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Di, 16:45 Uhr
21.01.2014

Kritik an der Bundesregierung

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz hat die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorlegten Pläne zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) als „Schnellschuss“ kritisiert...


„Wir brauchen eine EEG-Reform, aber eine, die den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien gewährleistet. Die jetzigen Vorschläge bremsen den Ausbau eher, insbesondere die Nutzung von Bioenergie“, sagte Reinholz.

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Gabriel plant eine Vergütung von 15 Eurocent je Kilowattstunde Energie aus Biomasse bei neuen Anlagen. Nach Ansicht von Experten deckt das nicht die Kosten der Erzeugung. „Wenn es so kommt, dann wird es keine zusätzlichen Biogasanlagen in Thüringen geben und die dezentrale Energieerzeugung wird zum Auslaufmodell“, sagte der Minister. „Dabei ist die Energie aus Biomasse speicherbar und grundlastfähig. Wir dürfen bei der Energiewende nicht einseitig auf die Kosten schielen, wir brauchen auch Versorgungssicherheit.“

Reinholz forderte den Bundesminister auf, den Dialog mit den Länderministern zu suchen und gemeinsam die Eckpunkte der EEG-Reform festzulegen.

„Die Bundesregierung sollte die Erzeugung der erneuerbaren Energien vorrangig dort fördern, wo der Strom gebraucht wird und nicht am anderen Ende der Republik. Wenn wir den Offshore-Strom am stärksten fördern, dann sind Stromleitungen quer durchs Land die logische Folge. Das kann aber weder für die Regionalentwicklung noch für das Klima sinnvoll sein“, so Reinholz weiter.

Hintergrund: Thüringen hat derzeit etwa 250 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 115 MW. Mehr als 90 Prozent aller Thüringer Biogasanlagen stehen in landwirtschaftlichen Betrieben. So werden bereits mehr als 50 Prozent der in Thüringen anfallenden Wirtschaftsdünger Gülle und Stallmist in der Strom- und Wärmeerzeugung verwertet.

Weiterhin tragen 39 Heizwerke und Heizkraftwerke größer 1 MW und mehr als 19.000 Heizanlagen bis 1 MW mit etwa 1.200 MW thermischer und 126 MW elektrischer Leistung zur erneuerbaren Energieversorgung in Thüringen bei.

In 2011 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch in Thüringen, also ihr Anteil bei Strom, Wärme und Mobilität bei 20,0 %. Davon wurden 80,5 % durch die Biomasse bereitgestellt. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt hatten die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 12,2 % am Endenergieverbrauch, Biomasse hatte dabei einen Anteil von etwa 67 %.

Der Anteil am Endenergieverbrauch Strom (Nettostromverbrauch) lag bei 27,5 % und am Wärmeverbrauch bei 24,8 %. Die Biomasse liefert beim Stromverbrauch 43,5 %, Windenergie 40,5 %. Die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien wird zu fast 96 % durch Biomasse realisiert.

Bei der Nettostromerzeugung in Thüringen haben die erneuerbaren Energien in 2012 bereits einen Anteil von 50 % erreicht. Der Anteil der Biomasse beträgt dabei 42,8 %, wobei davon fast die Hälfte durch die Biogasanlagen, die andere Hälfte durch Holz und Schwarzlauge erbracht werden.
Autor: red

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Kommentare
Paulinchen
22.01.2014, 11:05 Uhr
Jetzt hat´s einer gerafft…
…genau das hat Herr BM Gabriel in der letzten Woche doch ausgesprochen: „Die Biogasanlagen sind kostenintensiv und nicht so rentabel wie Solar- und Windkraftanlagen. Mit den Biogasanlagen reitet man meiner Meinung nach ein Pferd, welches schon tot ist. Herr Reinholz darf sich für heute ein „Bienchen“ eintragen.
Glaskugel
22.01.2014, 11:37 Uhr
Reinholz hat nichts gerafft
Gabriel hat's gerafft mit der versteckten Bauernsubventionierung, dem gebührt ein Bienchen. Reinholz will noch mehr von diesem Unsinn.
Flitzpiepe
22.01.2014, 11:42 Uhr
Eigene Meinung von Reinholz?
Ist das wirklich die eigene Meinung von Reinholz oder haben ihn Agrargas-Lobbyisten bzw. Investoren zu dieser Aussage gedrängt?
Es könnte ja sein, dass einige Investoren (ohne Namen zu nennen) das Muffensausen bekommen.
Paulinchen hat es schon richtig gesagt: Das Pferd 'Agrargasanlagen' ist sofort dann tot, sobald die viel zu hohe Förderung dafür endlich verschwindet.
Thomas Fichtner
22.01.2014, 15:11 Uhr
Mit 15 Cent/kWh Vergütung
kann man halt keinen satten Profit von 100% und höher mehr machen.

Denn aus lokalen Planungsunterlagen weiß man ja inzwischen wie hoch die Kosten, incl. Kredittilgungen etc. wirklich sind (Hint: es sind wohl KEINE 2 stelligen Cent Beträge/kWh).
Pe_rle
22.01.2014, 20:07 Uhr
Reinholz
schafft ganz einfach den Reinholz und seine so geliebten Lebensmittelverbrennungsanlagen ab.
Beide sind Auslaufmodelle.
Hoffendlich setzt Gabriel sein Konzept ganz schnell um
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