenbetreiber waren zur Präsentation nicht anwesend! Und es gibt Probleme. Feige sagte klar, bei den Gaststätten liegt man hinter dem Standard zurück!
In der Diskussion brachte es der Vorstandsvorsitzender der Kyffhäusersparkasse, Ulrich Heilmann, auf den Punkt: Es gibt zu viele Liegenschaften auf dem Denkmalgeländes und zu viele nicht kooperierende Meinungen. Knischka kritisierte, am Kyffhäuser arbeite man eher gegen als miteinander. Heilmann forderte, es muss einen Träger für alle Einrichtungen geben. Prof. Dr. Mathias Feige unterstützte das, aber bei Freiwilligkeit.
Klar die Aussagen von Feige, in der heutigen Zeit werden erhöhte Anforderungen an barrierefreie Ausflugsziele gestellt, womit man wieder beim Geolift landete. Aber auch die Probleme um die Parkplätze wurden aufgezeigt. Busveranstalter fahren oft schon nicht mehr den Kyffhäuser an. Und bei den Bussen, die den Kyffhäuser erreichen, müssen runter auf den unteren Parkplatz. Dort steigen die Leute oft aus, sehen das schöne Denkmal und scheuen dann den weiten Aufstieg.
Es gab natürlich nicht nur Schatten. Großes Lob gab es für den Auftritt bei Facebook. Auch die Wissensvermittlung sein zeitgemäß mit Hörerlebnis, Geopfad, QR-Codes und den Themenführungen am Kyffhäuser. Gut auch die Ausschilderung (außer Autobahn) und das finden über die Navigationsgeräte.
Nicht viel zu bemängeln gab es im Bereich der Betriebswirtschaft. Trotzdem kamen wichtige Hinweise. Er bemängelt eindeutig den zu geringen Aufwand beim Marketing, besonders für das Denkmal selbst. So schlug er auch weiter vor, Bistro und Shop an externe Betreiber zu vergeben.
Die Politiker haben gestern viel zu hören bekommen. Es war aber kein fertiges Konzept, dass man nur abarbeiten muss, sondern eher eine Handlungsanleitung für die weitere Arbeit. Denn vieles was gestern aufgearbeitet wurde, war in anderen Konzeptionen schon oft gefordert worden, nur wollte man es oft nicht wahr haben und erst recht nicht umsetzten. Das waren aber weniger Entscheidungen des Tourismusverbandes, sondern fehlende Entscheidungen der Politik. Und eine der Folien (Bildergalerie) sagt auch aus, wie sich ein Betreiberwechsel auswirken kann. Was aber auch nicht unbedingt zwangsläufig sein muss.
Gestern waren führende Tourismusvertreter aus dem Kreis und die führenden Politiker anwesend. Man kann nur hoffen, das Gehörte fällt auf fruchtbaren Boden. Denn es gibt noch etliches zu tun. Denn eines hat diese Konzeption noch nicht aufgezeigt. Ein Denkmal allein reicht nicht und es wurde noch nicht viel zu Kooperationen für den ganzen Kyffhäuserkreis gesagt. Denn eines sollte den Politikern klar sein, auch das weitere Umfeld sollte mit eingebunden werden. Gerade weil eben die Übernachtungszahlen sogar am Steigen sind. Oder wollen Sie nur an einem Ort hocken?
Autor: knDer Tourismusverband Kyffhäuser hat auf Beschluss seines Vorstandes mit der dwif-Consulting GmbH eines der renommiertesten deutschen Beratungsunternehmen der Tourismus- und Freizeitbranche beauftragt, dieses Konzept zu erstellen. Das dwif war u.a. federführend bei der Erstellung der Landestourismuskonzeption Thüringen sowie der Kulturtourismuskonzeption Thüringen und ist von Beginn an verantwortlich für das Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.
Die Präsentation des Zukunftskonzepts Kyffhäuser-Denkmal fand gestern im Sitzungssaal des Rathauses in Bad Frankenhausen statt. Begrüßt wurden die Gästen vom Präsidenten des Verbandes Peter Hengstermann. Und es fand sich sehr viel Prominenz im Saal ein. Neben Landrätin Antje Hochwind (SPD), Vizelandrat Holger Häßler und Bad Frankenhausens Bürgermeister Matthias Strejc (SPD). Mit den Fraktionsführern im Kreistag Henri Hunger (CDU), Torsten Blümel (Die Linke) und Klaus Mehle (SPD) waren auch wichtige Vertreter der Politik dabei, die gerade im Kreistag wesentlich über Wohl und Wehe des Kyffhäuserdenkmals zu befinden haben werden.
Es muss noch einiges an Geld für die Sanierung bereitsgestellt werden, so Geschäftsführer Herbert Knischka und deute an, dass es mindestens ein einstelliger Millionenbetrag sein wird aber gut und gern auch zweistellig werden kann. Und wenn dann Prof. Dr. Mathias Feige in der Diskussion befragt, den Bau des Geolifts als wichtige Investition bezeichnete, dann geht es eben ohne den Kreistag nicht. Aber man hörte auch seinem Zungenschlag an, der Geolift ist nicht unbedingt zwingend eine wichtige Investition, man kann die Besucher auch anderweitig zum Denkmal bringen. Er betonte aber auch klar, der Geolift richtig gebaut, kann auch zum Besuchermagneten umfunktioniert werden.
Die Präsentation erfolgte durch Prof. Dr. Mathias Feige, Geschäftsführer der dwif-Consulting GmbH. Natürlich war der Rückgang der Besucherzahlen ein Thema, zeigte aber auch, dass es schon immer starke Schwanken in den verschiedensten Jahre gab, langfristig aber rückläufig war.
Schonungslos ging er aber mit etwas anderem um, dem ersten Eindruck, den die Besucher bei der Anreise erleben. Es ist nicht das Denkmal sondern, das Umfeld schon beim ersten Anfahren. Schilderwälder (bitte nicht Pinkeln) keine öffentlichen Toilette (gerade notwendig nach Anreise besonders bei Bussen), verschiedene Funktionsgebäude mit sage man unumwunden, die Pott hässlich sind. Das Denkmal selbst ist nicht das Problem, aber das sagte er auch, es reicht nicht nur ein schönes Denkmal zu haben.
Es müssen Erlebnisse geschaffen werden, es muss unterhaltsam sei, denn die Menschen wollen Spaß und Unterhaltung. Und 40 Prozent des Eindrucks hinterlassen die Gaststätten. Die Verkaufsstände unterhalb des Denkmals entsprechen einfach nicht mehr dem Niveau, gerade mit ihrem Preisdumping. Bezeichnend, die beiden großen Gaststättenbetreiber waren zur Präsentation nicht anwesend! Und es gibt Probleme. Feige sagte klar, bei den Gaststätten liegt man hinter dem Standard zurück!
In der Diskussion brachte es der Vorstandsvorsitzender der Kyffhäusersparkasse, Ulrich Heilmann, auf den Punkt: Es gibt zu viele Liegenschaften auf dem Denkmalgeländes und zu viele nicht kooperierende Meinungen. Knischka kritisierte, am Kyffhäuser arbeite man eher gegen als miteinander. Heilmann forderte, es muss einen Träger für alle Einrichtungen geben. Prof. Dr. Mathias Feige unterstützte das, aber bei Freiwilligkeit.
Klar die Aussagen von Feige, in der heutigen Zeit werden erhöhte Anforderungen an barrierefreie Ausflugsziele gestellt, womit man wieder beim Geolift landete. Aber auch die Probleme um die Parkplätze wurden aufgezeigt. Busveranstalter fahren oft schon nicht mehr den Kyffhäuser an. Und bei den Bussen, die den Kyffhäuser erreichen, müssen runter auf den unteren Parkplatz. Dort steigen die Leute oft aus, sehen das schöne Denkmal und scheuen dann den weiten Aufstieg.
Es gab natürlich nicht nur Schatten. Großes Lob gab es für den Auftritt bei Facebook. Auch die Wissensvermittlung sein zeitgemäß mit Hörerlebnis, Geopfad, QR-Codes und den Themenführungen am Kyffhäuser. Gut auch die Ausschilderung (außer Autobahn) und das finden über die Navigationsgeräte.
Nicht viel zu bemängeln gab es im Bereich der Betriebswirtschaft. Trotzdem kamen wichtige Hinweise. Er bemängelt eindeutig den zu geringen Aufwand beim Marketing, besonders für das Denkmal selbst. So schlug er auch weiter vor, Bistro und Shop an externe Betreiber zu vergeben.
Die Politiker haben gestern viel zu hören bekommen. Es war aber kein fertiges Konzept, dass man nur abarbeiten muss, sondern eher eine Handlungsanleitung für die weitere Arbeit. Denn vieles was gestern aufgearbeitet wurde, war in anderen Konzeptionen schon oft gefordert worden, nur wollte man es oft nicht wahr haben und erst recht nicht umsetzten. Das waren aber weniger Entscheidungen des Tourismusverbandes, sondern fehlende Entscheidungen der Politik. Und eine der Folien (Bildergalerie) sagt auch aus, wie sich ein Betreiberwechsel auswirken kann. Was aber auch nicht unbedingt zwangsläufig sein muss.
Gestern waren führende Tourismusvertreter aus dem Kreis und die führenden Politiker anwesend. Man kann nur hoffen, das Gehörte fällt auf fruchtbaren Boden. Denn es gibt noch etliches zu tun. Denn eines hat diese Konzeption noch nicht aufgezeigt. Ein Denkmal allein reicht nicht und es wurde noch nicht viel zu Kooperationen für den ganzen Kyffhäuserkreis gesagt. Denn eines sollte den Politikern klar sein, auch das weitere Umfeld sollte mit eingebunden werden. Gerade weil eben die Übernachtungszahlen sogar am Steigen sind. Oder wollen Sie nur an einem Ort hocken?






