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Mo, 15:52 Uhr
04.02.2013

Neues aus Berlin (13)

Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagsmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Johannes Selle (CDU) zum Thema Tag des Gedenkens .


Der Januar ist von symbolischer Bedeutung für den Nationalsozialismus. Am 30. Januar im Jahre 1933 wurde Adolf Hitler von Reichspräsident Paul von Hindenburg als Reichskanzler vereidigt und mit der Bildung einer Koalitionsregierung des Nationalen Zusammenschlusses, in welcher die Nationalsozialisten in der Minderzahl waren, beauftragt. Zehn Jahre später am 31. Januar 1943 wurde die Wehrmacht vor Stalingrad geschlagen. In der größten Schlacht des Zweiten Weltkrieges begann das Ende der Nazis, 250 000 tote deutsche Soldaten, 6000 Überlebende.
Am 27. Januar 1945 befreiten Einheiten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, das sprichwörtlich für das millionenfache Morden wurde.

Seit 1996 wird der 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. Bundespräsident Herzog hatte ihn zumGedenktag erhoben, um "eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken".

Im Plenarsaal des Deutschen Bundestages kommen Zeitzeugen zu Wort, bundesweit gilt Trauerbeflaggung am Tag selbst.
Im Freistaat Thüringen fand die feierliche Veranstaltung am 27. Januar im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald statt. Die Gedenkrede hielt Ivan Ivanji. Anschließend wurden Kränze auf dem Appellplatz niedergelegt.

Gastrednerin der diesjährigen Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag war Inge Deutschkron. Sie wurde im August 1922 in Finsterwalde geboren und wuchs in Berlin auf. Ihre Familie und sie selbst wurden seit 1933 als Juden und aus politischen Gründen benachteiligt und verfolgt. Krieg und Völkermord überlebte sie, weil couragierte Menschen - die stillen Helden - ihr und ihrer Mutter Unterschlupf gewährten in Berlin. Sie berichtete aus dem Blickwinkel eines jungen, säkularen Mädchens, das nicht wusste, was Juden sind und nicht verstand, warum man plötzlich gelb markiert werden musste, keine Haustiere mehr halten durfte und nur zwischen 16 und 17 Uhr einkaufen durfte.

Nach dem Krieg führte sie ihr Weg über das Studium in England 1956 nach Bonn. Ab 1958 war sie Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung Ma'ariv. Von 1972 bis 1987 arbeitete sie als Journalistin in Tel Aviv.
Vielen Menschen in Deutschland ist sie als Autorin bekannt, eines ihrer bekanntesten Bücher heißt "Ich trug den gelben Stern". Sie lebt seit 2001 wieder in Berlin.

Im Plenarsaal des Reichstages war die Musik des Berliner Synagogalchores besonders ergreifend.
Am Nachmittag desselben Tages beeindruckte das Gedenken der Opfer der Euthanasieverbrechen. Eine Urenkelin erforschte das Schicksal ihrer Urgroßmutter und das Schweigen der Familie. Mit einer Kranzniederlegung im Tiergarten, dem Ort, an dem die Vernichtung begann, wurde der 300 000 Ermordeten gedacht.

Lesung aus dem literarischen Fundus der Sammlung Prinzhorn (Theater RambaZamba) bei der Gedenkfeier für die Opfer der Euthanasieverbrechen.
Am Abend wurde im Deutschen Historischen Museum die Ausstellung "Zerstörte Vielfalt 1933 - 1938" eröffnet.
Wahlkreisbüro: Johannes Selle
Autor: khh

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