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Di, 11:29 Uhr
23.04.2013

Gebärdensprache in Nordhausen lernen

Heilerziehungspfleger arbeiten mit Menschen aller Altersstufen. Wer mit einer Behinderung lebt, benötigt gut ausgebildete Fachkräfte. Egal ob es sich dabei um eine seelische, geistige oder körperliche Behinderung handelt. Jeden kann es treffen …

Gebärdensprache erlernen (Foto: pro Vita Akademie) Gebärdensprache erlernen (Foto: pro Vita Akademie)

...und mit einem Mal verändert sich das ganze Leben. Diese Menschen verdienen unseren Schutz, unsere Fürsorge und umfassende Lebensbegleitung. Um dies mit Qualität umzusetzen, benötigt die Gesellschaft u.a. kompetente Heilerziehungspfleger. Deren Aufgaben sind vielseitig, und so gestaltet sich auch ihre spezielle und besondere Ausbildung.

Allen Interessierten soll hier ein erster, kleiner Einblick vermittelt werden. In jedem Frühjahr gibt es für die mittlere Klasse angehender Heilerziehungspfleger der pro vita Akademie ein einmaliges Ereignis: die Möglichkeit eine Woche lang etwas ganz Besonderes zu erlernen … eine Sprache, die man nicht hören kann. Hierzu nimmt alljährlich Sylvia Röth (Lehrerin für Gebärdensprache) den weiten Weg von der Ostsee auf sich, um die Schüler unserer Ausbildungseinrichtung zu besuchen und ihnen die Kunst der Gebärdensprache näherzubringen. Dies ist ein zusätzliches Angebot der Schule, welches mit einem Zertifikat abschließt.

Von vielen ihrer Mitschüler werden die Hep’s (Heilerziehungspfleger) deshalb beneidet, denn nur wer diesen Beruf erlernt, kommt in den Genuss dieser besonderen Zusatzausbildung.

„Die Gebärdensprache ist eine ganz wunderschöne, räumlich-visuelle Sprache“, erklärt Frau Röth, und unterstreicht, dass durch den erforderlichen körperlichen Einsatz diese Sprache nicht nur für Gehörlose sehr eindrucksvoll ist sondern auch für Hörende.

Auf die Frage warum sich Heilerziehungspfleger mit dieser Sprachform beschäftigen sollten, merkt Frau Röth an, „dass gerade Heilerziehungspfleger Empathie empfinden können mit Menschen, die eine Behinderung haben, und dazu gehören Gehörlose ganz besonders. Diese Behinderung besitzt in unserem Land keine Lobby wie z. B. in den USA und Frankreich, wo Gehörlose viel intensiver gefördert und unterstützt werden.“

Man kann sich kaum vorstellen, dass die Gebärdensprache in Deutschland erst 2002 vollständig anerkannt wurde. Dabei gibt es hier etwa 80.000 Gehörlose (schwerhörige und altersschwerhörige Menschen nicht eingerechnet). Ein beträchtlicher Bedarf an entsprechenden Fachkräften besteht also.

Beobachtet man die Schüler beim Üben und Erlernen der Gebärden, stellt man sehr schnell fest, dass sich das Körperbewusstsein deutlich verändert. Die Teilnehmer empfinden die eigene Mimik und Gestik viel stärker. Es macht ihnen sichtlich Spaß, und sie sind stolz diese Sprache beherrschen zu lernen. Frau Röth ist sich sicher, dass die zukünftigen Heilerziehungspfleger offener auf gehörlose Menschen zugehen werden. „Dabei ist es nicht so leicht den Anforderungen gerecht zu werden“, so die Schüler der Klasse Hep 11. Frau Röth stellt hohe Anforderungen, und da muss auch schon mal in der Freizeit geübt werden.

Auf die Frage hin, welche Erfahrungen Sylvia Röth mit den Auszubildenden der pro vita Akademie in den Jahren ihrer Zusammenarbeit gesammelt hat, sagte sie: „In den vielen Jahren meiner Tätigkeit habe ich sehr fleißige, disziplinierte und ehrgeizige Schüler gefunden. Ich komme sehr gern in die pro vita Akademie, und bin immer wieder überrascht, mit welcher Freude diese Schüler arbeiten. Sie sagen zwar nach jedem Tag, dass sie fix und fertig sind, aber das merkt man ihnen am nächsten nicht mehr an. Sie haben ja gar keine Zeit zu entspannen, da eine ständige Anspannung des Körpers mit sehr intensivem Blickkontakt nötig ist. Es gibt viele Gebärden, und diese sind nicht einfach zu lernen. Aber unzufrieden war ich mit noch keiner Klasse.“

Und wie alle Heilerziehungspfleger zuvor stellte diesmal auch die Hep11 am Ende des einwöchigen Kurses Schülern, anderer Ausbildungsberufe, ihre Ergebnisse in Form eines kleinen Programms vor. Lust zum Mitmachen zu wecken oder die Gebärdensprache selbst zu erlernen ist dabei das Ziel der kleinen Aufführung im schuleigenen Studiotheater. „Ich finde, was die Schüler heute zeigen, … da bin ich richtig begeistert“, so das abschließende Urteil von Sylvia Röth. Und sie wird wiederkommen, da sind sich alle ganz sicher. Schulleitung, Schüler und vielleicht auch Sie liebe Leser, wenn Sie Lust auf diesen Beruf bekommen haben sollten.

Und das ist längst nicht alles, was die Ausbildung zu bieten hat: neben vielen fachspezifischen Unterrichtsfächern bieten sich auch Möglichkeiten für praktische Aktivitäten. So spielen die Schüler der Hep11 im April und Mai für Kindereinrichtungen der Region das Musical vom „Ritter Rost“.

Ihr Interesse wurde geweckt? Dann kommen Sie uns doch einfach in der Geschwister-Scholl-Str. 14 besuchen, oder informieren Sie sich unter 03631/988665 .
Uwe Rüdiger
Autor: red

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