Di, 16:15 Uhr
25.03.2014
Urwald von morgen?
Hohe Schrecke" soll Urwald von morgen werden, so hieß es ursprünglich in der Pressemeldung der Bundesministerin, aber man musste sich vor Ort heute doch eines besseren belehren lassen, das es nicht nur so geht. Von der Übergabe des Förderbescheids hatten wir bereits berichtet, hier weiter Informationen.
Adrian Johst Geschäftsführer der Naturstiftung David und Projektleiter für die Hohe Schrecke und Dagmar Dittmer (CDU) Bürgermeisterin der Stadt Wiehe und Vorsitzende des Vereins Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft e.V. begrüßten und informierten die erschienen Gäste über das Naturschutzgroßprojekt "Hohe Schrecke" www.hohe-schrecke.net.
Was macht man, wenn die Wildkatze als Wappentier vergeben ist (Hainich), auch wenn Sie in der "Hohen Schrecke" sehr präsent ist? Man sucht sich ein anderes markantes Tier der Region. Nun ja, Totholzkäfer sind eigentlich schwer zu verschenken. Wenn sie aus Schokolade sind und auch noch in Nachbarschaft der "Hohen Schrecke" in Oldisleben (Goethetaler Manufaktur), dann wird das gern genommen.
Neben Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks nahmen an anschließenden Gesprächsrunde und der Fördermittelvergabe auch Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz,Deutschland, Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD), Jürgen Reinholz (CDU) Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (Foto mit Förderbescheid), Uwe Höhn (SPD) Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, teil.
Aber auch die örtliche Politik war stark vertreten, so CDU Bundestagsmitglied Johannes Selle, die Landtagsmitglieder Dorothea Marx (SPD) und Gudrun Holbe (CDU) und Dirk Adams (Bündnis90/Die Grünen), sowie die Landräte für den Kyffhäuserkreis Antje Hochwind (SPD) und den Landrat Sömmerda Harald Henning (CDU). Natürlich auch die Bürgermeister der anliegenden Gemeinden der Hohen Schrecke waren fast vollständig erschienen.
In der Pressemeldung des Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz hieß es:
Die Hohe Schrecke" in Thüringen ist eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands. Jetzt soll sie auch zum Urwald von morgen werden. So lautet das Ziel eines Naturschutzgroßprojektes, das der Bund bis 2023 mit rund 9 Millionen Euro fördert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab heute den Förderbescheid im thüringischen Braunsroda an den Projektträger, die Naturstiftung David.
Die Hohe Schrecke ist für den Naturschutz in Deutschland von nationaler Bedeutung. Hier befindet sich einer der größten Buchenwälder Mitteleuropas.
Dieses vorbildliche Projekt macht uns Hoffnung, dass wir eines unserer wichtigen Ziele im Naturschutz erreichen können: Wir wollen wieder mehr Wälder in die Wildnis entlassen. Ich hoffe, dass künftige Generationen sich über diese Entscheidung freuen, wenn sie einmal den großen alten Urwald in der Hohen Schrecke erleben werden, sagte Hendricks in Braunsroda.
Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beherbergt die Hohe Schrecke" eine große Zahl seltener und gefährdeter Arten, zum Beispiel clie Wildkatze. Es kommen 14 Fledermausarten vor, ferner Grauspecht, Raubwürger, Wendehals und Kammmolch. Darüber
hinaus konnten hier 220 Großpilzarten sowie Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut nachgewiesen werden.
BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Die Naturschutzmaßnahmen in der Hohen Schrecke leisten über die Region hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen Buchenwaldgebietes, das in Europa Seltenheitswert hat. Das Projekt ist ein wichtiger
Baustein in der nationalen Strategie cler Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt. Zugleich unterstützt das Vorhaben die Entwicklung eines naturnahen Tourismus und hilft, regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren.
In dem Projektgebiet sollen 1700 Hektar Wald aus der Nutzung entlassen werden und sich ohne menschliches Zutun wieder in einen Un/vald entwickeln können. Dazu kommt eine weitere Fläche von bis zu 4000 Hektar, auf der in Zukunft nur noch besonders naturnahe
Forstwirtschaft betrieben wird. Ziel ist, gemeinsam mit Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung und Tourismus ein natun/erträgliches und bundesweit beispielhaftes Management für das Gebiet zu entwickeln.
Der Projektträger, die Naturstiftung David, hat in einer ersten Projektphase einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet erstellt. Jetzt beginnt die zweite Phase, die Umsetzung des Projekts. Einige Maßnahmen: Eichenwald und Streuobstwiesen werden neu gepflanzt, Bäche renaturiert, wichtige Flächen gekauft und Waldbesitzer für ihren Nutzungsverzicht entschädigt.
Mit dem Bundesförderung chance.natur" trägt der Bund seit 35 Jahren zur Erhaltung großflächiger, national bedeutsamer Landschaften und des Nationalen Naturerbes bei.Insgesamt wurden bisher mehr als 78 Vorhaben gefördert. Betreut werden die Projekte durch das Bundesamt für Naturschutz.
Der heutige Gastgeber der Veranstaltung und eng mit der Region verbunden, und Betreiber des Gutshauses Georg v. Bismarck, hier im Gespräch mit Sozialministerien Heike Taubert und Landrätin Antje Hochwind.
Ja und wie war das mit dem Urwald?
Bevor es zur Übergabe des Förderbescheides kam, hatte man eine Exkursion ins Wiegental gemacht, allein hier sind die 10 der 14 Fledermausarten der Region nachweisbar. In Gesprächen mit den Forstleuten des Thüringenforsts erfuhr die Bundesministerin, dass man eben nicht immer den Wald so wachsen lassen kann wie man will. Sehr wertvoll in einem Laubwald (wie in der "Hochen Schrecke) sind eben auch die Eichen. Allerdings haben die schneller und größer wachsenden Buchen die Eichen bald völlig unterdrückt, wenn die helfenden Hände der Forstwirtschaft nicht eingreifen würden. Deshalb besteht nicht das Ziel darin, einen Urwald wuchern zu lassen.
Wie sagte Reinholz in der Diskussion, der gepflegte Wald hat einen höheren Artenreichtum, als ein "reiner Urwald", zumindest hier in Mitzteleuropa. Ziel des Großprojekts Hohe Schrecke ist es ja, auch den sanften Tourismus zu entwickeln. Von den 2.000 Hektar Waldfläche werden nur rund 200 ha "Urwald" werden.
Abschließend dankte Adrian Johst allen bisher an dem Projekt beteiligten Personen und Einrichtungen, insbesondere den privaten Waldbesitzern, die hier sehr gut mitgezogen haben. Ein besonderer Dank ging aber an drei Personen der Region, so Wilhelm Millowitzer , ehemaliger Bürgermeister von Wiehe, Dagmar Dittmer die aktuelle Bürgermeisterin und Gudrun Holbe die ja auch Bürgermeister von Donndorf ist, für die Unterstützung aus der Region. Gerade die Unterstützung durch die Kommunen war ja auch von Vertretern der Naturschutzverbände hervor gehoben worden.
Autor: khhAdrian Johst Geschäftsführer der Naturstiftung David und Projektleiter für die Hohe Schrecke und Dagmar Dittmer (CDU) Bürgermeisterin der Stadt Wiehe und Vorsitzende des Vereins Hohe Schrecke – Alter Wald mit Zukunft e.V. begrüßten und informierten die erschienen Gäste über das Naturschutzgroßprojekt "Hohe Schrecke" www.hohe-schrecke.net.
Was macht man, wenn die Wildkatze als Wappentier vergeben ist (Hainich), auch wenn Sie in der "Hohen Schrecke" sehr präsent ist? Man sucht sich ein anderes markantes Tier der Region. Nun ja, Totholzkäfer sind eigentlich schwer zu verschenken. Wenn sie aus Schokolade sind und auch noch in Nachbarschaft der "Hohen Schrecke" in Oldisleben (Goethetaler Manufaktur), dann wird das gern genommen.
Neben Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks nahmen an anschließenden Gesprächsrunde und der Fördermittelvergabe auch Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz,Deutschland, Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD), Jürgen Reinholz (CDU) Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (Foto mit Förderbescheid), Uwe Höhn (SPD) Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, teil.
Aber auch die örtliche Politik war stark vertreten, so CDU Bundestagsmitglied Johannes Selle, die Landtagsmitglieder Dorothea Marx (SPD) und Gudrun Holbe (CDU) und Dirk Adams (Bündnis90/Die Grünen), sowie die Landräte für den Kyffhäuserkreis Antje Hochwind (SPD) und den Landrat Sömmerda Harald Henning (CDU). Natürlich auch die Bürgermeister der anliegenden Gemeinden der Hohen Schrecke waren fast vollständig erschienen.
In der Pressemeldung des Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Bundesamtes für Naturschutz hieß es:
Die Hohe Schrecke" in Thüringen ist eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands. Jetzt soll sie auch zum Urwald von morgen werden. So lautet das Ziel eines Naturschutzgroßprojektes, das der Bund bis 2023 mit rund 9 Millionen Euro fördert. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab heute den Förderbescheid im thüringischen Braunsroda an den Projektträger, die Naturstiftung David.
Die Hohe Schrecke ist für den Naturschutz in Deutschland von nationaler Bedeutung. Hier befindet sich einer der größten Buchenwälder Mitteleuropas.
Dieses vorbildliche Projekt macht uns Hoffnung, dass wir eines unserer wichtigen Ziele im Naturschutz erreichen können: Wir wollen wieder mehr Wälder in die Wildnis entlassen. Ich hoffe, dass künftige Generationen sich über diese Entscheidung freuen, wenn sie einmal den großen alten Urwald in der Hohen Schrecke erleben werden, sagte Hendricks in Braunsroda.
Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) beherbergt die Hohe Schrecke" eine große Zahl seltener und gefährdeter Arten, zum Beispiel clie Wildkatze. Es kommen 14 Fledermausarten vor, ferner Grauspecht, Raubwürger, Wendehals und Kammmolch. Darüber
hinaus konnten hier 220 Großpilzarten sowie Orchideen wie Frauenschuh, Bienen-Ragwurz und Dreizähniges Knabenkraut nachgewiesen werden.
BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Die Naturschutzmaßnahmen in der Hohen Schrecke leisten über die Region hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen Buchenwaldgebietes, das in Europa Seltenheitswert hat. Das Projekt ist ein wichtiger
Baustein in der nationalen Strategie cler Bundesregierung zur Biologischen Vielfalt. Zugleich unterstützt das Vorhaben die Entwicklung eines naturnahen Tourismus und hilft, regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren.
In dem Projektgebiet sollen 1700 Hektar Wald aus der Nutzung entlassen werden und sich ohne menschliches Zutun wieder in einen Un/vald entwickeln können. Dazu kommt eine weitere Fläche von bis zu 4000 Hektar, auf der in Zukunft nur noch besonders naturnahe
Forstwirtschaft betrieben wird. Ziel ist, gemeinsam mit Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung und Tourismus ein natun/erträgliches und bundesweit beispielhaftes Management für das Gebiet zu entwickeln.
Der Projektträger, die Naturstiftung David, hat in einer ersten Projektphase einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Gebiet erstellt. Jetzt beginnt die zweite Phase, die Umsetzung des Projekts. Einige Maßnahmen: Eichenwald und Streuobstwiesen werden neu gepflanzt, Bäche renaturiert, wichtige Flächen gekauft und Waldbesitzer für ihren Nutzungsverzicht entschädigt.
Mit dem Bundesförderung chance.natur" trägt der Bund seit 35 Jahren zur Erhaltung großflächiger, national bedeutsamer Landschaften und des Nationalen Naturerbes bei.Insgesamt wurden bisher mehr als 78 Vorhaben gefördert. Betreut werden die Projekte durch das Bundesamt für Naturschutz.
Der heutige Gastgeber der Veranstaltung und eng mit der Region verbunden, und Betreiber des Gutshauses Georg v. Bismarck, hier im Gespräch mit Sozialministerien Heike Taubert und Landrätin Antje Hochwind.
Ja und wie war das mit dem Urwald?
Bevor es zur Übergabe des Förderbescheides kam, hatte man eine Exkursion ins Wiegental gemacht, allein hier sind die 10 der 14 Fledermausarten der Region nachweisbar. In Gesprächen mit den Forstleuten des Thüringenforsts erfuhr die Bundesministerin, dass man eben nicht immer den Wald so wachsen lassen kann wie man will. Sehr wertvoll in einem Laubwald (wie in der "Hochen Schrecke) sind eben auch die Eichen. Allerdings haben die schneller und größer wachsenden Buchen die Eichen bald völlig unterdrückt, wenn die helfenden Hände der Forstwirtschaft nicht eingreifen würden. Deshalb besteht nicht das Ziel darin, einen Urwald wuchern zu lassen.
Wie sagte Reinholz in der Diskussion, der gepflegte Wald hat einen höheren Artenreichtum, als ein "reiner Urwald", zumindest hier in Mitzteleuropa. Ziel des Großprojekts Hohe Schrecke ist es ja, auch den sanften Tourismus zu entwickeln. Von den 2.000 Hektar Waldfläche werden nur rund 200 ha "Urwald" werden.
Abschließend dankte Adrian Johst allen bisher an dem Projekt beteiligten Personen und Einrichtungen, insbesondere den privaten Waldbesitzern, die hier sehr gut mitgezogen haben. Ein besonderer Dank ging aber an drei Personen der Region, so Wilhelm Millowitzer , ehemaliger Bürgermeister von Wiehe, Dagmar Dittmer die aktuelle Bürgermeisterin und Gudrun Holbe die ja auch Bürgermeister von Donndorf ist, für die Unterstützung aus der Region. Gerade die Unterstützung durch die Kommunen war ja auch von Vertretern der Naturschutzverbände hervor gehoben worden.



























