Mi, 12:21 Uhr
25.09.2013
O'zapft is!
Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude stach das erste Bierfass zur Eröffnung des 180. Oktoberfestes an. Seit 1810 wird das weltweite größte Volksfest in der Hauptstadt Bayerns gefeiert. Doch woher rührt eigentlich diese Tradition? Die Thüringer Fachstelle Suchtprävention wollte es genau wissen...
... und hat nachgeforscht, warum Menschen aus aller Welt anreisen, um das traditionelle Märzenbier zu kosten.
Der Hintergrund ist folgender: 1553 wurde festgelegt, dass nur zwischen dem Tag des Heiligen Michaels (29. September) und dem Tag des Heiligen Georgs (23. April) Bier gebraut werden durfte. Um ab dem Frühjahr bis zur nächsten Brausaison im Herbst nicht aufs Bier verzichten zu müssen, braute man im März ein besonders haltbares Bier.
Dies erreichte man durch Erhöhung des Gehalts an Stammwürze und Alkohol und durch stärkere Hopfung. Bier wurde damals in tiefen Felsenkellern gelagert. Um den Keller und seinen Zugang vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man Rosskastanien darüber, die dank ihrer großen Blätter reichlich Schatten spendeten, mit ihren flachen Wurzeln jedoch keine Gefahr für die Kellerdecke darstellten. Eher beiläufig entwickelte sich so aus dem jeweiligen Brauereiausschank der heute typische bayerische Biergarten bzw. der fränkische Bierkeller, zu deren vertrauter Optik noch immer ausladende Kastanienbäume gehören.
Da das im März gebraute stärkere Bier am längsten haltbar war, wurde es zuletzt, nämlich kurz vor der neuen Brausaison, verbraucht, weshalb früher das Bier auf dem Oktoberfest ein Märzenbier war. Heute ist das auf der Wiesn ausgeschenkte Bier heller und hat wie seine Vorgänger einen erhöhten Alkoholgehalt, ca. 6 bis 7 Prozent. Die meisten Biersorten liegen in der Regel bei 4,5 bis 6 Prozent Alkohol.
Da die Biertrinker den hohen Alkoholgehalt des Wiesn-Bieres nicht gewohnt sind, zeigt ihr übliches Trinkverhalten schneller Wirkung. Bei ca. sechs Millionen Maß Bier, die in den zwei Festwochen über die Theke gehen, kann es da leicht zu Raufereien kommen. Das Bayerische Rote Kreuz versorgte 2012 auf dem Oktoberfest 827 Betrunkene, 2011 waren es noch 777. Auf der Sanitätsstation mussten rund 8400 Wiesn-Besucher und -Mitarbeiter behandelt werden.
Die Polizei zählte mehr als 2000 Einsätze, das ist ein Anstieg um 3,5 Prozent. 1400 Straftaten wurden registriert. Insgesamt kam es zu 66 Maßkrugschlägereien. Im Bereich Jugendschutzgesetz gab es im Jahr 2012 100 Anzeigen. 64 Jugendliche habe ihre Strafe in Form von Sozialdienst abgearbeitet. Die anderen zahlten eine Verwaltungsstrafe von bis zu 500 Euro.
Auch in diesem Jahr wird die Polizei in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft St. Veit verstärkt Kontrollen bei Jugendlichen durchführen. "Wir wollen damit niemandem aufsitzen, sondern präventiv tätig sein", sagt Bezirkspolizeikommandant Horst Jessenitschnig.
Dem kann die Thüringer Fachstelle Suchtprävention nur zustimmen. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen sollte an diesen Tagen oberste Priorität haben. Jeder Besucher des Münchner Oktoberfestes soll seinen Spaß haben, auch Kinder und Jugendliche, denn es gibt dort viel zu erleben. Letztere aber eben ohne Alkohol.
Aber nun noch mal zur Geschichte. Das Land Thüringen spielt für das Oktoberfest nämlich eine ausschlaggebende Rolle: Prinzessin Therese, eine Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen und somit eine Thüringerin, heiratete am 12. Oktober 1810 Kronprinz Ludwig. Anlässlich dieser Hochzeit veranstaltete der Bankier und Major Andreas Michael Dall’Armi auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens ein großes Pferderennen.
Seitdem heißt das Gelände Theresienwiese, woher die mundartliche Bezeichnung Wiesn für das Oktoberfest stammt. Auch hier zu Lande wird der Herbst mit dem Oktoberfest eingeläutet, u. a. feiern es die Thüringer in Nordhausen und in Erfurt. Auch hier sind die Wirte aufgerufen darauf zu achten, dass der Jugendschutz eingehalten wird, denn niemand hat etwas dagegen zu feiern und Alkohol zu trinken, doch wenn es um unsere Kinder geht, sollten wir alle die Augen offen halten.
Autor: red... und hat nachgeforscht, warum Menschen aus aller Welt anreisen, um das traditionelle Märzenbier zu kosten.
Der Hintergrund ist folgender: 1553 wurde festgelegt, dass nur zwischen dem Tag des Heiligen Michaels (29. September) und dem Tag des Heiligen Georgs (23. April) Bier gebraut werden durfte. Um ab dem Frühjahr bis zur nächsten Brausaison im Herbst nicht aufs Bier verzichten zu müssen, braute man im März ein besonders haltbares Bier.
Dies erreichte man durch Erhöhung des Gehalts an Stammwürze und Alkohol und durch stärkere Hopfung. Bier wurde damals in tiefen Felsenkellern gelagert. Um den Keller und seinen Zugang vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, pflanzte man Rosskastanien darüber, die dank ihrer großen Blätter reichlich Schatten spendeten, mit ihren flachen Wurzeln jedoch keine Gefahr für die Kellerdecke darstellten. Eher beiläufig entwickelte sich so aus dem jeweiligen Brauereiausschank der heute typische bayerische Biergarten bzw. der fränkische Bierkeller, zu deren vertrauter Optik noch immer ausladende Kastanienbäume gehören.
Da das im März gebraute stärkere Bier am längsten haltbar war, wurde es zuletzt, nämlich kurz vor der neuen Brausaison, verbraucht, weshalb früher das Bier auf dem Oktoberfest ein Märzenbier war. Heute ist das auf der Wiesn ausgeschenkte Bier heller und hat wie seine Vorgänger einen erhöhten Alkoholgehalt, ca. 6 bis 7 Prozent. Die meisten Biersorten liegen in der Regel bei 4,5 bis 6 Prozent Alkohol.
Da die Biertrinker den hohen Alkoholgehalt des Wiesn-Bieres nicht gewohnt sind, zeigt ihr übliches Trinkverhalten schneller Wirkung. Bei ca. sechs Millionen Maß Bier, die in den zwei Festwochen über die Theke gehen, kann es da leicht zu Raufereien kommen. Das Bayerische Rote Kreuz versorgte 2012 auf dem Oktoberfest 827 Betrunkene, 2011 waren es noch 777. Auf der Sanitätsstation mussten rund 8400 Wiesn-Besucher und -Mitarbeiter behandelt werden.
Die Polizei zählte mehr als 2000 Einsätze, das ist ein Anstieg um 3,5 Prozent. 1400 Straftaten wurden registriert. Insgesamt kam es zu 66 Maßkrugschlägereien. Im Bereich Jugendschutzgesetz gab es im Jahr 2012 100 Anzeigen. 64 Jugendliche habe ihre Strafe in Form von Sozialdienst abgearbeitet. Die anderen zahlten eine Verwaltungsstrafe von bis zu 500 Euro.
Auch in diesem Jahr wird die Polizei in Zusammenarbeit mit der Bezirkshauptmannschaft St. Veit verstärkt Kontrollen bei Jugendlichen durchführen. "Wir wollen damit niemandem aufsitzen, sondern präventiv tätig sein", sagt Bezirkspolizeikommandant Horst Jessenitschnig.
Dem kann die Thüringer Fachstelle Suchtprävention nur zustimmen. Der Schutz der Kinder und Jugendlichen sollte an diesen Tagen oberste Priorität haben. Jeder Besucher des Münchner Oktoberfestes soll seinen Spaß haben, auch Kinder und Jugendliche, denn es gibt dort viel zu erleben. Letztere aber eben ohne Alkohol.
Aber nun noch mal zur Geschichte. Das Land Thüringen spielt für das Oktoberfest nämlich eine ausschlaggebende Rolle: Prinzessin Therese, eine Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen und somit eine Thüringerin, heiratete am 12. Oktober 1810 Kronprinz Ludwig. Anlässlich dieser Hochzeit veranstaltete der Bankier und Major Andreas Michael Dall’Armi auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens ein großes Pferderennen.
Seitdem heißt das Gelände Theresienwiese, woher die mundartliche Bezeichnung Wiesn für das Oktoberfest stammt. Auch hier zu Lande wird der Herbst mit dem Oktoberfest eingeläutet, u. a. feiern es die Thüringer in Nordhausen und in Erfurt. Auch hier sind die Wirte aufgerufen darauf zu achten, dass der Jugendschutz eingehalten wird, denn niemand hat etwas dagegen zu feiern und Alkohol zu trinken, doch wenn es um unsere Kinder geht, sollten wir alle die Augen offen halten.
