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Sa, 17:08 Uhr
24.05.2014

Betrachtung: Ich wähle und ich wähle nicht

Morgen ist Sonntag und Wahltag gleichermaßen. Zu wählen sind Gremien, die unterschiedlicher und weiter entfernt nicht sein könnten. Dazu eine persönliche Betrachtung...


Mit keiner anderen Wahl als der Kommunalwahl können wir Wähler Einfluss auf die Zusammensetzung eines Rates so unmittelbar nehmen. Wir können die Personen mit Vertrauen, sprich, Kreuzen ausstatten, von denen wir überzeugt sind, dass sie Politik im Sinne der Menschen in einem abgegrenzten und überschaubaren Raum machen. Mitunter kennen wir diese Menschen auch persönlich, können sie beurteilen oder einschätzen.

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Ich habe die zur Verfügung stehenden drei Kreuze hinter drei Personen gemacht. Dabei war mir deren Listen- oder Parteizugehörigkeit "schnuppe". Es sind Menschen, die für mich integer sind, die nicht des persönlichen Vorteils wegen auf der Liste zu finden sind. Kurzum: es sind Frauen und Männer meines Vertrauens.

Ich habe bewusst nicht das Kreuz bei einer Partei gemacht, weil ich nicht die ersten drei Kandidaten automatisch mit Stimmen versorgen will. Dabei sind auch Politiker zu finden, die eigentlich - moralisch gesehen - nicht auf die Stimmzettel gehören. Aber was ist schon Moral in der Politik? Zu diesem Wählerbetrug sind in dieser Zeitung schon viele Millionen Bites und Bytes verschwendet worden. Ohne Wirkung.

Ich nutze diese Wahl. Sie ist - neben den Bürgermeister- und Landratswahlen - die unmittelbarste, die ehrlichste. Auch, weil ich Kandidat A oder B nach zwei oder drei Jahren auf der Straße ansprechen und abfragen kann, ob er denn das umgesetzt hat, was er mir einst versprochen hat. Ich glaube, von diesem Vorzug machen immer noch zu wenige Menschen Gebrauch. Also, liebe Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen, nutzen Sie diese Chance, die nur alle fünf Jahre wiederkehrt und machen Sie drei Kreuze.

Nur ein Kreuz muss man auf den Zettel zur Europawahl setzen. Dieses Kreuz aber erspare ich mir und ich will das begründen. Ich fühle dieses Europa nicht, vor allem aber fühle ich nicht die angeblich so wohltuenden Folgen jener Politik, die von denen gemacht wird, die sich wieder wählen lassen wollen. Die Politik von Parlament und Kommission ist alles andere, nur nicht vermittelbar.

Dass ich mit diesen Eindrücken nicht allein bin, zeigt allein das Bemühen des staatlichen deutschen Funk- und Fernsehens, geradezu penetrierend das angeblich so vorteilhafte Europa den Menschen einzupauken. Hier eine Sondersendung, da ein Feuilleton. Es scheint gerade so, als ob Funk und Fernsehen, aber auch die sogenannten Leitmedien einen staatlichen Erziehungsauftrag bekommen hätten und dem dummen Volke ihr Europa schmackhaft zu machen. Zumindest für einen Tag, den morgigen Sonntag. Dieser Tag, dieses eine Kreuz reicht dann für das Befragen der Europäer, das ob der Gründung der EU oder der Einführung des Euro nie befragt wurde.

Ich kann aus verschiedenen anderen Gründen kein Kreuz machen. Einer davon ist, dass ich es nicht hinnehmen will, aber hinnehmen muss, dass der Geheimdienst eines befreundeten europäischen Staates (MI6) eher den Inhalt einer Mail von mir zu kennen in der Lage ist, ehe ihn der Adressat zu Gesicht bekommt. Ich will auch nicht, dass mir vorgeschrieben wird, ob und welche Glühlampe ich benutzen will.

Dieses angebliche Europa der Menschen kann mir keiner erklären, das Europa der Großkonzerne schon. Noch ist es nicht mein Europa, noch nicht und vielleicht schafft es jemand, mir dessen Vorteile für mich und meine Familie zu erklären. Außer den offenen Grenzen und den nicht mehr vorhandenen Wechselkursen. Ich bin gespannt - die nächsten fünf Jahre.
Peter-Stefan Greiner
Bildquelle: kai Stachowiak / PIXELIO
Autor: red

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Kommentare
Harzer_jung
24.05.2014, 23:25 Uhr
vielen Dank!
Sie haben mit ihrem Text mir aus der Seele gesprochen.

Auch ich werde nachher meine Stimmen einzelnen Personen geben. Von dieser Möglichkeit machen leider viel zu wenig Leute gebrauch.

Ich persönlich hoffe ja das der neue Stadtrat endlich die Aufzeichnung und Übertragung der Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse umsetzt.

Bei der Europawahl: ich denke das ist Die Partei diesmal das kleinste, bzw interessanteste, hat man dich versprochen das nach 4 Wochen der jeweilige Aggeordenete zurücktritt und dem nächsten den Platz überlässt :-)
Allein auf grund dieses Versprechens wünsch ich mir die knapp 1% für DIE PARTEI. Ich will wissen ob Sonneborn und Co dieses Versprechen umsetzten :-)
Pe_rle
25.05.2014, 09:12 Uhr
Wahlsonntag
Herr Greiner,
genau den Nagel auf den Kopf getroffen
HUKL
25.05.2014, 10:54 Uhr
Bürger wählt heute !
Durch seine fast immer spürbare Offenheit passt dieser „Hans Dampf in allen Gassen“, Herr P.S. Greiner, genau an diese Stelle und wirkt ständig förmlich als erster Empfänger von guten und weniger guten Bürgermeinungen zu all den verschiedenen Dingen des täglichen Alltages, die um uns herum passieren und eventuell unser Leben in gewisser Form irgendwie beeinflussen. Besonders die ausgeprägte Vielfalt seiner eigenen Beiträge und die danach folgenden Reaktionen der Lesermeinungen finde ich immer spannend, egal, um welches Thema es sich gerade handelt.

Bei diesem Bericht zur heutigen Europawahl der 28 Mitgliederstaaten horchte ich allerdings auf und kann ihm nur bis zu einem bestimmten Weg folgen! Warum?

Nur innerhalb von fünf Jahren wird uns europäischen Bürgern die seltene Möglichkeit gegeben, durch eine möglichst hohe Wahlbeteiligung mit entsprechenden Kreuzen an der (hoffentlich) jeweils richtigen Stelle, das Europäische Parlament direkt wählen zu können, um damit die vermutlich ehrlichen und vertrauenswürdigen Kandidaten bzw. Parteien indirekt aufzufordern, sich gemäß ihrer gesteckten Ziele, die verschiedenen „Unzulänglichkeiten“ und Konflikte auf unserem Erdteil Europa zu verändern bzw. gar zu beseitigen!

Es nützt doch eigentlich der Allgemeinheit herzlich wenig, wenn sich in unserem Land zum Beispiel die amtierende „Groko“ von der gefährlichen Atomkraft möglichst zeitnah verabschieden will, doch verschiedene Nachbarländer weiter damit arbeiten wollen und sogar mit unserer Unterstützung neue Werke bauen! Deshalb kann ein Fortschritt doch nur mit geballter (Wahl-) Kraft eintreten, weil derzeitig ein optimales Zusammenspiel zwischen der EU und dem Schutz unseres Klimas durch die CO ²-Schleudern der vorhandenen und neugeplanten Kohlekraftwerke in der Lausitz überhaupt nicht erkennbar ist. Und diese Beispiele könnten fortgeführt werden, (nicht unbedingt nur die krummen Gurken, die zu langen Clo-Rollen oder zu große Glühbirnen), mit meinem nochmaligen Hinweis, dass nur eine möglichst hohe Beteiligung der richtige Weg in die Zukunft sein kann, weil auch eventuell unpopuläre Entscheidungen sich dann auf viele Schultern verteilen würden!

Es wäre übrigens längst an der Zeit, dass das zukünftige Europa eine wahre „Volksgemeinschaft“ wird und nicht wie bisher, lediglich nur eine „Gemeinschaft von Völkern“! Und dazu könnten u. a. genau Leute wie Herr Greiner und jeder andere Einzelne dazu beitragen, die allerdings , anders als er, ein Kreuz auf den Zettel der Europawahl setzen müssten. Er, der bei vielen Möglichkeiten nach einer gewissen Zeit seine „Gewählten“ bei den verschiedenen Treffs, anlässlich von Wirtschaftsforen, Streitereien im Rathaus oder bei Talkrunden „ausgewählte Persönlichkeiten“ nach Belieben ansprechen kann, welche guten Taten sie erbringen konnten, sind vielerorts die Politiker plötzlich für Monate oder gar Jahre wieder untergetaucht, die, wie der Redakteur völlig richtig bemerkte, mit geballter Kraft und zusammengetrommelten Helfern noch ca. eine Woche vor dem heutigen Wahltermin vor den Rathäusern alle Städte und Gemeinden ihre Fotos und Karten mühevoll und fast bettelnd unter die Leute bringen wollten!

Es ist wirklich nicht die richtige Art, wenn man neben den hängenden noch so großen Plakaten an allen möglichen Wänden, Bäumen und Laternenpfählen erst fünf Minuten vor zwölf mit dem Verteilen von Luftballons, Gummitierchen, Kugelschreiber, Hundetüten, Feuerzeuge oder sogar mit Kutschfahrten die Massen „ködern“ will……..

Nun liegt es an jedem Einzelnen, was aus unserem zukünftigen Europa wird!
Retupmoc
25.05.2014, 16:09 Uhr
Prognosen
Glaubt man den Prognosen zur Wahlbeteiligung zur Europawahl, dann hat meine favorisiere Partei klar gewonnen. Die Partei der Nichtwähler, die sich nicht mehr verdummen lassen und als Stimmvieh zur Auszählung gehen.
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