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Fr, 23:02 Uhr
01.03.2013

Kn-Forum: Brücke Gottesacker

Brückenneubau wirklich zwingend notwendig? Diese Frage wurde in einem Leserbrief aufgeworfen.

Es wird von allen Seiten der Stadtverwaltung versucht den Neubau der Brücke am Gottesacker schön zu reden und als zwingend notwendig zu rechtfertigen. Daher möchte ich hier mal versuchen, meine Bedenken dazu zusammen zu fassen.

In unserer heutigen Zeit dreht sich leider fast alles nur noch um Geld, alles andere ist nebensächlich. Maßnahmen der Stadt werden daher scheinbar auch nur unter dem Gesichtspunkt geplant, ob dafür Fördermittel zu erwarten sind oder nicht. Wenn für zwingend notwendige Projekte keine Chance auf Fördermittel besteht, werden diese schnell wieder beiseite gelegt, in der Hoffnung, dass sich auch für diese irgendwann eine aussichtsreiche Begründung für Fördermittel findet. Mit den richtigen Experten an der Hand lässt sich da manchmal sicher auch einiges regeln.

Ausgangspunkt der Berechnungen, die den Brückenneubau rechtfertigen, ist ein Unwetter mit länger anhaltendem Starkregen direkt über der Stadt. Da das Regenwasser des Stadtgebietes zum größten Teil in die Bebra geleitet wird, ist, bedingt durch das starke Gefälle gerade vom Franzberg her, damit zu rechnen, dass bei Starkregen die Wassermassen recht schnell in der Bebra ankommen und deren Pegel ansteigen lassen.

Ein solches kurzzeitiges Ereignis gab es zuletzt im Sommer 2011. Dabei war laut unserem Bürgermeister, Herrn Kreyer, an der Brücke am Gottesacker kaum noch eine Handbreit Luft im Durchlass, bevor die Kapazitätsgrenze erreicht wäre. Anderen Berichten zufolge waren damals bereits einige Grundstücke überflutet und auch Keller vollgelaufen. Auch die Pumpstation im Wippertor war kurz vor ihrer Leistungsgrenze.

Sicher lässt es sich noch berechnen, welche maximalen Wassermengen in welcher Zeit auf den Quadratmeter Boden fallen können, es lässt sich aber wohl kaum vorhersagen, welchen Weg sie bei einem nie dagewesenen extremen Wetterphänomen durch die Stadt nehmen. Wie viel Wasser kann die Kanalisation aufnehmen, bevor sie überlastet ist? Wie lange dauert es, bis Gullys durch Schlamm und Geröll verstopft sind?

Nach einiger Zeit würde wahrscheinlich ein großer Teil des Wassers gar nicht mehr den Weg zur Bebra nehmen sondern direkt über die Straßen in Richtung Wippertor fließen, wo es sich, auch durch den Ausfall der Pumpstation, zu großflächigen Überflutungen stauen wird, da auch ein direktes Abfließen in die Wipper nicht möglich ist.

Wenn diese Wassermassen uneingeschränkt in die Bebra laufen würden, wäre deren Aufnahmekapazität bald erreicht und würde wahrscheinlich bereits in der Talstraße über die Ufer treten. Treibgut, welches die Durchlässe zusetzt, würde sicher spätestens am Busbahnhof hängen bleiben. Durch die Kanalisierung ist ihr Fassungsvermögen allgemein stark begrenzt. Um für ein heftiges Jahrhundertereignis gerüstet zu sein, müsste sie wohl auf Wipperbreite ausgebaut werden, nur dann würde ein echter Hochwasserschutz garantiert sein. Also weg mit den ganzen Häusern entlang der Bebra?

Macht es unter dieser Aussicht Sinn, den Querschnitt der Brücke von 2,5m2 auf 7m2 zu erweitern? Eine Brücke, die vor mehr als 100 Jahren in mühsamer Handarbeit, Stein für Stein, errichtet wurde. Sie hält auch den heutigen Belastungen problemlos stand und der Durchlass ist absolut nicht sanierungsbedürftig. Es ist mir auch nicht bekannt, dass sie mal die Ursache für die Überflutung der Altstadt gewesen wäre. An anderen Stellen wäre da eine Sanierung viel dringender notwendig, aber dort fehlt es dann wieder an den Fördermitteln.

Mein Fazit zu dieser Maßnahme ist, dass sie wohl eher eine Alibifunktion erfüllt, dass man sagen kann, es wurde ja was für den Hochwasserschutz getan. Wenn es dann zum Schlimmsten kommt, heißt es, dass man mit einem solchen Ausmaß ja nicht rechnen konnte. Auch wenn Experten der Meinung sind, alles ganz genau berechnen zu können, denke ich, dass die Natur ihre eigenen Gesetze hat und sich sicher auch nicht an die Expertenvorgaben halten wird. Es kann immer noch schlimmer kommen.

Steffen Kny
Autor: khh

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