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So, 10:15 Uhr
28.04.2013

Vorbehalte gegenüber dem Islam

Rund 85 Prozent der Menschen in Deutschland sagen, dass man allen Religionen gegenüber offen sein sollte – in den westlichen Bundesländern sind es sogar 87 Pro­zent. Auch der Aussage, dass jede Religion einen wahren Kern hat, stimmen 67 Prozent der Bevölke­rung zu. Und 60 Prozent der Befragten empfinden die wachsende religiöse Vielfalt als eine Bereicherung. Allerdings erkennen noch mehr Befragte (64 Prozent) darin eine Ursache für Konflikte...


Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung. Für die repräsentative Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung von Religion und Werten wurden in Deutschland sowie in zwölf anderen Ländern umfangreiche Daten erhoben.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Zentren hoher Religiosität heute außerhalb Europas lie­gen: die Türkei (82 Prozent), Brasilien (74 Prozent) Indien (70 Prozent) und die USA (67 Prozent) weisen die größten Anteile derjenigen auf, die angeben „mittel“, „ziemlich“ oder „sehr religiös“ zu sein. In Schweden (28 Prozent) und Israel (31 Prozent) liegt dieser Wert am niedrigsten. Deutsch­land liegt mit 57 Prozent der Personen, die dies angeben, in der Mitte (Ostdeutschland 26 Pro­zent, Westdeutschland 64 Prozent).



Doch auch in Deutschland und Europa ist die Mehrheit der Menschen religiös. „Religion ist ein wesentlicher Faktor für das Denken und Handeln der Menschen, denn sie gibt Orientierung und Sinn“, betont Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung. Man solle aber nicht vergessen, dass unterschiedliche Religionen, wenn sie aufeinanderstoßen, auch Konfliktpotenzial besitzen.

So sehen 51 Prozent der Befragten in Deutschland den Islam eher als Bedrohung an, in Ostdeutschland, wo es kaum Muslime gibt, sind sogar 57 Prozent dieser Auffassung. Auch das Judentum halten 19 Prozent der Befragten in Deutschland für eine Bedrohung. „Für die negative Einschätzung nicht-christlicher Religionen sind offenbar echte Begegnungen weniger entschei­dend als die Stereotype, die über sie verbreitet werden“, erklärt Stephan Vopel, Programmleiter der Bertelsmann Stiftung. „Die Daten des Religionsmonitors belegen, dass der persönliche Kontakt mit Menschen anderer Religionen eng verbunden ist mit einer höheren Aufgeschlossenheit ihnen gegenüber.“

Insgesamt fällt auf, dass die Ablehnung des Islam ein Phänomen der westlichen Welt zu sein scheint. So fühlen sich die Menschen auch in Spanien (60 Prozent), den USA (42 Prozent), der Schweiz (50 Prozent) und Israel (76 Prozent) vom Islam bedroht; deutlich weniger stark dagegen jene in Südkorea (16 Prozent) oder Indien (30 Prozent). Auf der anderen Seite nehmen 32 Pro­zent der Befragten in der Türkei und 27 Prozent der Israelis das Christentum als Bedrohung wahr. 50 Prozent der Befragten in Deutschland lehnen die Aussage ab, dass der Islam in die westliche Welt passe. Die höchsten Ablehnungswerte finden sich in Europa in Spanien mit 65 Prozent und in der Schweiz mit 58 Prozent, der niedrigste Wert findet sich in Großbritannien mit 45 Prozent.

Neben dem persönlichen Kontakt mit Menschen anderer Religionen hängen auch eine höhere Bildung sowie eine bessere wirtschaftliche Lage mit größerer Offenheit gegenüber anderen Religionen zusammen. Zudem wirkt der eigene Glaube als Brückenbauer: So neigen religiöse Menschen eher dazu, die zunehmende religiöse Vielfalt als Bereicherung wahrzunehmen.

Der Religionsmonitor macht noch ein Weiteres deutlich: Eine überwältigende Zustimmung zur Demokratie als Regierungsform und zur Trennung von Religion und Politik über alle Glaubensrichtungen hinweg. Hierin unterscheiden sich die Ergebnisse in Deutschland kaum von denen der übrigen untersuchten Länder. Die höchste Zustimmung zur Demokratie findet sich in Schweden (95 Prozent), die niedrigste mit immerhin 79 Prozent in Großbritannien.

In Deutschland halten 88 Prozent der Christen, 79 Prozent der Muslime und 80 Prozent der Konfessionslosen die demokratische Regierungsform für gut. „Diese Antworten stimmen in Bezug auf die Stärke und Akzeptanz unseres Regierungssystems zuversichtlich“, analysiert Stephan Vopel. „Die Sorge, dass religiöse Dogmatiker und Fundamentalisten unsere Demokratien unterwandern könnten, erweist sich als unbegründet.“

Jenseits des breiten Konsenses zu demokratischen Grundwerten legt der Religionsmonitor unterschiedliche Haltungen zu ausgewählten ethischen Grundsatzfragen offen. Die Konfliktlinien verlaufen dabei zwischen den Religionen, aber auch zwischen den christlichen Konfessionen: So sprechen sich 62 Prozent der Protestanten für ein grundsätzliches Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch aus. Unter den Katholiken wie auch den Muslimen vertritt nur eine Minderheit diese Auffassung (46 bzw. 35 Prozent). Dass Homosexuelle die Möglichkeit haben sollten, zu heiraten, finden immerhin 70 Prozent der Katholiken und stellen sich damit gegen die Lehrmeinung ihrer eigenen Amtskirche. Unter den Muslimen ist die Zustimmung mit 48 Prozent deutlich geringer. Konfessionslose vertreten in allen Fragen eher liberale Positionen.

„Es ist eine der großen Herausforderungen moderner Gesellschaften, ein friedliches Miteinander der Menschen mit unterschiedlichen Werten und Überzeugungen zu ermöglichen“, betont die stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, Liz Mohn. Der Wandel hin zu mehr Vielfalt sei unumkehrbar, daher müsse die Kompetenz im Umgang damit gefördert wer­den. „Die persönliche Begegnung mit anderen Religionen ist dafür ein Türöffner, denn sie trägt zum besseren gegenseitigen Verstehen bei.“ Das gelte auch für ethische Konfliktthemen, bei de­nen die Meinungen weit auseinander gehen: „Hierfür brauchen wir geeignete öffentliche Räume, in denen diese Fragen gemeinsam diskutiert und verhandelt werden können.“

Der Religionsmonitor

Mit dem Religionsmonitor 2013 stellt die Bertelsmann Stiftung ein Instrument zur Verfügung, das es erlaubt, die Wechselwirkungen zwischen Religion, Werten und Zusammenhalt in der Gesell­schaft genauer zu beleuchten. An dem internationalen Projekt haben Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen mitgewirkt.

In die Auswertung sind Antworten von 14.000 Menschen aus 13 Ländern auf rund 100 Fragen eingeflossen. Ein zentraler Anspruch des Religionsmonitors ist es, durch wissenschaftliche Erkenntnisse die Verständigung zwischen den Religionen und den Dialog zwischen Religion und Gesellschaft zu befördern.
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
28.04.2013, 10:55 Uhr
Religionen via Demokratie und Gleichstellung
Religionen selbst sind nicht die Gefahr, sondern deren Anführer die sich für von Gott auserwählt halten und zum heiligen Krieg aufrufen. Es sind Radikale die eine Gefahr darstellen.
Ich selbst habe gegen keine Religion etwas, jedoch sind viele Länder in der Politik und Landesführung durch die Religion geprägt und dadurch auch die Werte des Menschen unterschiedlich angesehen.

Daher muss es unsere Politik endlich verstehen, dass nicht jeder hier lebende Muslime ein friedlicher frist, sondern es in Deutschland auch radikale Anführer gibt, die aus diesem Land unverzüglich zu entfernen sind, wenn Sie die Demokratie und Freiheit bedrohen.

Auf der anderen Seite müssen wir Bürger lernen, dass nicht jeder Anhänger der islamischen Religion ein radikaler Selbstmörder und Kriegshetzer ist. Der prozentuale Anteil der Hassprediger und Anhänger radikaler Islamisten ist gering. Das Nichteingreifen unserer Regierung gegen die radikalen führt zur Unsicherheit in der Bevölkerung und verhindert zu dem auch die sichere Eingliederung von Ausländern, die sich das freie und demokratische Deutschland als neue Heimat ausgesucht haben, wo Frauen die gleiche Rechte haben wie Männer.
Deutschland muss lernen hart durchzugreifen, ohne gleich als Nazi beschimpft zu werden.
-----7
28.04.2013, 11:08 Uhr
Glauben und glauben lassen
Jedem Menschen steht es frei, an das oder den zu glauben, wie er es will. Allerdings muss es auch jedem zustehen, nicht zu glauben. Ich z.B. habe keine Religion, denn ich glaube nicht an ein Überwesen. Bin ich aber deshalb kein Mensch?

Es sei jedem gegönnt, an das zu glauben, an was er will oder möchte. Aber einen Menschen zu denunzieren, nur weil er nicht glaubt, ist sicherlich auch nicht im Sinne einer Religion.

Der älteren Frau im Video muss ich Recht geben. Wenn der Glaube fanatisch wird, wird er zur Gefahr!

Ich jedenfalls glaube nicht an ein Überwesen, dessen Name mit dem Buchstaben "G" beginnt. Ich glaube mehr an die Kraft in mir und an mich selbst. Also kann ich definitiv auch nicht sagen, dass ich keinen Glauben habe. Widersprüchlich - oder nicht?

Dennoch möchte ich keinem seinen Glauben oder seine Religion madig machen. Jeder soll an das glauben, an was er will.
Wolfi65
28.04.2013, 12:20 Uhr
Glauben an sich selbst
An sich selbst glauben, ist schon einmal etwas, aber es ist manchmal zu wenig. Der Mensch muss mehr haben als sich selbst, wenn er z.B. sich in einer Krise befindet. Da kann die Familie und Freunde eine große Hilfe sein.

Fallen diese durch einen Schicksalsschlag plötzlich weg, dann steht man mit seinen Ängsten, Nöten und Problemen selber da. Wie gut ist es dann, wenn man noch etwas Anderes hat, woran man Glauben kann und mit dem Glauben nicht allein da steht.

Wer jetzt noch über meine Zeilen schmunzelt, wird dann eine Wende erleben, wenn ihm das Unglück ereilt. Man muss dazu sich nicht unbedingt jeden Sonntag um die selbe Zeit an einen bestimmten Ort treffen und auch nicht den Zehnten Teil seiner Einkünfte abgeben, um dazu zu gehören.

Man muss nur auf sein Innerstes hören und wird selbst seine Antwort finden.
Schönen Sonntag noch..
-----7
28.04.2013, 13:58 Uhr
Kein Schmunzeln
Herr Wolfi65 - diesmal gibt es kein Schmunzeln meinerseits über Ihre Zeilen, denn in vielen Punkten kann ich Ihnen Recht geben, was den Glauben an sich selbst betrifft.

Jenes von Ihnen besagtes "Unglück" oder sagen wir besser Schicksal hat mich ereilt. In 3 Jahren hatte ich 11 Operationen, von denen 2 unter Lebensgefahr stattfanden. Meine Familie war weit weg von mir. Aber nicht nur ich, sondern auch meine Familie hat fest an mich geglaubt. Nur so habe ich die insgesamt 305 Tage Krankenhausaufenthalt in den 3 Jahren überstehen können. Beim letzten lag ich hier im Südharz-Klinikum, da war meine Familie nah, aber das wollte ich nicht so. Wer will schon, dass die Familie einen leiden sieht?? Dann lieber im fernen Ludwigsburg, wo ich insgesamt 4x lag und mehrfach operiert wurde. Aufgrund der Entfernung von ca. 400 km konnte mich meine Familie dort nicht besuchen und leiden sehen. Hier in NDH schon. Sie konnten mich sogar besuchen, als ich nichts mitbekam - sprich ich habe auf der Intensivstation im künstlichen Koma gelegen. Aber sie haben alle an mich geglaubt, brauchten kein "Überwesen" anbeten - auch haben sie mich danach bekehrt, wieder von Baden-Württemberg nach Thüringen umzuziehen. Mir und meinem Leben geht es seither besser. Meine unheilbare Krankheit und meine Behinderung habe ich zwar noch, aber mir und meinem Leben geht es seit dem Umzug besser als ich zu glauben vermochte. Es werden sicher noch einige OPs folgen, aber ich weiß - nicht nur ich, sondern die Familie glaubt an mich. Im Gegenzug glaube ich natürlich auch an die Kraft jedes Mitgliedes meiner Familie. Für mich ist das der Sinn des Glaubens und nicht ein Glaube an ein "Überwesen" mit dem Anfangsbuchstaben "G".
Grenzwald
28.04.2013, 18:58 Uhr
Ich glaube an Gott
Ich war 14 Jahre als ich Knochenkrebs bekam und ich habe erlebt das Glaube Berge versetzen kann.
Ich habe erlebt das es einen Gott gibt der Menschen liebt. Ohne diese Hoffnung hätte ich dies nicht überlebt. Ich kämpfte ca. 20 Jahre und habe gesiegt. Aus einem Sozialfall (Rentner 14 Jahre lang) bin ich jetzt geheilt, habe eine Familie, 3 Kinder und arbeite seit 14 Jahren wieder voll. Ohne Gott, ohne sein Wirken wäre ich nicht mehr.
Jeder hat das Recht zu glauben wie er will, jeder hat das Recht sich einen Platz zu suchen wo er hingehört. Nur alles Extreme ist abzulehnen, wer zu Gewalt aufruft oder Gewalt praktiziert kennt Gott nicht. Wer Frauen unterdrückt, die Rechtsordnung missachtet, Andersgläubige bedroht den sollten schnellstens die Grenzen des Rechtsstaat gezeigt werden.
Gesetze sind dazu da eingehalten zu werden egal ob es einen gefällt oder nicht.

Ich bin froh noch eine moralische Instanz über mir zu haben auf die ich schauen kann und nach der ich mich richte. Zum Glück bin nicht ich der Mittelpunkt der Erde.
Retupmoc
29.04.2013, 09:58 Uhr
Unsinn, Verdunkelung und Verdummung
Vorbehalte gegenüber dem Islam sind unsinnig. Wie überall gibt es auch in den betreffenden Ländern anständige Menschen und solche, die mit Hass, Gewalt und Terror ihre Ansicht durchsetzen wollen.

Auch im Islam ist es so, das der Anteil der Anständigen klar über denen der Anderen liegt. Außerdem muss sich das Christentum nicht einbilden, das es einen Deut besser wäre. Reden wir nicht über Hexenverbrennungen oder Kreuzzüge. Das können wir in der Neuzeit sehen, wenn Priester Kinder mißbrauchen oder Christen mit Bomben und Gewehren in vielen Teilen der Welt ihre westliche Weltanschauung durchsetzen wollen.

Das zum Thema Unsinn. Kommen wir nun zum Thema Verdunkelung und Verdummung. Und sind damit u.a. in Nordhausen. Wenn man jahrelang in dieser Stadt vertuscht, das ein Hassprediger zu Gewalt und Terror aufruft ist das für mich Verdunkelung. Wenn ich dann lese, das Herr Kube ( ja der Herr Kube der sonst nur rechte Taten sieht ) seit Jahren Bescheid wusste und sich dazu nicht geäußert hat - dann ist das für mich eine Frechheit. Das ist ihre Doppelmoral Herr Kube.

Die Nordhäuser haben ein Recht zu wissen, welche gefährlichen Leute als Nachbarn neben ihnen wohnen. Ich frage mich auch, wie jemand in der Stadt leben kann, der die deutsche Sprache nicht kann. Woher bezieht so jemand seinen Unterhalt. Hoffentlich nicht durch das Jobcenter? Wenn ja, wieso saß der Mann nie in einem Deutschkurs? So fängt die Verdummung an und gibt den "Rechten" wieder schön Futter. Warum darf man in diesem Staat nicht mehr die Wahrheit sagen, ohne in die rechte Ecke gedrängt zu werden? Warum wird die Bevölkerung nicht informiert? Und wieso ist dieser Mensch immer noch in Deutschland?

So muß man sich über derartige Umfragewerte nicht wundern. Die Leidtragenden sind die ausländischen Mitbürger, die hier in Frieden und MIteinander leben und arbeiten wollen.
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