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Mi, 14:12 Uhr
05.02.2014

Harter Wettbewerb im Supermarkt

Der deutsche Lebensmittelmarkt ist eine Kampfzone. Auch wenn die Preise im Januar in Thüringen gestiegen sind, überbieten sich die Akteure mit immer neuen Marketingaktionen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt informiert über die aktuelle Entwicklung und neue Trends am Markt...


„Die Kunden profitieren gegenwärtig von einem gnadenlosen Preiskampf. In kaum einem anderen europäischen Land kann man so günstig Lebensmittel einkaufen wie in Deutschland“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Mittlerweile beherrschten fünf Branchengrößen den Lebensmitteleinzelhandel.

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„Die Handelsgruppen Edeka, REWE, Metro, LIDL und Aldi vereinen allein rund 75 Prozent des Umsatzes auf sich. Sie repräsentieren somit eine nicht unerhebliche Marktmacht“, so Grusser weiter. Den Preispoker bekämen auch die Produzenten zu spüren. Erst kürzlich wäre ein weltweit tätiger Softdrinkhersteller bei einer Handelskette aus dem Sortiment genommen worden.

Der harte Wettbewerb der Supermärkte agiert aber auch als „Inflationsbremse“. Im Zuge der niedrigen Verbraucherpreise fließt ein immer geringerer Anteil der Konsumausgaben der privaten Haushalte in die Nahrungsmittel. „Wurde im Jahr 1970 ein Viertel des Konsums in Lebensmittel investiert, waren es 2012 nur noch 15 Prozent“, betont der IHK-Chef. Der Konkurrenzkampf würde allerdings nicht nur über die Preise ausgetragen. Auch die Sortimentsvielfalt und die Warenpräsentation spielten eine zunehmende Rolle.

Inzwischen seien die Kunden bereit, für qualitativ bessere Angebote auch mehr Geld auszugeben. Selbst beim Discounter wären anstelle einer Grundversorgung von der Palette mittlerweile frische Brötchen, Delikatessen, Markenartikel oder Bio-Produkte verfügbar. „Günstige Preise allein garantieren auf Dauer keinen Erfolg mehr. So wandeln sich manche Supermärkte zu echten Marktplätzen mit neuen Genuss- und Gastronomiekonzepten“, beschreibt Grusser den neuen Trend. Der Online-Konkurrenz begegneten die Supermärkte mit der Lieferung direkt nach Hause oder mit Pick-up-Stationen, an denen Kunden nach einer Internet-Bestellung die Ware fertig konfektioniert abholen könnten.

„In Thüringen und den neuen Bundesländer insgesamt ist der Wettbewerb noch härter. Aufgrund der geringeren Kaufkraft und des Überangebotes an Verkaufsfläche agieren die ostdeutschen Verbraucher besonders preissensibel. So hat der Freistaat beispielsweise 25 Prozent mehr Handelsfläche pro Einwohner als Hamburg, aber nur 87 Prozent der bundesdurchschnittlichen Kaufkraft“, analysiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Bisher lehnten nur einige wenige Kunden den direkten Einkauf vor Ort gänzlich ab und bestellten per Mausklick bei spezialisierten Online-Händlern. Der Internet-Anteil am Lebensmittelmarkt liege hierzulande gerade mal bei 0,5 Prozent. „Die Zweifel an Qualität und Frische der Produkte, die Kosten für die Belieferung oder auch die Verpackung sprechen gegen eine Entwicklung in diese Richtung“, berichtet Grusser.

Im europäischen Ausland wäre die Akzeptanz dagegen höher, die Wege zum Supermarkt aber auch häufig weiter. „In Deutschland erreicht jeder Haushalt innerhalb von durchschnittlich fünf Minuten Fahrzeit im Schnitt sechs Lebensmittel- und Drogeriegeschäfte. Warum sollte der Kunde da Gebühren fürs Liefern zahlen?“, hinterfragt Grusser. Dennoch erwarteten die Experten auch hier einen weiteren Zuwachs.
Autor: red

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