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Fr, 09:53 Uhr
16.05.2014

"Klares Marktversagen"

Die "Gier" der Banken sei "nach wie vor vorhanden" heißt es heute aus der Verbraucherzentrale Thüringen. Die Verbraucherschützer überprüften die "horrenden" Zinsen für Dispositionskredite...

Banken und Sparkassen verlangen seit Jahren horrende Zinsen für Dispositionskredite. Wer langfristig per Dispo finanzielle Engpässe überwinden will, läuft zudem Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen. Verbraucherinnen und Verbraucher können darüber hinaus häufig nicht erkennen, wie und wann sich die Zinsen verändern. Gerade viele Institute sind relativ teuer und verstecken die Informationen zur Höhe der Zinsen gern. Fehlende Transparenz gibt es auch auf den Internetseiten einzelner Institute.

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Nach einem Marktcheck der Verbraucherzentrale Thüringen Ende April/Anfang Mai 2014 verlangen die Banken in Thüringen Dispozinsen von bis zu 13,74 %. Die Zinssätze für die geduldete Überziehung reichen sogar bis zu 18,2 %. Dazu hat die Verbraucherzentrale Thüringen die Internetseiten von 41 Banken mit Sitz oder Filialen in Thüringen sowie einige ausgewählte Online-Banken untersucht. Der Test der Verbraucherzentrale Thüringen hat gezeigt, dass es auf den Homepages bei den meisten Banken so einiger Klicks bedarf, bis die entsprechende Information auf der Homepage gefunden werden konnte.

Angesichts eines EZB-Leitzinssatzes in der Euro-Zone von 0,25 % sind nach Auffassung der Verbraucherzentrale Thüringen Dispozinsen von über 13% ein Beispiel für Marktversagen und für die nach wie vor vorhandene Gier der Banken. „Hier gibt es klaren Handlungsbedarf. Verbraucher wünschen sich übersichtliche und leicht zugängliche Informationen“, vertritt Andreas Behn, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Thüringen, die Meinung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher. Zudem dürften überzogene Zinsen für Dispokredite nicht länger eine lukrative Einnahmequelle für Banken und Sparkassen sein und für Benachteiligung von Bankkunden auch in Thüringen stehen. Dispozinsen sollten auf ein vernünftiges Maß begrenzt werden.

Die Verbraucherzentrale Thüringen schlägt einen Zinsdeckel von sieben Prozent über dem 3-Monats-Euribor als Referenzzinssatz vor. Es sei an der Zeit, endlich klare Regeln festzuschreiben. Politik und Gesetzgeber seien hier gefordert.
Autor: red

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Kommentare
Real Human
16.05.2014, 12:20 Uhr
Marktversagen? Nein, Wählerversagen!
Zynisch formuliert: Ihr wolltet es doch so! Alle paar Jahre hat jeder Wahlberechtigte die Möglichkeit durch seine Stimme auf die Gesetzgebung Einfluss zu nehmen.

Wenn weiter solche Parteien wie z.B. CDU/CSU und SPD mit großer Mehrheit gewählt werden, wird sich effektiv nur sehr wenig ändern. Zins- bzw. Profitmaximierung – oder einfach die Habgier – sind die Haupttriebkräfte des Kapitalismus.

Dagegen ist – solange kein Schaden für Andere entsteht – auch nichts einzuwenden, denn z.B. innovative Firmengründer benötigen Startkapital. Wer wie viel davon bekommt, sollten nicht nur träge Staatsbürokraten entscheiden dürfen. Ein gewisses Maß an Privatwirtschaft kann also auch im Finanzsektor nützlich sein.

Wenn die Geldmacherei aber ganze Volkswirtschaften zu ruinieren im Stande ist, sollten verantwortungsvolle Gesetzgeber rechtzeitig einschreiten, wie z.B. mit der im Artikel vorgeschlagenen Zinsdeckelung. Die mächtige Bankenlobby sorgt jedoch immer wieder für versteckte Umgehungsmöglichkeiten in den Gesetzestexten, bei denen manche Politiker gern mitspielen – Parteien können an Spenden ja nie genug bekommen!

Wer daran etwas ändern will, sollte sich also solche Parteien aussuchen, die für Parteispenden von Banken, Versicherungen usw. am wenigsten empfänglich sind (und auch sonst verantwortungsvolle Entscheidungen treffen).

Immer mehr wird – gerade was den Finanzsektor betrifft – in den europäischen Institutionen entschieden. Deshalb ist das Ergebnis der Europawahlen für uns alle so wichtig. Erstmalig gibt es dabei keine verfassungswidrige Prozentklausel – also ein wichtiges Argument weniger für Wahlverweigerer.

Aber leider sind auch Wahlberechtigte meistens stupide „Gewohnheitstiere“. Es wird also weiter gejammert werden, obwohl man selbst mitverantwortlich ist!
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