Di, 00:22 Uhr
15.10.2013
Halt in Bad Frankenhausen
Derrin Nauendorf machte Halt in Bad Frankenhausen und zwar im Panorama. Wie das Konzert am letzten Freitag lief, erfahren Sie wie gewohnt von Fred Böhme.
Am vergangenen Freitagabend (11. Oktober) war auf der Bühne in der Eingangshalle des Panorama Museums die DERRIN NAUENDORF BAND, benannt nach ihrem australischen Frontmann, zu erleben gewesen und bot ein sehr abwechslungsreiches und mitreißendes Konzert. Leider war das Publikum mit knapp 60 Gästen nicht besonders zahlreich gewesen. Grund dafür war sicher, dass am gleichen Abend weitere Veranstaltungsangebote innerhalb Bad Frankenhausens und auch in der näheren Umgebung stattfanden, zu suchen. Vielleicht spielte auch das äußerst unangenehme Wetter eine Rolle. Jedenfalls hätten die drei Musiker ein größeres Publikum verdient gehabt.
Foto Derrin Nauendorf Band, live 1; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Die Drei spielten in der klassischen Trio-Band-Besetzung Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug und es war erstaunlich welchen Klangfarbenreichtum diese drei Musiker zelebrierten. Der Frontmann – gesegnet mit einer kräftigen Stimme - spielte auf seiner Gitarre nicht nur rhythmische Begleitung, sondern durchaus auch fingerflinkes Melodiespiel und überzeugende Soli, wobei er den Sound seiner akustischen Gitarre mittels eines kleinen, aber überaus feinen Röhrenamps immer wieder mal klanglich in eine wilde E-Gitarre verwandelte. Das war ziemlich raffiniert. Mitunter nutzte er den separat abgenommenen Röhrensound und legte darauf etwas lauter den natürlichen Klang seiner akustischen Gitarre, wodurch der Eindruck von zwei synchron spielenden Instrumenten entstand.
Der Bassist an seiner Seite reduzierte sein Instrument nicht nur zur simplen Groovebox, sondern überzeugte mit sehr schönen Klängen und Melodiepassagen, die er ihm ganz traditionell mit dem Bogen entlockte. Ebenso sensibel auch der Mann am Schlagzeug, der eigentlich der Tourmanager ist und die beiden Australier an seiner Seite aber auch als Mann an den Drums begleitete. Er differenzierte die Lautstärke seiner perkussiven Begleitung auch mittels verschiedenster Schlaginstrumente, entlockte seinen Becken und Trommeln auf diese Weise auch überraschende Klangfarben. Doch das alles war nicht Selbstzweck sondern stand ganz im Dienst der jeweiligen Songs. Schon das Auftaktstück Ghosttown überzeugte durch ein atmosphärisches Arrangement, leise verhalten beginnend, die beklemmende Stimmung einer Geisterstadt heraufbeschwörend und dann der Ausbruch im Solo von Derrin.
Das war raffiniert gemacht und konnte wirklich überzeugen. Stilistisch bewegten sich seine Songs weniger in Americana-Gefilden als vielmehr in der europäischen Rock- und Poptradition der frühen 70er Jahre und waren dennoch allein schon durch den markanten Gesang recht eigenständig. Letztlich bewirkte diese Musik, dass manche Besucherin ihr Stühlchen verließ und begeistert mittanzte. Und das ist doch nun wirklich Ausdruck dafür, dass es ihnen gefallen haben muss. Den Abend beschlossen die Drei ganz akustisch, sie verließen die Bühne und die ganzen Mikrofone und Verstärker, und Derrin zelebrierte mit seinen beiden Mitstreitern mit minimalen instrumentalem Aufwand und der gesanglichen Unterstützung durch das Publikum die wunderbare Stones-Ballade Wild Horses.
Fred Böhme
Autor: khhAm vergangenen Freitagabend (11. Oktober) war auf der Bühne in der Eingangshalle des Panorama Museums die DERRIN NAUENDORF BAND, benannt nach ihrem australischen Frontmann, zu erleben gewesen und bot ein sehr abwechslungsreiches und mitreißendes Konzert. Leider war das Publikum mit knapp 60 Gästen nicht besonders zahlreich gewesen. Grund dafür war sicher, dass am gleichen Abend weitere Veranstaltungsangebote innerhalb Bad Frankenhausens und auch in der näheren Umgebung stattfanden, zu suchen. Vielleicht spielte auch das äußerst unangenehme Wetter eine Rolle. Jedenfalls hätten die drei Musiker ein größeres Publikum verdient gehabt.
Foto Derrin Nauendorf Band, live 1; Rechteinhaber: Fred Böhme / Archiv Panorama Museum
Die Drei spielten in der klassischen Trio-Band-Besetzung Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug und es war erstaunlich welchen Klangfarbenreichtum diese drei Musiker zelebrierten. Der Frontmann – gesegnet mit einer kräftigen Stimme - spielte auf seiner Gitarre nicht nur rhythmische Begleitung, sondern durchaus auch fingerflinkes Melodiespiel und überzeugende Soli, wobei er den Sound seiner akustischen Gitarre mittels eines kleinen, aber überaus feinen Röhrenamps immer wieder mal klanglich in eine wilde E-Gitarre verwandelte. Das war ziemlich raffiniert. Mitunter nutzte er den separat abgenommenen Röhrensound und legte darauf etwas lauter den natürlichen Klang seiner akustischen Gitarre, wodurch der Eindruck von zwei synchron spielenden Instrumenten entstand.
Der Bassist an seiner Seite reduzierte sein Instrument nicht nur zur simplen Groovebox, sondern überzeugte mit sehr schönen Klängen und Melodiepassagen, die er ihm ganz traditionell mit dem Bogen entlockte. Ebenso sensibel auch der Mann am Schlagzeug, der eigentlich der Tourmanager ist und die beiden Australier an seiner Seite aber auch als Mann an den Drums begleitete. Er differenzierte die Lautstärke seiner perkussiven Begleitung auch mittels verschiedenster Schlaginstrumente, entlockte seinen Becken und Trommeln auf diese Weise auch überraschende Klangfarben. Doch das alles war nicht Selbstzweck sondern stand ganz im Dienst der jeweiligen Songs. Schon das Auftaktstück Ghosttown überzeugte durch ein atmosphärisches Arrangement, leise verhalten beginnend, die beklemmende Stimmung einer Geisterstadt heraufbeschwörend und dann der Ausbruch im Solo von Derrin.
Das war raffiniert gemacht und konnte wirklich überzeugen. Stilistisch bewegten sich seine Songs weniger in Americana-Gefilden als vielmehr in der europäischen Rock- und Poptradition der frühen 70er Jahre und waren dennoch allein schon durch den markanten Gesang recht eigenständig. Letztlich bewirkte diese Musik, dass manche Besucherin ihr Stühlchen verließ und begeistert mittanzte. Und das ist doch nun wirklich Ausdruck dafür, dass es ihnen gefallen haben muss. Den Abend beschlossen die Drei ganz akustisch, sie verließen die Bühne und die ganzen Mikrofone und Verstärker, und Derrin zelebrierte mit seinen beiden Mitstreitern mit minimalen instrumentalem Aufwand und der gesanglichen Unterstützung durch das Publikum die wunderbare Stones-Ballade Wild Horses.
Fred Böhme
