Mo, 20:21 Uhr
10.02.2014
Kritisches in Wezel-Bibliothek?
In der Johann-Karl-Wezel-Bibliothek Sondershausen stellte heute der Autor Roman Grafe das Buch Schöne Grüße aus der DDR vor, mit Bildern von Dietmar Riemann . ....
Der Begriff Buch, wie es in der Vorankündigung hieß, ist vielleicht etwas irreführend, denn es ist ein Bildband mit Bildern von Dietmar Riemann für die Roman Grafe die Texte schrieb.
Roman Grafe (re.) wurde 1968 im Norden der damaligen DDR geboren. Im Januar 1989 verließ er die DDR in Richtng Bundesrepublik Deutschland. Danach studierte er Journalistik an der Journalistenschule St. Gallen in der Schweiz. Seit 1993 arbeitet er als Autor und freier Journalist unter anderem für die ARD und die Süddeutsche Zeitung.
Dietmar Riemann, wurde 1950 ebenfalls in der damaligen DDR in Hainichen geboren, studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Fotografie. Bekannt wurde der Fotograf mit Ausstellungen und Buchveröffentlichungen, u.a. durch den damals aufsehen erregenden Bildband mit Franz Fühmann »Was für eine Insel in was für einem Meer – Leben mit geistig Behinderten«, der 1986 erschien.
Aus den letzten 15 Jahren der DDR zeigt Dietmar Riemann Bilder einer untergehenden DDR. Mit der Kamera hat er Bilder u. a. in Berlin, Saßnitz, Fürstenwalde/Spree, Stralsund, Rostock, Cottbus, Tangermünde, Bad Doberan und Thüringen festgehalten.
Kommentiert werden die Bilder von Roman Grafe aus der Sicht wie es der jüngere DDR-Bürger erlebt hat.
Der Bildband ist ein interessantes Werk. Er zeigt viel vom Alltag in der ehemaligen DDR, mit ihren vielen Facetten der Mangelgesellschaft. Kritisch muss man allerdings trotzdem sagen, wer aber meint dadurch die ehemalige DDR verstehen zu können, dem muss gesagt werden, dieses Werk zeigt leider viel einseitig den sogenannten Alltag.
Wer die 150 Foto betrachtet (bei der Buchlesung wurde 35 vorgestellt) wird feststellen, man wollte sicher ein anderes Bild zeichnen, als es die Verantwortlichen der DDR nach außen versuchten darzustellen
Es gab aber auch außerhalb des von FDJ (Einheitsjugendverband) , SED und Einheitsgewerkschaft (FDGB) vorgeschriebenen gesellschaftlichen Lebens vielfältige Facetten, die etwas besser hätten dargestellt werden können, ja müssen!
Gemeint ist der solidarische Zusammenhalt vieler Bürger, die sich in Treffen und teils vielen privaten Veranstaltungen widerspiegelten. Auch wenn es ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Bildband gibt, das Leben in der untergegangenen DDR war nicht nur Schwarz-Weiß und auch nicht überwiegendem Schwarz, wie es der Bildband zeigt. Das Kapitel der Solidarität untereinander fehlt völlig.
Damit muss kn auch Roman Grafe widersprechen, das Buch sei auch für nachfolgende Generationen geeignet, wie er es in der Einleitung darstellt.
Ist es ein typisches Bild für die DDR wenn aus dem Fenster eine Schwarz-Weiß auf Menschen gezeigt wird, die im Regen laufen? Selbst wenn man es als Karikatur betrachtet, es schießt am Ziel vorbei und hat auch nichts Kritisches.
Unterstützt wurde diese Lesung von der Landeszentrale für politische Bildung ThüringenLandeszentrale für politische Bildung Thüringen (www.lzt-thueringen.de), dessen Leiter Franz-Josef Schlichting eine kurze Einleitung gab.
In jedem Fall wird dieser Bildband polarisieren. Der ehemalige DDR-BÜRGER wird wissen wie es war, der bracht das Buch nicht, und dem NICHT-DDR-BÜRGER verleiht es ein zu einseitiges Bild.
Info
Dietmar Riemann
Schöne Grüße aus der DDR
Fotografien 1975–1989
Bildband
Mit Texten von Roman Grafe
128 S., geb., 220 x 270 mm - ISBN 978-3-89812-943-5
Zufrieden sein konnte Bibliotheksleiterin Sigrid Köhler, denn rund 20 Besucher wollten sich vom Inhalt des Buches überzeugen.
Autor: khhDer Begriff Buch, wie es in der Vorankündigung hieß, ist vielleicht etwas irreführend, denn es ist ein Bildband mit Bildern von Dietmar Riemann für die Roman Grafe die Texte schrieb.
Roman Grafe (re.) wurde 1968 im Norden der damaligen DDR geboren. Im Januar 1989 verließ er die DDR in Richtng Bundesrepublik Deutschland. Danach studierte er Journalistik an der Journalistenschule St. Gallen in der Schweiz. Seit 1993 arbeitet er als Autor und freier Journalist unter anderem für die ARD und die Süddeutsche Zeitung.
Dietmar Riemann, wurde 1950 ebenfalls in der damaligen DDR in Hainichen geboren, studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Fotografie. Bekannt wurde der Fotograf mit Ausstellungen und Buchveröffentlichungen, u.a. durch den damals aufsehen erregenden Bildband mit Franz Fühmann »Was für eine Insel in was für einem Meer – Leben mit geistig Behinderten«, der 1986 erschien.
Aus den letzten 15 Jahren der DDR zeigt Dietmar Riemann Bilder einer untergehenden DDR. Mit der Kamera hat er Bilder u. a. in Berlin, Saßnitz, Fürstenwalde/Spree, Stralsund, Rostock, Cottbus, Tangermünde, Bad Doberan und Thüringen festgehalten.
Kommentiert werden die Bilder von Roman Grafe aus der Sicht wie es der jüngere DDR-Bürger erlebt hat.
Der Bildband ist ein interessantes Werk. Er zeigt viel vom Alltag in der ehemaligen DDR, mit ihren vielen Facetten der Mangelgesellschaft. Kritisch muss man allerdings trotzdem sagen, wer aber meint dadurch die ehemalige DDR verstehen zu können, dem muss gesagt werden, dieses Werk zeigt leider viel einseitig den sogenannten Alltag.
Wer die 150 Foto betrachtet (bei der Buchlesung wurde 35 vorgestellt) wird feststellen, man wollte sicher ein anderes Bild zeichnen, als es die Verantwortlichen der DDR nach außen versuchten darzustellen
Es gab aber auch außerhalb des von FDJ (Einheitsjugendverband) , SED und Einheitsgewerkschaft (FDGB) vorgeschriebenen gesellschaftlichen Lebens vielfältige Facetten, die etwas besser hätten dargestellt werden können, ja müssen!
Gemeint ist der solidarische Zusammenhalt vieler Bürger, die sich in Treffen und teils vielen privaten Veranstaltungen widerspiegelten. Auch wenn es ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Bildband gibt, das Leben in der untergegangenen DDR war nicht nur Schwarz-Weiß und auch nicht überwiegendem Schwarz, wie es der Bildband zeigt. Das Kapitel der Solidarität untereinander fehlt völlig.
Damit muss kn auch Roman Grafe widersprechen, das Buch sei auch für nachfolgende Generationen geeignet, wie er es in der Einleitung darstellt.
Ist es ein typisches Bild für die DDR wenn aus dem Fenster eine Schwarz-Weiß auf Menschen gezeigt wird, die im Regen laufen? Selbst wenn man es als Karikatur betrachtet, es schießt am Ziel vorbei und hat auch nichts Kritisches.
Unterstützt wurde diese Lesung von der Landeszentrale für politische Bildung ThüringenLandeszentrale für politische Bildung Thüringen (www.lzt-thueringen.de), dessen Leiter Franz-Josef Schlichting eine kurze Einleitung gab.
In jedem Fall wird dieser Bildband polarisieren. Der ehemalige DDR-BÜRGER wird wissen wie es war, der bracht das Buch nicht, und dem NICHT-DDR-BÜRGER verleiht es ein zu einseitiges Bild.
Info
Dietmar Riemann
Schöne Grüße aus der DDR
Fotografien 1975–1989
Bildband
Mit Texten von Roman Grafe
128 S., geb., 220 x 270 mm - ISBN 978-3-89812-943-5
Zufrieden sein konnte Bibliotheksleiterin Sigrid Köhler, denn rund 20 Besucher wollten sich vom Inhalt des Buches überzeugen.




