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02.10.2013

Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1)

HOCHTIEF AG plant Pumpspeicherkraftwerk in Thüringen im Kyffhäuserkreis in der Gemarkung Sondershausen zwischen den Ortsteilen Großfurra und Immenrode mit fast einer möglichen Investitionssumme von rund einer halbe Milliarde Euro. Bürgerinformation vor Ort bereits Mitte Oktober.

Dazu fand heute in Sondershausen eine Presskonferenz mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) und Vertretern der HOCHTIEF Solutions AG statt. Und es wird auf Bürgernähe Wert gelegt, denn schon am 15. Oktober 2013 wird es im Ferienpark Feuerkuppe auf dem Straußberg bei Sondershausen um 19:30 Uhr eine Informationsveranstaltung geben.

Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Joachim Kreyer (Bürgermeister SDH) Antje Hochwind (Landrätin Kyffhäuserkreis, Matthias Machnig (Th. Wirtschaftsminister), Peter Coenen, Peter René Jamin und Detlef Berger (alle HOCHTIEF)

Die Hochtief-Tochtergesellschaft PSW Hainleite GmbH plant im Kyffhäuserkreis den Bau eines Pumpspeicherkraftwerkes (PSW). Entsprechende Pläne hat das Unternehmen heute gemeinsam mit der Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), dem Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer CDU), und dem Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) vorgestellt.

„Pumpspeicherwerke sind mögliche Batterien für nachhaltig erzeugte Energie“, sagte der Wirtschaftsminister. „Speicher sind damit ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Energiewende.“
Nach bisherigen Planungen könnte das im Kyffhäuserkreis in der Nähe von Sondershausen geplante PSW ein Leistungspotenzial bis zu 500 Megawatt haben. Der Baubeginn könnte im Jahr 2017 erfolgen, die Inbetriebnahme in 2021. Zurzeit werden zwei Varianten bevorzugt, eine Leistung von 240 MW mit einer Investitionssumme von rund 300 Millionen Euro oder eine Leistung von 400 bis 500 MW mit einer Investitionssumme von bis zu 650 Millionen Euro.


„Der Kyffhäuserkreis leistet einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland“, sagte Landrätin Antje Hochwind.
Das internationale Bauunternehmen Hochtief hat im Zusammenhang mit der Energiewende einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von PSW gelegt. Dabei hat es sich in Deutschland auf die Suche nach geeigneten Standorten begeben und ist in der Nähe von Sondershausen fündig geworden. „Mit dem Projektgebiet in Sondershausen haben wir einen Standort gefunden, den wir in den nächsten Monaten intensiv untersuchen werden“, sagte Peter Coenen, Geschäftsführer von Hochtief PPP Solutions. Schwerpunkte würden dabei auf die Grundstückssicherung, die Vorbereitungen der Umweltuntersuchungen und die Gespräche mit den Bürgern gelegt werden. Zur Entwicklung des Pumpspeicherwerkes hat Hochtief die Tochtergesellschaft PSW Hainleite GmbH mit Sitz in Sondershausen gegründet.

Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Hochtief AG)
Erste Untersuchungen des Unternehmens hätten ergeben, dass das Oberbecken auf der Hainleite nördlich von Immenrode entstehen könnte. Ein Standort für das Unterbecken würde im Wippertal westlich von Großfurra gesucht. Der Höhenunterschied zwischen beiden Becken würde dann rund 240 Meter betragen. Um eine Leistung bis zu 500 Megawatt zu erreichen, benötigten die beiden Speicherbecken eine Wasserfläche von jeweils rund 45 Hektar. Unterirdisch verlaufende Wasserleitungen sollen die beiden Becken über eine Distanz von drei Kilometern miteinander verbinden.

Die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind, steht dem geplanten PSW aus mehreren Gründen positiv gegenüber. „Mit dem geplanten Investitionsvolumen wird die regionale Wirtschaft kräftige Impulse erhalten“, sagte Hochwind, „das gleiche gilt für die Beschäftigungssituation.“ Wichtig sei allerdings, dass die künftige Projekt- und Betriebsgesellschaft ihren Sitz im Kyffhäuserkreis hat. „Außerdem erwarten wir im Planungsverfahren einen angemessenen Interessenausgleich zwischen allen Beteiligten“, so die Landrätin. „Deshalb setzen wir von Beginn an auf ein hohes Maß an Transparenz und Bürgernähe.“

Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Hochtief AG)
Auch der Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer, befürwortet das Projekt „als Bürgermeister und Ingenieur“. „Die Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien ist ein ambitioniertes gesamtgesellschaftliches Ziel, das die Mitwirkung Vieler braucht“, sagte Kreyer. „Um unser hohes Niveau an Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten ist der Ausbau von Speichern und Netzen unverzichtbar.“

Die wichtisten Parameter:
- Leistung: 240 - 500 MW
- Volllastbetrieb: 6 Stunden
- Kapazität: 1.440 - 3.000 MWh
- Beckenvolumen: 2,5 - 5 Mio. m3
- Fläche je Becken: 30 - 45 Hektar
- Investitionsvolumen: 300 - 650 Mio. Euro

Weitere Informationen und den Fortgang der Projektentwicklung kann man unter www.psw-hainleite.de verfolgen.

Für den Hintergrund sagte Machnig

1. Speicher sind ein Rückgrat für eine nachhaltige Energieversorgung. Sie gleichen Stromerzeugung und -bedarf aus und gewährleisten eine stabile und zuverlässige Versorgung mit elektrischer Energie. Ohne ausreichende Speichertechnologie bleibt der Ausbau der erneuerbaren Energien begrenzt. Von den verfügbaren Speichertechnologien zeichnen sich Pumpspeicherkraftwerke
durch einen hohen technologischen Entwicklungsstand aus.

2. Die Landesregierung spricht sich in ihrer Energiestrategie „Neue Energie für Thüringen“ vom Mai 2013 daher für den Ausbau von Speichern darunter auch von PSW - aus. Thüringen ist aufgrund seiner Lage und Struktur in besonderer Weise geeignet,
beim Aufbau von Speichern einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

3. Der Freistaat verfügt derzeit über 32 Prozent der in Deutschland vorhandenen PSW-Kapazität. Thüringen ist damit einer der wesentlichen Anbieter von Pumpspeicherenergie in Deutschland.(siehe Tabelle in der Bildergalerie).

4. Derzeit plant die Trianel GmbH die Errichtung eines PSW an der Schmalwassertalsperre in Tambach-Dietharz. Dieses Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund einer Mrd. Euro. Des Weiteren plant die österreichische STRABAG-Gruppe die Errichtung eines Wasserspeicherkraftwerks in Thüringen mit einem Investitionsvolumen von bis zu 750 Mio. Euro.

In der Diskussion machten die kommunalen Vertreter klar, so Hochwind und Kreyer, dass sich das Projekt auch finaziell für die Region bezahlt machen wird. Deshalb so hatte auch Machnig nochmals unterstrichen sei es wichtig, dass die neue Gesellschaft ihren Sitz in Sondershausen haben muss, damit auch später Steuern in die Region fließen werden.

Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Hochtief AG)
Der größte Arbeitskräftebadarf wird in der Bauphase liegen, machte HOCHTIEF klar. Über enstehende Dauerarbeitsplätze konnte man noch keine Angaben machen. Dazu sei es noch zu früh. Der Wirtschaftsminister machte aber auch klar, hier wurde heute nicht irgendeine Projektidee vorgestellt, sondern es geht um die Durchführung, Projektierung und Bau dieser Anlage.

Stadtrat Hartmut Thiele (CDU), selbst ja Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Unternehmens, machte in der Diskussion klar, es müsse anspruchsvolle Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden, denn bei dem Projekt werden im wesentlichen landwirtschaftliche Flächen der Nutzung entzogen. Machnig dazu, das wird geschehen, machte aber auch klar, dass es nicht nur in der nahen Umgebung erfolgen kann.

Alle Beteilgten erwarten von dem Projekt eine hohe Akzeptanz bei der örtlichen Bevölkerung.

Stimmen zum Projekt 1
Stimmen zum Projekt 2
Weitere Stimmen zum Projekt
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Pumpspeicherwerk bei Sondershausen (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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