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Do, 14:35 Uhr
16.01.2014

Teufelskreis im ländlichen Raum

In der am Dienstag stattgefundenen Verkehrskonferenz des Kyffhäuserkreises ging es nicht nur um die B4, sondern es kam auch Kritik an der Bahn auf, und das nicht nur in einer Hinsicht.

Landtagsmitglied Gudrun Holbe (CDU) mahnte die Bahn an, endlich für Ordnung an den abgelegten Strecken zu sorgen. Im Bereich der stillgelegten Burgenlandbahn / Kyffhäuserkreis seien eine ganze Reihe Bahnanlagen in die Brüche gegangen (z.B. Halbschrankenanlage Nausitz) die jetzt nicht nur einen Schandfleck, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Holbe mahnte auch eine bessere Verkehrsverbindung aus dem Oststeil des Kreises Richtung Buttstedt mit Großziel Jena an. Viele LKW-Transporte würden auch in diese Richtung gehen.

Hauptschwerpunkt Thema war allerdings der Bahnverkehr im Kyffhäuserkreis. Nicht spaßig die Ankündigung von Frank Kretschmar, seines Zeichens Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), dass es beim Schienennetz nur noch um die Erhaltung gehe. Nun ja, es gibt ja nur noch zwei Bahnstrecken, die durch den Kyffhäuserkreis führen (Nordhausen - Erfurt und Sangerhausen - Erfurt). Da wird man wohl nichts mehr stillegen können oder?

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Leider doch, denn geplant sind das zumindest fünf Haltepunkte von den Bahnbetreibern nicht mehr aufrecht erhalten werden sollen.

Im Ostteil des Kreises betrifft es den Haltepunkt Reindorf. Man will wohl noch 2015 den Zugverkehr Sangerhausen - Erfurt anders takten, so Thomas Grewing von der Nahverkehrsgesellschaft Thüringen mbH Erfurt. Grund sei, man will die Fahrzeit verkürzen, um in Sangerhausen einen besseren Anschluß für Reisende aus Richtung Erfurt nach Halle (Saale) zu schaffen. Ab Sangerhausen soll ein Zug nach Halle fahren, der aus zwei Zugteilen zusammengesetzt ist, ein Teil von Nordhausen und ein Teil von Erfurt kommend. Und Reinsdorf sei eben der Punkt mit den wenigsten Zustiegsgästen.


Noch härter soll es die Bahnstrecke Nordhausen - Erfurt im Kyffhäuserkreis treffen. Hier sollen gleich vier Haltepunkte geschlossen werden (Großfurra, Glückauf, Hohenebra Ort und Niederspier). Hier regte sich heftiger Widerstand. Bauamtsleiter Manfred Kucksch beschwerte sich im Auftrag der Stadt Sondershausen, dass man nicht mit in die Entscheidungsfindung einbezogen worden war, und eine Stellungnahme seit drei Monaten nicht beantwortet worden sei.

Thomas Grewing begründeter das mit einer neuen Taktung der Züge um am künftigen ICE-Knoten Erfurt eine Verkürzung der Fahrzeit nach München um 40 Minuten zu haben. Es ist schon erstanlich, wie man bei den Bahnbetreibern einschätzt, wie viele Leute wohl aus der Region Sondershausen nach München wollen.
Eigentlich wollen mehr Bürger aus Großfurra, Glückauf, Hohenebra Ort und Niederspier in die Kreisstadt oder?

So ganz aber wohl auch nicht, denn Beobachtungen der Bahn , so Grewing, haben gezeigt, dass bei 16 Halts am Tage gerade 10 Personen aus- oder einsteigen. Das ist aus dieser Sicht der Bahn gesehen natürlich auch nicht die Wucht, das muss man wohl leider auch feststellen.

Und Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter der Bahn AG für Thüringen legte nach. Für jeden Haltepunkt muss der Bahnbetreiber ein Entgeltzahlen. Die Haltepunkte müssen gewartet und instandgesetzt werden.
Und hier kann man ja feststellen, da kommt man jetzt kaum noch hinterher.
Und was Hädrich noch nicht mal sagte, auch der Winterdienst muss an allen Haltestellen in der Betriebszeit gesichert werden (BGH,Az: X ZR 59/11).

Auf der anderen Seite kann es nicht sein, dass die Landbevölkerung immer mehr von der Stadt abgekoppelt wird. Mit Schließung der Haltepunkte müssen wir den Busverkehr ausweiten. Das kostet den Kommunen und dem Kreis zusätzliche Mittel, die nicht da sind, kritisierte Manfred Kucksch im Namen der Stadt Sondershausen.

Ein Teufelskreis der einer Lösung bedarf. Hier sind Bund und Land gefordert, um für den ländlichen Raum gezielte Projekte zu erarbeiten, für die auch einige Mittel bereit stehen müssen.
Auf alle Fällen müssen sich Stadt, Kreis, Land und Bahn nochmals zusammen setzen, um die Schließung der Haltepunkte zu überdenken, auch wenn die angekündigte Schließung wohl erst in 2019/2020 erfolgen soll. Das ist Zeit die man nutzen sollte.
Autor: khh

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