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Di, 23:52 Uhr
15.10.2013

Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1)

Das Pumpspeicherwerk (PSW) Hainleite im Kyffhäuserkreises wird es überhaupt kommen? Im Ferienpark Feuerkuppe auf dem Straußberg bei Sondershausen fand heute ein erstes Bürgerforum statt

Schon bei der Begrüßung machte die Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), nochmal eindringlich klar: Hier geht es um eine Projektidee, welche von einem der großen Baukonzerne dieser Republik geäußert wurde und am 2. Oktober erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Auch die weiteren Redner der Fa. Hochtief als auch der Vertreter des Thüringen Wirtschaftsministeriums bekräftigten, es ist noch nichts entschieden, ob wirklich überhaupt gebaut wird. Woran es hängen wird, wurde im lauf der Diskussion erläutert.

Sondershausens Bürgermeister Kreyer machte als studierter Techniker klar, Energiewende ohne Speichermedien wird nicht funktionieren

Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Präsidium hatten Platz genommen:Von der Stadt Sondershausen der Bürgermeister Joachim Kreyer, Detlef Berger (Projektverantwortlicher bei Hochtief), Peter Rene Jamin (Geschäftsführer Pumpspeicherwerk (PSW) Hainleite), Antje Hochwind, Wilfried Regenhardt (Thüringer Wirtschaftsministerium), Dr. Andreas Räuber (Leiter Wirtschaftsförderung Kyffhäuserkreis) und Dr. Reinhardt Scholland (Th. Landesentwicklungsgesellschaft.

Die Projektidee: Das PSW Hainleite soll im Bereich Straußberg (Oberbecken) / Großfurra (Unterbecken) entstehen.

Hintergrund:

Am 2. Oktober 2013 wurde im Rahmen einer Pressekonferenz, an der Landrätin Antje Hochwind (SPD), der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD), der Bürgermeister der Stadt Sondershausen, Joachim Kreyer sowie Peter Coenen, Generalmanager der Hochtief Solutions AG, teilnahmen, die Pläne zur Errichtung eines Pumpspeicherwerkes (PSW) im Kyffhäuserkreis vorgestellt. Siehe auch Pumpspeicherwerk bei Sondershausen

Bei der Errichtung eines Pumpspeicherwerkes sind Eingriffe in die Kulturlandschaft unvermeidlich.
Es müssen Starkstromtrassen gezogen werden, ob als Freileitungen oder als Erdleitungen. Hier wurde vom Projektor zum Beispiel genannt, dass allein drei verschiedene Varianten ins Auge gefasst wurden.

Den größten Eingriff in die Natur bedeutet natürlich der Bau der beiden Becken für das Wasser, da ein Stausee nicht zur Verfügung steht. Wie groß der Eingriff in die Natur sein wird, hängt von der geplanten Kapazität ab.
Die wichtigsten Parameter nochmals im Überblick, wie es das Unternehmen Hochtief AG ankündigte:
- Leistung: 240 - 500 MW
- Volllastbetrieb: 6 Stunden
- Kapazität: 1.440 - 3.000 MWh
- Beckenvolumen: 2,5 - 5 Mio. m3
- Fläche je Becken: 30 - 45 Hektar
- Investitionsvolumen: 300 - 650 Mio. Euro

Nicht vergessen darf dabei aber auch: Es müssen erheblichen Erdmassen bewegt werden, die ja auch die Region belasten könnten. Bei allen wirtschaftlichen und steuerlichen Vorteilen für die Region muss bedacht werden:

Viele der oben genannten Punkte berührt in erster Linie die Einwohner und Unternehmen der Anrainerkommunen. So verwundert es nicht, dass die erste öffentliche Informationsveranstaltung auf sehr großes Interesse stieß. Gut 120 Bürger hatten den Weg auf den Straußberg gefunden.

Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Wer hat sich heute alles so eingefunden? Die Ortsbürgermeister von Großfurra, Immenrode und Straußberg waren genauso vertreten wie viele Stadträte und Gemeinderäte der Ortsteile. Aber auch Firmenvertreter (Stadtwerke), Mitglieder von Landwirtschaftsunternehmen, Forstamt und Vertreter von Umweltverbänden.

Zuerst war Wilfried Regenhardt (Thüringer Wirtschaftsministerium) mit einem ersten Statement dran. Er machte klar, nicht das Ministerium baut hier etwas, sondern eine Firma und wir sind zum kontrollieren da. Als er allerdings ausgiebig die Energiewende erläutern wollte, wurde er bald mit Zwischenrufe gestoppt: „Komm zu Thema“. Die Bürger wollten das Projekt erläutert haben.

Peter René Jamin machte klar, dieses Bürgerforum und spätere Veranstaltungen sollen dazu dienen, Hinweise von den Bürgern zu erhalten oder auch zu wissen, wo es Widerstände gibt. Er machte auch nochmals klar, das Projekt wir privat investiert und hier fließen keine Fördermittel vom Staat.

Jamin machte auch klar, erst im Jahre 2014 wird entschieden, ob wir überhaupt bauen. Die eigentliche Planungs- und Bauphase wird sich bis 2020 / 2022 je nach Projektgröße hinziehen. Das man erst weit am Anfang steht machte Jamin klar, in dem er sagte, Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren ist noch nicht mal eingeleitet.

Große Neuigkeiten zum Projekt gab es nicht mehr. Die Becken werden ca. fünf Meter in den gewachsenen Boden ragen und wen möglich soll der Aushub gleich zum Aufschütten eines ca. 10 Meter hohen Damms genutzt werden. Ob die Becken mit Beton (unwahrscheinlich), Asphalt oder mit flexibler Folie abgedichtet werden, wird erst noch eine Projektstudie ergeben.

Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Eines wurde aber klar gesagt, die Verbindungsrohre zwischen den beiden Becken werden übertägig nicht zu sehen sein, so das die Nutzung an der Erdoberfläche nicht beeinträchtigt sein wird. Auch wurde versichert, dass von den Turbinen keine Lärmbelästigung ausgehen wird, weil sie ca. 30 bis 40 Meter unter der Erdoberfläche liegen werden.

Auch die beiden Becken sollen in die Landschaft regelrecht integriert werden (bis hin zu asphaltierten Rundwegen). Hier kam der Hinweis zur touristischen Nutzung.

Damit konnten aber noch einige brennende Fragen der Bürger nicht beantwortet werden: Wo werden sich die beiden Becken befinden, denn hier geht es klar auch um Fragen des Eigentums. Dr. Scholland erläuterte, dass sich die Landgesellschaft der LEG Thüringen mit diesen Fragen beschäftigen wird. Bei der Auswahl der Flächen soll so vorgegangen werden, dass zuerst die Flächen der Stadt Sondershausen und Freistaates belegt werden, ehe es an Kauf oder Austauschflächen mit Privatgrundstücken gehen wird. Diese möglichen Fragen werden mit Sicherheit erst im Jahre 2014 entschieden werden.

Zum zeitlichen Ablauf wurde gesagt, dass sich die Bauprojektierung bis 2016 erstrecken wird. Der Bau selbst würde im Zeitraum 2016 bis 2020 stattfinden und die eigentliche Inbetriebnahme würde sich 2021 bis 2022 ergeben.

Alle zahlreiche Fragen, die heute gestellt wurden, können hier nicht wiedergegeben werden. Aber im zweiten Teil des Berichts sollen einige Ängste und Bedenken der Bürger genannt werden und wie sie vielleicht bereits ausgeräumt werden konnten.

Ständige Informationen unter: /www.psw-hainleite.de vom Betrieber.
Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bürgerforum zum Pumpspeicherwerk (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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