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Di, 13:42 Uhr
02.04.2013

Firmensterben geht weiter

Im Zuge der demografischen Entwicklung gehen immer mehr Firmeninhaber in Rente. Gleichzeitig gibt es aber weniger junge Menschen, die einen Betrieb übernehmen wollen. Vier von zehn betroffenen Unternehmen haben nach den Erfahrungen der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) im Moment Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden...


„Allein in Thüringen suchen bis 2014 rund 1.000 Unternehmer einen Nachfolger. Dieses Thema wird zu einer immer größeren Herausforderung für den Mittelstand“, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Jedes Jahr müssten nach einer aktuellen Schätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) 5.500 Betriebe in Deutschland schließen und gingen 32.000 Arbeitsplätze verloren, weil die Eigentümer keine Nachfolger mehr finden.

Die Bereitschaft, ein Unternehmen zu führen, lasse zunehmend nach. Zudem gebe es in Deutschland ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit. Das halte viele qualifizierte Fachkräfte vom Schritt in die Selbstständigkeit ab. „Die generelle Alterung der Gesellschaft, eine wachsende Angst vor der Selbstständigkeit sowie politische und rechtliche Unsicherheiten in der Steuerpolitik führen zu einem alarmierenden Firmensterben“, warnt der IHK-Chef.

Auch die Zahl der Thüringer Existenzgründungen wäre im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent spürbar gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Im Jahr 2050 – warnte unlängst das industrienahe Kölner Institut der deutschen Wirtschaft – werde die Zahl der 3,6 Millionen deutschen Unternehmen um etwa eine Million gesunken sein.

Vier von zehn betroffenen Firmen haben nach den Erfahrungen der IHK im Moment Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Als Gründe dafür werden Finanzierungsprobleme der Interessenten, die zu späte Vorbereitung einer Nachfolgeregelung, zu hohe Kaufpreisvorstellungen der Alt-Unternehmer, aber auch ein zu geringes Interesse und mangelnde Qualifikationen der möglichen Nachfolger genannt. Häufig wird allerdings auch der Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung einer geordneten Übergabe unterschätzt.

Ein weiteres Problem sieht Grusser im Image des „Berufs“ Unternehmer. „Das Unternehmertum muss einen viel höheren Stellenwert in den Lehrplänen von Schulen und Hochschulen erhalten“, fordert der Hauptgeschäftsführer. Dazu seien jedoch gemeinsame Anstrengungen von Bund und Ländern, von Wirtschafts-, Schul- und Hochschulpolitik erforderlich. „Die bisherigen Fortschritte auf diesem Gebiet haben Deutschland noch nicht wirklich zu einem Gründerland machen können“, bedauert Grusser.

„Noch immer weisen wir im Vergleich der Industrienationen eine sehr geringe Gründungsneigung auf, trotz hunderter Förderprogramme und Initiativen.“ Zwar gebe es erfolgversprechende Vorhaben im Web- und IT-Bereich. Beim Gros der Existenzgründungen handle es sich jedoch um „Kleingründungen, denen nicht selten unzureichende Geschäftskonzepte zugrunde liegen.“

Als Reaktion auf das geringe Wachstum in diesem Bereich unterstützt die Industrie- und Handelskammer Erfurt seit Ende 2012 nachhaltig wirtschaftende Schülerfirmen im Rahmen einer Arbeitsgruppe. „Diese Projekte wollen nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sein. Sie verfolgen dabei auch ökologische und soziale Ziele. Produkt, Produktion und Betrieb sind so gestaltet, dass die Natur möglichst wenig belastet wird, die Schülerinnen und Schüler persönlich in ihren sozialen Kompetenzen gestärkt werden, das Miteinander üben können und dabei auch gesellschaftliche Probleme wie das gemeinsame Wirtschaften erfahren“, erklärt Grusser.
Autor: red

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Kommentare
lumpi22
02.04.2013, 15:52 Uhr
Oh ja, ich vermute, es wird weitergehen, wenn die Biogasanlage
in Bielen gebaut wird! Wie hat es Herr Fütterer zur Stadtratssitzung richtig erwähnt: Wer will noch in einer Pension oder einem Hotel übernachten, wenn es durch Verkehrslärm und Gerüche keinen Aufenthalt mehr zulässt? Hier werden private Unternehmer und deren privates Geld und ihre Investitionen mißachtet, nur weil die Politiker meinen, für die Stadt wäre eine Biomethananlage gewinnträchtiger, als die paar Unternehmen da in Bielen... Wer will noch in einem Biergarten bei der Bowlingbahn sitzen, wenn das Bier vor lauter Gärgerüche an der "frischen Luft" nicht schmeckt und es nicht auszuhalten ist? Bielener Bürger, wehrt Euch! Verhindert das Firmensterben in Euerm kleinen Ort, unterstützt Eure Mitmenschen und Mitbürger und kämpft gegen den Bau dieser Biomethananlage! Noch ist nichts verloren!
Paulinchen
02.04.2013, 18:44 Uhr
Zugegeben – in unserer Stadt ist sehr oft dicke Luft,
die aber kommt unter anderem auch von einem unter Denkmalschutz stehendem Unternehmen. Also könnte man durchaus von EDELGASEN sprechen, die die gesamte Stadtluft verpesten. Da sagen sich unsere Stadtväter sicher, da kommt es auf die nächste Gestanksquelle nun auch nicht mehr an. Es sind doch nur unsere Wähler, die es aushalten müssen.

Aber nun zum obenstehenden Artikel:
Unsere Banken bekommen ja, wie nachzulesen, derzeitig sehr billig Geld. Nur - will ein Existenzgründer einen Kredit haben, dann wollen die Banken dafür Zinsen in astronomischen Höhen. Darüber hinaus verlangen sie Sicherheiten, da kann man Falten im Gesicht bekommen, die gleichen einer Wellblechgarage. Das wiederum schreckt die Kunden ab. Was bleibt da dem „Altunternehmer“ anders übrig, außer die Schließung seines Lebenswerks?

Ein großes DANKESCHÖN an die Kreditinstitute für ihre Unterstützung zum Erhalt/Übernahme der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wir haben ja noch das Arbeitsamt, welches sich rührend um die gekündigten Mitarbeiter kümmern wird. (Beispiel Schlecker: knapp 40% der gekündigten Frauen haben erst wieder einen Arbeitsplatz)
Herr Taft
05.04.2013, 11:46 Uhr
ach Paulinchen...
...irgendwer muss bei Ihnen immer Schuld sein ! Wenn Ihnen nicht's anderes einfällt, sind es immer die bösen Banken. Folgendes ist Ihnen nicht bewusst: Die Banken geben dem Existenzgründer nicht ihr eigenes Geld, sondern das der Sparer. Also dienen die Sicherheiten letzten Endes der Absicherung von Omas Sparbuch. Die Zinsen enthalten immer eine Risikoprämie. Je weniger Sicherheiten da sind, oder je wackeliger der beantragte Kredit ist - umso höher ist die Risikoprämie.

Ihr Geschrei wäre genauso groß, wenn die Bank auf die Sicherheiten pfeiffen würde und die EZB-Zinsen an den Existenzgründer weitergeben würde.... und Oma dann ihr Geld nicht mehr bekommt, weil der Existenzgründer krachen gegangen ist.

Die Sache ist in Wahrheit wesentlich komplizierter - aber so trifft's den Kern.
Herr Taft
05.04.2013, 11:50 Uhr
ach und noch was:
Könnte es nicht sein, dass in einer Gesellschaft in der junge Leute viel zu sehr damit beschäftigt sind, dem nächsten Trend hinterher zu rennen, ja nichts zu verpassen und immer IN zu sein oft genug einfach der Elan fehlt irgendetwas anzupacken ?

Sei es in Papas Firma einzusteigen, eine eigene Idee umzusetzen oder auch nur Kinder aufzuziehen ?

Überzeugt mich bitte vom Gegenteil !
Retupmoc
05.04.2013, 11:55 Uhr
Banken
Diese Diskussion @ Nussbaum wurde gestern im ZDF geführt. Und jeder in der Runde war sich einig, das die Banken nicht mehr so weiter wirtschaften können. Logisch das eine Bank erstmal bemüht ist, ihren Gewinn zu maximieren. Nur - der ist immer noch auf den Sparern und Kleinunternehmen aufgebaut. Darüber sollte man schon nachdenken. Die Großkopferten haben Ihr Geld eh auf Cayman Ilands oder in der Schweiz.
altmeister
05.04.2013, 12:04 Uhr
So geht es auch nicht!
Sehr geehrter @nussbaum, es ist erst recht verkehrt, wenn einer nicht allumfassenden Darstellung mit einer auch nur unvollständigen, aus dem Gesamtzusammenhang gegriffenen, widersprochen wird.
Sowohl in Ihrem wie auch in dem Kommentar von @Paulinchen sind richtige Aussagen enthalten, dem können auch Sie nicht widersprechen, wenn Sie es ehrlich meinen.
Ihre pauschalierte Angstmache, dass Omas Ersparnisse in Gefahr sind ist aber auch sehr naiv dargestellt. Dass das Risiko, seine Ersparnisse zu verlieren, sehr oft wohl eher von Fehlspekulationen und Fehlhandlungen der Banken ausgeht, das ist aktuell doch deutlich zu sehen!
Es wäre volkswirtschaftlich auf alle Fälle sinnvoller, wenn die Kreditierung der klein- und mittelständischen Unternehmen erleichtert würde, tragen diese letztendlich die Hauptlast des Steueraufkommens in unserem Staat.
Herr Taft
05.04.2013, 17:30 Uhr
@altmeister...Sie sind vom Fach ?
Na dann ist ja gut. Dann kennen Sie die MaRisk und die Mifid in- und auswendig, kennen die Vorgaben für die Kreditvergabe ganz genau, wissen über Risikobudgets, Eigenkapitalunterlegung und Liquiditätsverordnung Bescheid.

Ich habe ganz bewusst simplifiziert, damit auch nicht so tief eingestiegene Leser ein Bild bekommen.

Klar haben die Bankster in Frankfurt, London und New York Mist gemacht. Deshalb haben wir heute ein umfassendes Regelwerk, welches die Banken dazu verdammt bei der Kreditvergabe und im Wertpapier-/Derivategeschäft den Risikogehalt intensiv zu prüfen, ggf. Sicherheiten einzufordern und das Risiko einzupreisen. Klar sind die EZB-Zinsen niedrig, die Risikoaufschläge für Banken sind es nicht. Wenn eine Bank sich am Kapitalmarkt refinanzieren will, was zum Ausgleich der langlaufenden Kundenkredite eben auch manchmal langfristig nötig ist (die längsten EZB-Tender liefen nur 12 Monate !), dann muss sie Risikoaufschläge bezahlen. Was meinen Sie warum man bei einer ausländischen Wackelbank (ABN, ING, u.s.w.) höhere Zinsen bekommt als bei der heimischen Sparkasse/Volksbank ? Na weil diese Banken wesentlich unsicherer sind und dem entsprechend am Kapitalmarkt höhere Risikoaufschläge bezahlen müssen. Für die ist es immer noch billiger, Kundengelder einzusammeln. Es gibt noch weitere Gründe, die in den Bilanzstrukturen und den Eigenmittelausstattungen dieser Häuser begründet liegen. Aber wem sag ich das...

Die Banken wollen und müssen Kredite vergeben um Geld zu verdienen. Die Konditionen sind (abweichend von Paulinchens Darstellung) aktuell sowas von günstig. Wenn jedoch der Kreditnehmer nichts taugt oder regulatorische Hürden im Weg sind - dann geht es einfach nicht. Es schützt am Ende den Kreditnehmer, wenn er den Kredit nicht bekommt. Er ist in jedem Fall schlimmer dran, wenn er ihn bekommt und dann nicht zurückzahlen kann...
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