eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 09:04 Uhr
26.03.2014

Atomkraft hat keine Zukunftsaussichten

Der Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sowohl aus technischen als auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll und sollte wie geplant bis Ende 2022 vollzogen werden. Das geht aus einer aktuellen Analyse hervor...


„Die Atomkraft entzieht sich jeglicher ökonomischen Rationalität“, sagt Forschungsdirektor Christian von Hirschhausen . „Noch nie konnte auf der Welt ein Atomkraftwerk wirtschaftlich betrieben werden, wenn man die Risiken für Mensch und Umwelt, Kosten für einen späteren Rückbau und die Endlagerung sowie die notwendigen Ausgaben für Infrastruktur, Forschung und Entwicklung miteinbezieht.“

Anzeige symplr (1)
Als sicherste und kostengünstigste Variante erscheine daher der Ausstieg aus der Atomkraft. „Deutschland kann unbeirrt an seinem Atomausstieg festhalten, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Das gilt auch für die Abschaltung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld im Jahr 2015“, so von Hirschhausen. Vordringlich ist den DIW-Forschern zufolge die Suche nach einem geeigneten Endlager für radioaktive Abfälle.

Versorgungssicherheit ist gewährleistet

Aus energiewirtschaftlicher Perspektive ist der Atomausstieg unproblematisch: Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist Mitte der 2020er Jahre auch ohne Atomkraftwerke gewährleistet. Das legen Forschungsergebnisse des DIW Berlin aus dem vergangenen Jahr nahe, denen zufolge die Stromnachfrage auch nach dem Ausstieg aus der Kernenergie an allen Orten und auch zu Spitzenlastzeiten bedient werden kann, sofern verfügbare Optionen wie Lastmanagement oder Kapazitätsverträge mit dem Ausland genutzt werden.

Die Berechnungen ergaben, dass bei einer Fortschreibung der derzeitig praktizierten Reservekraftwerksverordnung bis Mitte der 2020er Jahre eine ausgeglichene Leistungsbilanz im deutschen Stromsystem herrscht, die durch mögliche Handelsströme aus dem Ausland weiter entlastet wird. In Deutschland sind in den vergangenen Jahren Kraftwerkskapazitäten in einer Größenordnung ans Netz gegangen, die die gesamte Atomkraftkapazität übersteigen – eine Versorgungslücke ist also nicht zu befürchten.

Dafür sprechen auch die Rekordexporte von Strom ins Ausland im vergangenen Jahr. Auch Netzengpässe stellen keine Belastung für das Stromsystem dar, das deutsche Stromnetz ist gut ausgebaut und sicher. Für den Atomausstieg spricht zudem, dass Atomkraftwerke in ihrem Betrieb sehr unflexibel sind und somit nicht zur Flexibilität eines auf erneuerbaren Energien basierenden Systems beitragen.

In Europa bestehen sehr unterschiedliche Einschätzungen hinsichtlich der Atomkraft. Während sich neben Deutschland auch Belgien und die Schweiz zum Atomausstieg entschlossen haben, wollen Länder wie Frankreich, Großbritannien und Polen auch künftig auf Kernenergie setzen. „Die Kosten der Atomkraft unterschätzt die Europäische Kommission in ihren Szenarioanalysen allerdings massiv“, kritisiert Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin.

„Die Vorschläge aus den Referenzszenarien, die einen massiven Ausbau der Atomkraft nahelegen, darunter den Bau von allein sieben Atomkraftwerken in Polen, sind mehr als unrealistisch.“ Die erheblichen Subventionen für einen Neubau in England zeigten exemplarisch, dass die Atomenergie weder kostengünstig ist, noch ohne finanzielle Unterstützung auskommen kann, so Kemfert. Beim derzeitigen Bau neuer Reaktoren in Finnland und Frankreich sind die Kosten explodiert; die Meiler werden die teuersten jemals gebauten Kernkraftwerkskapazitäten sein.

Auch weltweit kann nach Ansicht der DIW-Forscher von einer Renaissance der Atomkraft keine Rede sein: Laufende Ausbauprojekte konzentrieren sich auf wenige Länder, insbesondere China. Der jährliche globale Ausbau der Atomkraft erreichte seinen Höhepunkt bereits Mitte der 80er Jahre und ist seitdem fast zum Erliegen gekommen. In vier der vergangenen sechs Jahre war eine Nettoreduktion der weltweiten Kapazität zu beobachten. Angesichts des hohen Alters vieler Reaktoren – mehr als 80 Prozent sind bereits älter als 20 Jahre – dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Schon heute ist der Anteil des Atomstroms an der weltweiten Stromerzeugung rückläufig und lag im Jahr 2012 bei nur noch elf Prozent.

„Generationenversagen“ bei Endlagersuche

Äußerst dringend ist die Schaffung eines geeigneten Endlagers für hochradioaktiven Atommüll, betonen die DIW-Forscher. Diesbezüglich seien weder in Deutschland noch weltweit in den vergangenen sechs Jahrzenten konkrete Fortschritt erzielt worden. „Bei der Endlagersuche haben drei Generationen versagt“, sagt Christian von Hirschhausen. Im Bereich der Zwischenlager sind in Morsleben (Sachsen-Anhalt) sowie in der Schachtanlage Asse (Niedersachsen) sogar herbe Rückschritte zu beobachten, die Schächte werden von Wasser geflutet und drohen einzustürzen. Die Umweltpolitik müsse hinsichtlich der Endlagerfrage aktiver vorgehen, dies beinhalte auch die Entwicklung von Finanzierungsmodellen für die Endlagerung.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Bodo Bagger
26.03.2014, 13:39 Uhr
Oh muss das Wind und Solarlobbyinstitut
DIW mal wieder versuchen die mausetote Energiewende zu befeuern und zu retten, was aus ökonomischer Sicht schon lange nicht mehr zu retten ist und aus ökologischer Sicher totaler Schwachsinn ist?

Mal so im verborgenen. Die großen Automobilzulieferer in Schweinfurth wo ja bekanntlichermaßen Grafenrheinfeld nebenan liegt haben schon angekündigt, dass wenn es keinen verlässlichen und für die Produktion notwendigen Grundlaststrom bereitgestellt wird unter Umständen die Produktion stillgelegt und ca. 5500 Menschen arbeitslos würden. Ein Ersatzkraftwerk ist in der Kürze der Zeit nicht in Sicht. Bei der Netzargentur gibt es mitlerweile Bestrebungen das KKW Grafenrheinfeld als Systemrelevant einzustufen und per Zwangsverordnung weiterbetreiben zu lassen. Alles Fakten, die das DIW nicht nennt.

Dann wäre da noch das atomare Endlager und die angebliche Bereitschaft dieses zu bauen. Schaut man mal über den lilagrünen heimelig guten deutschen Tellerrand ins benachbarte Europa, so gibt es dort ausser in einem Land (Finnland) auch kein betriebsbereites Endlager. Wird es auch nie geben und ist vorallem auch nicht notwendig. In den derzeitigen Leichtwasserreaktoren werden gerade mal 5% der enthaltenen Energiemenge technisch genutzt. Mit Technologien wie z.B. der Transmutationstechnologie '(Myrrha Versuchsreaktor) und neuen Generation IV Reaktorkonzepten können diese Brennelemente in Sicheren, weil UNTERKRITISCHEN Reaktoren unter Nettoenergiegewinn weitergenutzt werden. Die nach dem Ende diese Zykluses anfallende endzulagernde Menge beträgt ca. 1/5 der jetzigen und die Einlagerungszeit ca. 300 Jahre anstatt 100.000 Jahre. Selbst in Finnland wo bekanntlich ein Endlager existiert wird dieses niemals in Betrieb gehen weil man selbst dort den volkswirtschaftlichen Wert der abgebrannten BE erkannt hat.
Das vom DIW angeprangerte fehlende Endlager ist vielmehr und dessen beschleunigte Suche ist vielmehr der Versuch der Wind und Solarlobby Fakten zu schaffen und mit dem Verbot (ja das können die Grünen besonders gut) der Nuklearforschung den derzeitigen Status Quo und die damit üppig sprudelnden Subventionsquellen für Landwirte und Solarbauern zu erhalten.

Im übrigen hat Deutschland im vergangenen Jahr aufgrund der fehlenden Speichermöglichkeiten für Solar und Windstrom und aufgrund des Volatitilität und fehlenden Leitungen mehr CO2 erzeugt als je zu vor. Leute, Strom als Form der Energie ist das Brot des 21 Jahrhundert und zwar 24/7.

Kürzlich hatte eine Studie des MIT gezeigt, dass unter Berücksichtigung der Folgekosten der Energiewende, also Speicherausbau, Netzausbau, Leitungsverluste und vorallem unter Berücksichtigung des Rückbaus und der Entsorgung der angeblich Umweltfreundlichen Windkraftanlagen und Solarfelder ein kWh Preis von 80 bis 90 Cent herauskommt.

Selbst Greenpeace USA hält mitlerweile offiziell die Kernenergie für unverzichtbar um die Ziele des reduzierten CO2 Ausstosses zu erreichen.

Um den Hintergrund der sagen wir es mal Gefälligkeitsstudie des DIW zu kennen, muss man die Struktur dieses Institutes kennen. Das DIW hängt maßgeblich von Fördergeldern des Windergieverbandes und den Resten der in Deutschland noch existierenden Solarindustrie ab. Zudem ist es in seinen Gremien mit genau diesen Protagonisten besetzt. Von daher könnte ich auch den Bäcker nebenan fragen, wer die besten Brötchen der Stadt hat. Die Antwort sollte bekannt sein.
Flitzpiepe
26.03.2014, 14:28 Uhr
Atomlobbyist
Da Sie, Herr Thümmel, hier in der Runde ja DER Atomlobbyist sind, kann ich Sie genau so wenig ernst nehmen wie das DIW. Hier kämpft doch eine Lobbygruppe gegen die andere.

'wes Brot ich ess, des Lied ich sing' heißt es doch so schön und könnte nicht besser auf Sie zutreffen. Ihr vorletzter 'Brötchen'satz ist also absurd.

Diese ganzen Aussagen von Lobbyisten kann man doch in die Tonne treten. Nur leider werden wir von Euch regiert. Mal weht der Wind nach der einen Seite und dann mal wieder nach der anderen...
Bodo Bagger
26.03.2014, 16:22 Uhr
wieso lobbyist?
machen Sie sich schlau, ausserhalb der deutschen Medien. Recherchieren Sie zu den Themen selbstständig.

Es ist schon bezeichnend, wenn selbst Greenpeace mitlerweile die Kernkraft als unverzichtbar zum Erreichen der Klimaziele sieht. Wurde übrigens auch so im Greenpeace Magazin veröffentlicht.

Ausserdem wüsste ich nicht, inwieweit ich Lobbyist wäre. Ich sitze weder in den Entscheidungsgremien, die über den Energiekurs in Deutschland entscheiden noch hängt mein Arbeitsplatz von der Entwicklung in Deutschland ab.
Zugegeben ich arbeite in der Energietechnik, Nuklear wie Konventionell aber wiegesagt wir arbeiten Weltweit und der Anteil des Deutschlandgeschäftes ist gelinde gesagt zu vernachlässigen. Mir persönlich ist es auch egal ob ich eine Anlage in China, Indien, Finnland oder Belgien plane und baue.

Ich sehe es Ihnen daher auch gern nach, dass Sie hier gleich mit dem Wort Atomlobbyist kommen. Schon mal darüber nachgedacht, dass es in Deutschland gar keine Atomlobby mehr gibt, so es denn je eine gegeben hat? Ich denke wir haben den gesellschaftlichen Konsensmit 99,9% dass wir keine Kernkraft mehr brauchen?

Ich bin da nicht festgelegt, suchen wir halt einen anderen Weg in Schwachwind und Sonnenzeiten für die Grundlastabdeckung... z.B. Nuklearstrom aus dem benachbarten Ausland allerdings dieses zu den dort geltenden Sicherheitsbestimmungen, die eben keine Ereignisse wie Flugzeugabsturz, Berstdruckwellen, Unterwasserexplosionen etc. abdecken. Im Falle des Falles wird die Wolke dann schon vor Deutschland halt machen....

Im übrigen ist auch die Aussage des DIW zur nuklearen Erzeugungskapazität falsch. 2013 und auch 2014 hat bzw. wird sich diese erstmalig wieder erhöhen, Dank der vielen Neubauten in China, Indien, UAE etc.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)