Fr, 13:16 Uhr
11.04.2014
Neues aus Berlin (20)
Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Johannes Selle (CDU) zum Thema: 20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda". Johannes Selle mahnt zur Aufarbeitung der Geschichte
Am vergangenen Wochenende reiste der Thüringer Bundestagsabgeordnete Johannes Selle auf Einladung der Parlamentspräsidentin der Republik Ruanda als Vertreter der Unionsfraktion nach Kigali. In der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes nahm er gemeinsam mit den Abgeordneten Dr. Karamba Diaby (SPD) und Peter Meiwald (Bündnis90/Die Grünen) an der zentralen Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag des ruandischen Genozids teil.
Der noch immer ungeklärte Abschuss des Flugzeugs von Präsident Juvénal Habyarimana am 7. April 1994 markierte den Auftakt eines gut drei Monate andauernden und von langer Hand geplanten Völkermordes. Radikale Hutu-Milizen hatten es sich zum Ziel gesetzt, die Minderheit der Tutsi wie auch gemäßigte Hutu für immer auszulöschen. Rund 800.000 Menschen fanden in diesen wenigen Wochen einen grausamen Tod.
Nachbarn töteten Nachbarn, Ehemänner ihre Frauen, sogar Säuglinge und Kinder wurden von Müttern zum Töten ‚abgegeben‘, da ihre Ehemänner Tutsi waren. Die Grausamkeiten dieses Genozids sind nur schwer in Worte zu fassen, resümiert Johannes Selle seine Erfahrungen aus Gesprächen und Besuchen vor Ort.
Ruanda war mit Leichen gepflastert - nachgestellte Szene während der Gedenkfeier.
Die ruandische Gesellschaft trägt schwer an dieser Vergangenheit. Denn trotz der staatlich verordneten Versöhnung sitzen die Wunden in der Bevölkerung tief. Täter und Opfer leben heute –wie auch vor dem Genozid- wieder Tür an Tür.
Die zentrale Gedenkveranstaltung mit gut 50.000 Teilnehmern im Stadion Kigalis ist Johannes Selle in besonderer Erinnerung geblieben. Die Gedenkfeier wurde begleitet von den Schreien unzähliger Menschen, die im Verlauf der Veranstaltung weinend zusammenbrachen und medizinische versorgt werden mussten, berichtet Selle.
Aufarbeitung, Versöhnung und Wege des Erinnerns standen dann auch im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, an der Johannes Selle als einziger deutscher Vertreter in Kigali teilnahm. Vor Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und der internationalen Gemeinschaft stellte dieser den deutschen Weg der Aufarbeitung des Holocaust und die diesbezügliche Rolle des Parlamentes vor. Die umfassende Aufarbeitung eines Genozids ist eine gesamtgesellschaftliche und langwierige Aufgabe betonte Selle, im Zuge dessen er der ruandischen Seite Deutschlands fortwährende Unterstützung in diesem Prozess zusicherte.
Bereits am Freitag vergangener Woche verabschiedete der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit einen von den regierungstragenden Fraktionen und Bündnis90/Die Grünen eingebrachten Antrag, der den Genozid erneut verurteilte und eine weitere Unterstützung Deutschlands bei der Aufarbeitung des Völkermordes forderte. Ein für die Ruander wichtiges Signal. Denn Deutschlands Weg der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen ist in Ruanda ein großes Vorbild, ebenso wie die europäische Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg vielen afrikanischen Staaten ein Beispiel ist berichtet Johannes Selle nach Rückkehr von seiner Reise.
Wahlkeisbüro Johannes Selle
Autor: khhAm vergangenen Wochenende reiste der Thüringer Bundestagsabgeordnete Johannes Selle auf Einladung der Parlamentspräsidentin der Republik Ruanda als Vertreter der Unionsfraktion nach Kigali. In der Hauptstadt des ostafrikanischen Landes nahm er gemeinsam mit den Abgeordneten Dr. Karamba Diaby (SPD) und Peter Meiwald (Bündnis90/Die Grünen) an der zentralen Gedenkveranstaltung zum 20. Jahrestag des ruandischen Genozids teil.
Der noch immer ungeklärte Abschuss des Flugzeugs von Präsident Juvénal Habyarimana am 7. April 1994 markierte den Auftakt eines gut drei Monate andauernden und von langer Hand geplanten Völkermordes. Radikale Hutu-Milizen hatten es sich zum Ziel gesetzt, die Minderheit der Tutsi wie auch gemäßigte Hutu für immer auszulöschen. Rund 800.000 Menschen fanden in diesen wenigen Wochen einen grausamen Tod.
Nachbarn töteten Nachbarn, Ehemänner ihre Frauen, sogar Säuglinge und Kinder wurden von Müttern zum Töten ‚abgegeben‘, da ihre Ehemänner Tutsi waren. Die Grausamkeiten dieses Genozids sind nur schwer in Worte zu fassen, resümiert Johannes Selle seine Erfahrungen aus Gesprächen und Besuchen vor Ort.
Ruanda war mit Leichen gepflastert - nachgestellte Szene während der Gedenkfeier.
Die ruandische Gesellschaft trägt schwer an dieser Vergangenheit. Denn trotz der staatlich verordneten Versöhnung sitzen die Wunden in der Bevölkerung tief. Täter und Opfer leben heute –wie auch vor dem Genozid- wieder Tür an Tür.
Die zentrale Gedenkveranstaltung mit gut 50.000 Teilnehmern im Stadion Kigalis ist Johannes Selle in besonderer Erinnerung geblieben. Die Gedenkfeier wurde begleitet von den Schreien unzähliger Menschen, die im Verlauf der Veranstaltung weinend zusammenbrachen und medizinische versorgt werden mussten, berichtet Selle.
Aufarbeitung, Versöhnung und Wege des Erinnerns standen dann auch im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, an der Johannes Selle als einziger deutscher Vertreter in Kigali teilnahm. Vor Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und der internationalen Gemeinschaft stellte dieser den deutschen Weg der Aufarbeitung des Holocaust und die diesbezügliche Rolle des Parlamentes vor. Die umfassende Aufarbeitung eines Genozids ist eine gesamtgesellschaftliche und langwierige Aufgabe betonte Selle, im Zuge dessen er der ruandischen Seite Deutschlands fortwährende Unterstützung in diesem Prozess zusicherte.
Bereits am Freitag vergangener Woche verabschiedete der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit einen von den regierungstragenden Fraktionen und Bündnis90/Die Grünen eingebrachten Antrag, der den Genozid erneut verurteilte und eine weitere Unterstützung Deutschlands bei der Aufarbeitung des Völkermordes forderte. Ein für die Ruander wichtiges Signal. Denn Deutschlands Weg der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen ist in Ruanda ein großes Vorbild, ebenso wie die europäische Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg vielen afrikanischen Staaten ein Beispiel ist berichtet Johannes Selle nach Rückkehr von seiner Reise.
Wahlkeisbüro Johannes Selle

