eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 07:00 Uhr
13.12.2013

Lichtblick: Auf den ersten Blick

Es gibt Nachrichten und Bilder, die mich sehr bewegen, obwohl sie auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Hier eine Kostprobe. Der Lichtblick der Nordthüringer Online-Zeitungen von Pfarrer Reinhard Süpke aus Oldisleben...


Bilder: Focus Online zeigt unter „Bilder des Tages“ ein Mädchen, das vor dem Haus des verstorbenen Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela betet. Sie trauert wie viele andere Menschen weltweit um diesen großen Mann der Geschichte. Viele trauen um ihn, weil ihrer Meinung nach „wieder ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch weniger“ 1 auf der Welt lebt. Die Betroffenheit geht so weit, dass mancher sogar schreibt: „Möge er in allen unserer Herzen weiterleben!“

Ein anderes Bild zeigt die ergriffene mexikanische Sängerin Thalia, die in Hollywood auf ihrem Stern kniet, den sie auf dem legendären „Walk of Fame“ bekommen hat.

Dort wird ein berühmter Mensch betrauert, der sich für mehr Menschenwürde in einem unmenschlichen System einsetzte und dabei menschlich blieb. Viele wollen ihm nacheifern weil Sie von „Mandelas Zuversicht und Herzensgüte … beeindruckt“ waren.

Auf dem „Walk of Fame“ feiern sich Menschen, weil sie Stars geworden sind. Sie werden angehimmelt wegen ihrer Schönheit oder ihrem Können. Das sagt aber noch nichts über ihre Werte und über ihr Herzen aus. Trotzdem eifern viele diesen Stars und Sternchen nach, auch wenn es nur um den äußeren Glamour geht.

Beide Bilder zeigen, was menschlich ist – und doch ist es ein krasser Gegensatz.

Bei den Nachrichten bedenke ich gerade den Konflikt zwischen Japan, China und Südkorea um den Luftraum im Ostchinesischen Meer. Wenn ich dann durch einen Dokumentarfilm an den zweiten Weltkrieg erinnert werde, der auch in dieser Region der Welt für unsägliches Leid geführt hat, dann frage ich mich: Haben wir Menschen wirklich nichts aus der Geschichte gelernt? Trotz Menschen wie Mahatma Gandhi oder Nelson Mandela?

Wie menschlich sind wir in diesen Tagen? Tendiert unsere Menschlichkeit mehr zum Glamour? Sind wir mehr von den Stars und Sternchen auf dem „Walk of Fame“ fasziniert? Oder mehr von Vorbildern wie Nelson Mandela. Aber wie gesagt: „wieder ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch weniger“.

Übrigens meint Reinhard Mey in einem Lied mit bissiger Ironie, dass sowieso nur die guten Menschen sterben: „Das wahre Leben, das wahre Leben spielt sich doch in den Todes-anzeigen ab! Während ich darüber nachdenk, entdeck ich das Phänomen, daß von allen Menschen immer nur die guten Menschen gehn.“

Das ist auch menschlich, dass wir nichts Schlechtes über Verstorbene reden – egal wie hohl oder wie erfüllt ihre Menschlichkeit war.

Was gibt es nun für einen Lichtblick in dieser Zeit?
Uns ist als Christen ein sehr tiefgründiges „Kopf hoch“ auf den Weg durch diese Woche gegeben. Jesus Christus hat mit Blick auf die Zukunft zu seinen Jüngern gesagt: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

ER sagt diese Worte im Ausblick auf erschreckende Ereignisse in der Natur und der Weltgeschichte. ER sagt diese Worte im Ausblick auf seinen bevorstehenden Tod am Kreuz von Golgatha. Was für eine Art Lichtblick soll das sein?

Der erste Lichtblick: Jesus trug alles menschlich allzu menschliche an Versagen, Lügen, Schuld, Verbrechen an der Menschlichkeit, was nur genannt werden kann, als ER am Kreuz starb. ER bezahlte für all das, womit wir diese Welt, unser Leben und das Leben der anderen unerträglich machen. Wir dürfen frei aufatmen, wenn wir IHM vertrauen. Denn wir erfahren Vergebung, wenn wir darum bitten.

Der nächste Lichtblick: ER ist nicht im Tod geblieben. ER ist auferstanden! Mandela und alle anderen Vorbilder sind das nicht. Darum gilt von Jesus Christus nicht, was manche voll Trauer von Mandela schreiben: „wieder ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch weniger“

Und wenn von Mandela geschrieben wird: „Möge er in allen unserer Herzen weiterleben!“, dann ist das so gemeint, dass wir an ihn denken und sein geistiges Erbe weitertragen. Jesus Christus ist auferstanden und kann tatsächlich mit der Kraft der Auferstehung in unseren Herzen leben und immer wieder die Hoffnung beflügeln und uns Kraft geben, nach seinem Vorbild zu leben. So können wir Schritt für Schritt dafür leben, dass diese Welt manchen neuen Lichtblick durch uns bekommt.

Der dritte Lichtblick, den Jesus mit seinem Wort weitergibt bedeutet nicht mehr und nicht weniger: Unsere Anstrengungen für eine Welt, in der es menschlicher zugeht, sind nicht umsonst. Auch wenn Mandela nicht mehr lebt, auch wenn uns noch vieles frustrieren wird und sehr vieles umsonst erscheinen wird. Denn Jesus sagt nichts anderes, als dass ER einmal wieder kommt und das Werk, das Gott ihm aufgetragen hat, zum Ziel führt: Erlösung.

Die Alpträume von Krieg, Hunger, unsäglichem Leid werden vorbei sein in Gottes neuer Welt. Das ist kein Traum, aber dieser Lichtblick sagt uns: „Dann werden wir sein wie die Träumenden!“ heißt es in einem alten Lied.

Und ein neueres Lied beschreibt es so: „Dort wird es sein, dass keiner mehr den andern vergisst, dass nicht mehr auf verbranntes Land das Blut von Kindern fließt. Wo keiner mehr nach Frieden schreit, weil endlich Friede ist. Weil nicht mehr unser Wille, sondern Gottes Wille zählt, in seiner Gegenwart, in Gottes neuer Welt.“

Wenn das kein Lichtblick ist in dieser Zeit – was dann?
Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)