Di, 15:27 Uhr
20.08.2013
Sondershausen im Test
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hat im Rahmen einer Studie untersucht, ob und wie die 13 Mittelzentren Nord- und Mittelthüringens für die Zukunft gerüstet sind. Anhand von 42 Indikatoren, welche ausschließlich auf statistischem Material beruhen, erfolgte ein Städtevergleich. Hier die Meldung zu Sondershausen, die in einigen Punkten überraschte.
Die Bevölkerung des Freistaats Thüringen schrumpft, wird aber gleichzeitig immer älter. Die ländlichen Räume dünnen merkbar aus. Vor allem junge Menschen verlassen die Dörfer und Kleinstädte, weil dort für sie die Zukunftsperspektiven fehlen, erklärt Udo Rockmann, Leiter des Regionalen Service-Centers Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Artern der IHK Erfurt. Der Fokus richte sich daher immer stärker auf die zentralen Orte, vor allem die Mittelzentren, weil dort harte und weiche Standortfaktoren vorgehalten werden können, die das Umfeld teilweise schon jetzt nicht mehr aufweise. Zudem stehen sie untereinander in einem Wettbewerb um Investoren, Touristen und Einwohner. Da bislang keine vergleichenden Studien existieren, habe die IHK Erfurt erstmals eine empirische Untersuchung vorgenommen. Mit dieser wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der 13 Städte erstellt, die laut Rockmann interessante Ergebnisse hervorbrachte.
Im hinteren Mittelfeld des Gesamtergebnisses - auf Platz 9 - findet sich Sondershausen wieder. Im Themenbereich Wirtschaft erhielt die Stadt beim Indikator Veränderung der Arbeitslosenzahl eine Zweitplatzierung, da die Zahl der Arbeitslosen im Zeitraum 2012 zu 2008 um 30,1 Prozent sank. Beim Vergleich der Unternehmenszahl je 1.000 Einwohner erreichte Sondershausen allerdings nur den vorletzten Platz.
Zwar habe die Stadt ihre Übernachtungszahlen im Vergleich 2012 zu 2001 um satte 338 Prozent steigern können und nahm damit die Spitzenposition ein. Jedoch liegt die Residenzstadt im touristischen Umfeld, nämlich bei den gastronomischen Angeboten, auf dem letzten Rang im Städtevergleich. Dieses Missverhältnis gefährdet die Erfolge bei der Verweildauer der Urlauber, so der RSC-Leiter.
In der Kategorie Kommunale Standortbedingungen habe Sondershausen im Durchschnitt einen guten 3. Platz belegt. Insbesondere die geringe Pro-Kopf-Verschuldung, die sich auf 450 € je Einwohner beläuft, und eine hohe Steuereinnahmekraft attestieren den Stadtvätern gute Handlungsspielräume für den Haushalt. Große Defizite brachten die Resultate im Bereich Soziale Infrastruktur hervor. Hier hat Sondershausen quantitativ großen Nachholbedarf sowohl bei der Kinderbetreuung als auch bei den Betreuungsplätzen für Senioren, konstatiert Rockmann.
Zur Herangehensweise an die Studie erläutert Rockmann, dass aus einer Vielzahl statistischer Angaben zu den Mittelzentren 42 Indikatoren ausgewählt und sieben Themenbereichen zugeordnet wurden. Neben der Untersuchung wirtschaftsrelevanter Faktoren standen auch die Bevölkerung, die Verkehrs- und die soziale Infrastruktur im Fokus. Sowohl für die Einzelindikatoren als auch die jeweiligen Themenbereiche erfolgte neben einer Punktevergabe auf einer Skala von 0 bis 100 eine farbliche Kennzeichnung entsprechend einer Ampel. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses wurden je Stadt die Mittelwerte der sieben Themenbereiche herangezogen beschreibt Rockmann das Ranking. Aus den Gesamtergebnissen haben wir entsprechende Schlussfolgerungen formuliert, um den politischen Entscheidern Handlungsempfehlungen zu geben resümiert Rockmann. Die Studie solle, so der IHK-Vertreter, den Diskussionsprozess konstruktiv begleiten und Bereiche aufzeigen, in denen die Politik in Form aktiver Wirtschaftshilfe positive Impulse setzten könne.
Autor: khhDie Bevölkerung des Freistaats Thüringen schrumpft, wird aber gleichzeitig immer älter. Die ländlichen Räume dünnen merkbar aus. Vor allem junge Menschen verlassen die Dörfer und Kleinstädte, weil dort für sie die Zukunftsperspektiven fehlen, erklärt Udo Rockmann, Leiter des Regionalen Service-Centers Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Artern der IHK Erfurt. Der Fokus richte sich daher immer stärker auf die zentralen Orte, vor allem die Mittelzentren, weil dort harte und weiche Standortfaktoren vorgehalten werden können, die das Umfeld teilweise schon jetzt nicht mehr aufweise. Zudem stehen sie untereinander in einem Wettbewerb um Investoren, Touristen und Einwohner. Da bislang keine vergleichenden Studien existieren, habe die IHK Erfurt erstmals eine empirische Untersuchung vorgenommen. Mit dieser wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der 13 Städte erstellt, die laut Rockmann interessante Ergebnisse hervorbrachte.
Im hinteren Mittelfeld des Gesamtergebnisses - auf Platz 9 - findet sich Sondershausen wieder. Im Themenbereich Wirtschaft erhielt die Stadt beim Indikator Veränderung der Arbeitslosenzahl eine Zweitplatzierung, da die Zahl der Arbeitslosen im Zeitraum 2012 zu 2008 um 30,1 Prozent sank. Beim Vergleich der Unternehmenszahl je 1.000 Einwohner erreichte Sondershausen allerdings nur den vorletzten Platz.
Zwar habe die Stadt ihre Übernachtungszahlen im Vergleich 2012 zu 2001 um satte 338 Prozent steigern können und nahm damit die Spitzenposition ein. Jedoch liegt die Residenzstadt im touristischen Umfeld, nämlich bei den gastronomischen Angeboten, auf dem letzten Rang im Städtevergleich. Dieses Missverhältnis gefährdet die Erfolge bei der Verweildauer der Urlauber, so der RSC-Leiter.
In der Kategorie Kommunale Standortbedingungen habe Sondershausen im Durchschnitt einen guten 3. Platz belegt. Insbesondere die geringe Pro-Kopf-Verschuldung, die sich auf 450 € je Einwohner beläuft, und eine hohe Steuereinnahmekraft attestieren den Stadtvätern gute Handlungsspielräume für den Haushalt. Große Defizite brachten die Resultate im Bereich Soziale Infrastruktur hervor. Hier hat Sondershausen quantitativ großen Nachholbedarf sowohl bei der Kinderbetreuung als auch bei den Betreuungsplätzen für Senioren, konstatiert Rockmann.
Zur Herangehensweise an die Studie erläutert Rockmann, dass aus einer Vielzahl statistischer Angaben zu den Mittelzentren 42 Indikatoren ausgewählt und sieben Themenbereichen zugeordnet wurden. Neben der Untersuchung wirtschaftsrelevanter Faktoren standen auch die Bevölkerung, die Verkehrs- und die soziale Infrastruktur im Fokus. Sowohl für die Einzelindikatoren als auch die jeweiligen Themenbereiche erfolgte neben einer Punktevergabe auf einer Skala von 0 bis 100 eine farbliche Kennzeichnung entsprechend einer Ampel. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses wurden je Stadt die Mittelwerte der sieben Themenbereiche herangezogen beschreibt Rockmann das Ranking. Aus den Gesamtergebnissen haben wir entsprechende Schlussfolgerungen formuliert, um den politischen Entscheidern Handlungsempfehlungen zu geben resümiert Rockmann. Die Studie solle, so der IHK-Vertreter, den Diskussionsprozess konstruktiv begleiten und Bereiche aufzeigen, in denen die Politik in Form aktiver Wirtschaftshilfe positive Impulse setzten könne.
