eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 10:56 Uhr
04.08.2013

Jeder zweite in Thüringen

Jeder zweite Schüler geht in Thüringen ganztags zur Schule. Im Schuljahr 2011/12 nutzten 82.208 Kinder und Jugendliche Ganztagsangebote. Das sind 51 Prozent aller thüringischen Schüler und etwas weniger als im Schuljahr zuvor (52,6 Prozent). Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor...


Damit liegt Thüringen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 30,6 Prozent. Gebundene Ganztagsangebote hingegen sind in Thüringen unterdurchschnittlich vorhanden – der gebundenen Form attestieren Wissenschaftler das größte Potenzial, für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen.

Anzeige symplr (1)
Wie die Studie des Essener Bildungsforschers Professor Klaus Klemm zeigt, bewegt sich Thüringen im Ländervergleich mit seiner Quote der Ganztagsschüler in der Spitzengruppe: Zwar noch deutlich hinter Spitzenreiter Sachsen (78,5 Prozent), aber vor den meisten anderen Bundesländern und Schlusslicht Bayern (11,4 Prozent).

GRafik (Foto: Bertelsmann Stiftung) GRafik (Foto: Bertelsmann Stiftung)

Allerdings liegt auch das Thüringer Ganztagsschulangebot noch hinter dem Elternbedarf – zumindest, wenn man bundesweit repräsentative Umfragen zum Maßstab nimmt. Bereits 2010 hatte infratest dimap im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ermittelt, dass 63 Prozent der Eltern sich für ihr Kind den Besuch einer Ganztagsschule wünschen. Im vergangenen Jahr war dieser Wert nach einer Erhebung von TNS Emnid bereits bei 70 Prozent angelangt.

Lediglich 12,7 Prozent der Schüler (Vorjahr: 12,9 Prozent) und damit der kleinere Teil der Ganztagsschüler besuchen in Thüringen eine gebundene Ganztagsschule. Damit liegt Thüringen knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 13,7 Prozent. Im Vergleich zur offenen Ganztagsschule, in der den Schülern die Nutzung der Nachmittagsangebote frei steht, gelten in der gebundenen Ganztagsschule für alle Schüler einer Klasse dieselben Unterrichtszeiten.

Nach wissenschaftlichen Studien bietet dieses Modell die besten Möglichkeiten, das soziale und kognitive Lernen zu fördern – und damit auch Benachteiligungen von Kindern aus bildungsfernen Familien zu verringern. Zudem ermöglicht der gebundene Ganztag eher, zwischen Konzentrations- und Entspannungsphasen abzuwechseln und den starren 45-Minuten-Takt aufzubrechen. „In der offenen Ganztagsschule konzentriert sich der Unterricht weiterhin auf den Vormittag, während nachmittags nur Betreuung möglich ist. Das mag berufstätigen Eltern entgegenkommen, dem Lernerfolg der Kinder hilft das weniger“, so Dräger.

Dräger bekräftigte deshalb den Vorschlag der Bertelsmann Stiftung, jedem Schüler einen Rechtsanspruch auf den Besuch einer Ganztagsschule einzuräumen: „Ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ist der entscheidende Hebel für eine staatliche Investitionsoffensive.

Die Länder brauchen auch gemeinsame Qualitätsstandards, damit die Ganztagsschule überall ihre Potenziale für mehr Chancengerechtigkeit entfalten kann.“ Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hatte im vergangenen Jahr die Kosten für einen flächendeckenden Ausbau der gebundenen Ganztagsschule in Thüringenauf jährlich 223 Millionen Euro beziffert.
Autor: red

Downloads:

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)