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So, 12:50 Uhr
29.09.2013

Zu Gast: Kammerorchester Sankt Gallen

und der Glarner Kammerchor. Sondershausen darf sich nächsten Sonntag auf ein außergewöhnliches Konzertereignis unter dem Thema „Bach-Stölzel“ freuen. Hier kn mit den Einzelheiten


Das Kammerorchester Sankt Gallen mit den Solisten Rosemary Yiameos, Oboe, und Eveleen Olsen, Violine und der Glarner Kammerchor, unter den Dirigenten Katharina Jud und Mathias Kleiböhmer, treten am Sonntag, den 6. Oktober 2013, 17.00 Uhr im Achteckhaus von Schloss Sondershausen auf.

Kammerorchester St. Gallen (Foto: Kammerorchester St. Gallen) Kammerorchester St. Gallen (Foto: Kammerorchester St. Gallen)

Zum Programm

In seinem siebenten Programm reist das Schweizer kammerorchester sankt gallen ins frühe 18. Jahrhundert. Zusammen mit dem Glarner Kammerchor präsentiert das junge Orchester Werke der Zeitgenossen Johann Sebastian Bach, Gottfried Heinrich Stölzel und Johann Pisendel. Ersterer ist heute hoch geachtet, die anderen Beiden sind stark in Vergessenheit geraten. Initiiert wurde dieses Projekt durch die musikalische Bekanntschaft der beiden Dirigenten, die hier nun zum ersten Mal ihren Chor und ihr Orchester zusammenführen. Der musikalische Inhalt dieser Konzerte liegt in der Liebe Kleiböhmers zu Bach, seiner geografischen Heimat und dessen Kultur begründet. Chor und Orchester gehen nach drei heimatlichen Schweizer Konzerten auf kurze Reise nach Pirna (Dresden) und Sondershausen.

Das junge semi-professionelle kammerorchester sankt gallen begeistert im dritten Jahr seines Bestehens unter der Leitung seines Dirigenten Mathias Kleiböhmer und Eveleen Olsen als Konzertmeisterin mit themenbezogenen Programmen. Nach „Frühling“, „Italien 1725“, „Pantalon“ u.a. zeigt sich das Publikum begeistert von der zupackenden, frischen Interpretation klassischer Musik. Mitgebracht haben die Schweizer Musiker auch Ihre Solistin, die Solo-Oboistin des Tonhalle Orchesters in Sankt Gallen, die gebürtige Griechin Rosemary Yiameos.


Zu den Werken

Johann Sebastian Bach Doppelkonzert nach BWV 1060
Choräle aus den Kantaten BWV 147, 159, 167
Gottfried Heinrich Stölzel Messe in G-Dur
Oboenkonzert D-Dur
Johann Georg Pisendel Sonata (Instrumentalwerk) in C-Dur

Die Solokonzerte von J.S. Bach gehören heute zum klassischen Konzertrepertoire. Überliefert ist das Konzert für Violine und Oboe von J.S. Bach in einer Abschrift als Konzert für zwei Cembali, weder das Autograph noch eine Bearbeitungspartitur sind erhalten. Aufgrund des Notentexts wird angenommen, dass die Solopartien ursprünglich für zwei Melodieinstrumente konzipiert waren. Da die beiden Solostimmen unterschiedlich gestaltet sind, schreibt man sie nicht zwei Geigen zu, sondern einer Oboe und einer Violine.

Stölzel war ein gefeierter Komponist seiner Zeit, sein Opus ist mannigfaltig, sein her- ausragender Ruf übertraf zeitweise denjenigen seines Zeitgenossen Bach. Nur leider hat sein Nachfolger an der Hofkapelle von Gotha in Saxen, Georg Benda, aus Stölzels Nachlass nur ausgewählte Werke aufgehoben, vornehmlich Kantaten. Er schreibt: «Nur die besten Arbeiten meines Vorgängers, von welchen man noch izt beÿ den Kirchen-Musiken einigen Gebrauch machen könnte, sind gerettet, weil ich solche schon vor langer Zeit von dem unbrauchbaren Wuste abgesondert und eigends in meinem Hause verwahrt habe.» So geriet Stölzels Musik (wie auch diejenige der meis- ten barocken Komponisten) während des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit und kann nur zu einem kleinen Teil wiederentdeckt werden. Unter den erhaltenen Werken ist neben einem Concerto grosso für vierchöriges Orchester auch das heute erklingende Oboenkonzert. Das Solokonzert erinnert an die Musik von Vivaldi, den Stölzel auf einer Italienreise in Venedig kennen gelernt hat.

Als drittes instrumentales Werk steht eine Streicher-Ouvertüre von Pisendel auf dem Programm. Pisendel, ein Zeitgenosse von Bach und Stölzel, war Konzertmeister der Dresdener Hofkapelle und Mitbegründer der modernen Orchesterkultur. Er leitete das Orchester, hatte viele Pflichten wie beispielsweise die sorgfältige Vorbereitung des Notenmaterials und wurde gerühmt für seine Werk-Einstudierungen. Dabei blieb ihm wohl nur wenig Zeit zum Komponieren. Die vorliegende Ouvertüre beginnt mit einer majestätischen Einleitung und klingt fort in einem fugierten Teil.

Mit dem Schritt von der weltlichen zur geistlichen Musik tritt der Gesang hinzu. Von Stölzel erklingt die teilweise erhaltene Messe in D-Dur mit einem ausgedehnten Credo sowie einem sehr kurz gehaltenen Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. Eine spezielle Tonsprache eröffnet sich dem Zuhörer, hoch barock einerseits, mit unverkennbaren Einflüssen der Musik der Renaissance andererseits. Die Messe wurde eigens für dieses Konzert transkribiert, denn Stölzel wird von den Notenverlagen erst seit Kurzem wieder entdeckt und herausgegeben.

Vokalwerke von Johann Sebastian Bach sind im heutigen Programm zum Einen mit ausgewählten Choralsätzen aus verschiedenen Kantaten vertreten. Zum Anderen erklingt die Motette «Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn», eine Komposition des jungen Bach, sein frühester Beitrag zur Gattung der Motette. Auch Stölzel hat Motetten komponiert, im Unterschied zu denjenigen von Bach sind sie aber leider verschollen. Geniessen wir umso mehr den Seltenheitswert der heute erklingenden Werke Stölzels. Auch Bach hat sie seinerzeit geschätzt, mehrfach aufgeführt und auch weiterverarbeitet.

www.kammerorchestersg.ch
Vorverkauf: nur Abendkasse
Autor: khh

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