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Sa, 09:24 Uhr
21.09.2013

Forum: Nachdenkliche Zahlen

Zu wenig Berufsschüler, zu kleine Klassen, Ausbildungsklassen werden nicht zugelassen, für viele Berufsschüler eine teuflische Spirale. Dazu die Meinung einer Leserin der Nordthüringer Online-Zeitungen...


Am Mittwoch konnten in den Nordthüringer Online-Zeitungen lesen, dass zum Start des Ausbildungsjahres in Thüringen 39 Berufsschulklassen nicht, wie zuvor geplant, eröffnet worden sind. Grund sind die, selbst im Vergleich zum vergangenen Jahr, immer noch stark gesunkenen Schülerzahlen. 142 Klassen besitzen teilweise weniger als 15 Schüler.

Wer finanziert das eigentlich? Meines Wissens nach gibt es die Regelung, dass eine Klassenstärke von mindestens 18 - 20 Schülern erreicht werden muss, um eine ausgewogene Finanzierung abzusichern. Und trotzdem werden dieses Schuljahr 103 Klassen genehmigt, die an diese Zahl bei Weitem nicht heran kommen. Das Ministerium begründet dies damit, dass negative Auswirkungen auf Schüler so gering wie möglich gehalten werden sollen. Der Gedanke ist sicherlich richtig.

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Aber: Wenn man als verantwortliches Ministerium die demografische Entwicklung bei der Planung im Blick hat, dürften einen diese niedrigen Zahlen eigentlich nicht immer wieder aufs Neue verwundern. Im Gegenteil! Da auch im Schuljahr 2012/2013 bereits etliche unterfrequentierte Berufsschulklassen nicht eröffnet wurden, unter anderem betraf es auch die Staatliche Berufsbildende Schule in der Nordhäuser Morgenröte, musste in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen gerechnet werden.

Wäre es da nicht besser und vor allem den Jugendlichen gegenüber auch ehrlicher, wenn im Vorfeld darauf hingewiesen wird, dass sie mit einer Schließung der Klasse oder einem anderen Ausbildungsort als gewünscht rechnen müssen? Dann wären die ins Feld geführten negativen Auswirkungen nicht relevant und der Steuerzahler müsste nicht wieder eine Finanzhilfe leisten, die bei objektiver Planung gar nicht notwendig wäre.

Oder geht es letztlich vielleicht auch darum, Schulstandorte unbedingt halten zu wollen, obwohl diese finanziell gar nicht mehr tragbar sind?
Tanja Ziegler, Nordhausen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
black
21.09.2013, 21:22 Uhr
SBBS Morgenröte
Die genannten Fakten in dem Artikel stimmen schon nachdenklich. Besonders dann, wenn man bedenkt, dass an den allgemein bildenden Schulen in Thüringen Lehrermangel herrscht und wenig bis keine Lehrer neu eingestellt werden, mit der Begründung nicht ausreichender Finanzen im Haushalt. Im Gegensatz dazu laufen aber an berufsbildenden Schulen Klassenstärken von 13 Schülern, wie zum Beispiel in einem Bereich der Nordhäuser Morgenröte, obwohl der Gesetzgeber 20 Schüler pro Klasse vorschreibt. Es wird hier also mit zweierlei Maß gemessen. Allgemein bildende Schulen können von solchen Schülerzahlen nur träumen. Eine weiterer Punkt ist natürlich, ob man solche Klassen erst einmal einrichtet ohne zu wissen, ob die Berufsschüler ihre Ausbildung überhaupt weiterführen können. Es ist also scheinheilig von den Verantwortlichen, Ausbildungsbereiche erst einmal anzubieten, von denen man erwarten muss, dass sie eventuell wieder geschlossen werden müssen (siehe vergangenes Schuljahr).
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