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Sa, 13:27 Uhr
22.02.2014

Scheinheilige Politik?

Wenn es um das Doping geht und man Sportler "nieder machen will" ist die Politik groß da, aber beim Verbraucherschutz versagt man völlig. Hier einige Anmerkungen dazu...

Es gibt ja die verschiedensten Arten von Doping. Manches wird groß diskutiert, maches verschweigt man und manches wird bereits übertrieben.

Wenn es ums Geld-Doping geht, ist man lieber kleinlaut. Geld-Doping? Keiner bezeichnet es so, aber wie soll man es bezeichnen, wenn die norwegisches Olympiamannschaft allein mit 40 Skitechnikern anrückt, nur um beim Skilaufen vorn zu sein. Welche kleinere Nationen, die nicht soviel Euros aus der Ölförderung haben, können da mithalten.

Und auch Deutschland ist nicht ohne. Es gibt nicht viele Nationen, die sich eine Skihalle leisten, um auch im Sommer seine Spitzenathleten trainieren lassen zu können.
Die Chancengleichheit im Sport ist wohl nur noch reine Illusion! Gerade auf der Strecke des Geld-Dopings wird indirekt mehr entschieden, als es ein medizinisches Doping bringen kann.

Bestes Beispiel Bobsport. Das Geld, dass in die Entwicklung eines wirklich lauffähigen Bobs gesteckt wird, ist entscheidend für Erfolg oder Misserfolg. Da ist das bisschen medizinisches Doping, um am Start noch 5 Hundertstel Sekunden rauszuholen, fast eine Klacksache.

Wer jetzt denkt, ich plädiere für die Freigabe des medizinischen Dopings der irrt. Aber im Sport wird soviel Geld umgesetzt, da sollten der Spitzensport mit seinen Mitteln selbst dafür sorgen, dass es "sauberen Sport" gibt. Da sollte sich die Politik ein anderes Kontrollfeld suchen.

Der Staat sollte sein Augenmerk in die Kontrolle des Kinder- und Jugendsports stecken und dort auch schon in den Schulen auf die gefährliche und der Gesundheit letztendliche schädigende Wirkung des Sports aufklären.

Wenn Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ein strenges Anti-Doping-Gesetz ankündigt dann ist auch etwas viel Scheinheiligkeit dabei. Obwohl bekannt ist, dass in vielen Produkten die auf dem Markt sind, Dopingmittel stecken und nicht deklariert werden, gibt es keine Anzeichen, die Verbraucher vor solchen Produkten zu schützen.

Auch wenn es sicher nicht einfach ist, durch die Globalisierung muss eben eine sichere Deklarierung drin sein, die warnt, hier sind Mittel verwendet worden, die auf den Dopinglisten stehen, oder es könnte noch Rückstände aus dem Verarbeitungsprozess drin sein. Kenner der Szene wissen, dass nicht nur in Fitnessriegeln und ähnlichen Produkten Dopingmittel versteckt werden, um die wirksame Leistungsverbesserung des "Power-Mittels" auch Wirklichkeit werden zu lassen, wie es die Werbung suggeriert.

Hier ist die Politik mit einer weltweiten besseren Kennzeichnungspflicht gefragt. Ich möchte als Verbraucher nicht noch rote Listen studieren müssen, um nicht doch von der Industrie heimlich gedopt zu werden.

Auch wenn sicher noch nicht abschließend geklärt ist, hat nun Evi Schenbacher-Stehle bewusst gedopt, oder hat sie sich aus reiner Unachtsamkeit ein Doping-Mittel eingepfiffen. Vorsicht ist bei der Bewertung angesagt, bevor also jemand in Bausch und Bogen kriminalisiert wird. Derweil bereits Medien berichten, die Wohnung von Sachenbacher-Stehle ist von LKA und Staatsanwaltschaft gefilzt worden. Bei der Terrorzelle NSU war man nicht so schnell, dass sollte zu denken geben.

Und was soll die weitere Kriminalisierung bringen? Junge Menschen wird das eher abtörnen, sich noch dem Leistungssport zu widmen. Wenn Trinkflaschen der Sportler besser bewacht werden als Waffen dann sollte das langsam zu denken geben.
Wenn dann noch die Dopingkontrolleure zu nachtschlafender Zeit in der Nacht vor dem Olympiastart Kontrollen machen, dann ist das auch schon am Rande der Legalität. Je rigider auch der Staat dann wird, brauchen sich Betreuer junger Sportler vor Ort nicht mehr zu wundern, wenn der Nachwuchs ausbleibt.

Wer will als junger Mensch die schönste Zeit regelrecht gefangen werden, denn Sportler müssen praktisch Tag und Nacht erreichbar sein und müssen immer auf viele Tage im Voraus mitgeteilt haben, wo sie zu welcher Stunden sein werden!

Macher wird sicher anderer Meinung sein, aber ich als Redakteur fordere von der Politik die zusätzlich Kraft zum Schutz der Verbraucher einzusetzen und nicht einen Profisport zu unterstützen, von dem viele Firmen Kasse machen, aber zu wenig den eigenen Sport schützen.

Karl-Heinz Herrmann
Redaktion
Autor: khh

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