Mo, 20:03 Uhr
26.05.2014
Paul Josephs & Band
Eine Rückblick auf das Konzert von Paul Josephs & Band macht Fred Böhme vom Panoramamuseum Bad Frankenhausen...
Am jüngst gastierte im Panorama Museum Paul Josephs aus New York (Gitarre und Gesang) und an seiner Seite der Bassist Mark Beumer, der einigen Anwesenden bereits von den Konzerten mit Casey Shea oder Joy Askew bekannt war und anders als angekündigt am Schlagzeug der kongeniale Henning Luther, der an dieser Stelle bereits als Drummer von Pro Art aufgetreten ist.
(von links nach rechts: Henning Luther, Paul Josephs und Mark Beumer)Foto Paul Josephs & Band, live 2; Rechteinhaber: Olaf Telle
Schon im Soundcheck zeigte sich, dass die Mitglieder dieser temporären Boy-Group sich mochten, herum blödelten und auch auf der Bühne sich musikalisch gegenseitig anstachelten. Wen wundert es, denn die musikalische Qualität der Songs von Paul Josephs ist überdurchschnittlich.
Henning meinte nach dem Konzert, dass die Arbeit mit Paul nicht irgendeine langweilige Singer-Songwriter-Mugge sei, denn Paul habe ein außerordentliches Rhythmusgefühl und allein darin schon eine große Variationsbreite. Und dieses Lob von einem Schlagzeuger, der zwischen Rock, Jazz und Avantgarde-Musik zu Hause ist, muss wohl als Referenz aufgefasst werden. Denn bei seinen Songs kennt Paul keine Scheuklappen, beginnt mal eine Nummer mit Fusion-Jazz-Klängen und fällt dann in einen straighten Geradeaus-Rock-Refrain, lässt den funky Soul der frühen 70er aufleben und wechselt unvermittelt in einen verschleppten, taumelnd-schwingenden Reggea-Rhythmus.
Und das trägt er grinsend und mit großer Spiellust vor, erst recht mit diesen Mitmusikern an seiner Seite, die mit ihm auf Augenhöhe agierten und da konnte es schon passieren, dass Henning ihn mal mit dem Schlagzeug heftig voran trieb. Doch dieser Wettbewerb und die Lust am Spiel konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass Paul der Dirigent des Abends war und mit kleinen Gesten die Choreographie seiner Songs bestimmte. Bei Paul Simons Fifty ways to leave your lover traf Henning einmal nicht so ganz den von Paul gewünschten Rhythmus, den der dann ganz einfach ins Mikrofon zischelte (landläufig Beatboxing genannt) und sofort reagierte der Mann am Schlagzeug.
Paul ist ein sehr versierter Gitarrist, der mit vielfältigen Klängen und Effekten ganz im Dienste seiner Songs agierte, auch keine Scheu von schrägen Dissonanzen kannte, sicher hin und wieder damit auch die Gehörgänge seines Publikums ungewohnt strapazierte und diesem neue musikalische Welten eröffnete, dann wieder ein schönes, ganz effektives auf den Punkt gespieltes Solo. Gesanglich war er immer dann stark, wenn er die unterschiedlichen Songrhythmen aufgriff, erst recht in seinen großartigen Hip-Hop-Nummern, von denen er eine im Zugabenteil aus dem Stehgreif erfand und eine wilde Improvisation mit seinen musikalischen Partnern daran anschloss. Geschickt baut er in seinen Songs Spannungsbögen zwischen laut und leise, zwischen schrägen Klängen und Harmonien und den verschiedensten Rhythmusgefügen auf, wodurch seine Musik ungemein lebendig und abwechslungsreich klingt.
Neben dem bereits erwähnten Stück von Paul Simon und einer alten Led-Zeppelin-Nummer präsentierte Paul vor allem Songs seiner jüngsten CD Strong World wie Body Laid Down, Train Wreck Soul, Blue Yellow Misty oder Working Hard, die er live ganz anders ausreizen konnte als im Studio und am Ende gar solo einige ganz neue Stücke.
Seine launigen Songansagen, bei denen er mit seiner Unkenntnis des Deutschen spielte oder sich ganz einfach an der deutschen Sprache erfreute, brachte ihm Lacher und die Sympathie des an diesem Abend sehr zahlreich erschienen Publikums ein. Es waren zu diesem Konzert mehr als hundert Gäste gekommen, die es zunehmend weniger auf den Stühlen hielt und die diesen quicklebendigen Musikern einige Zugaben abrangen.
Fred Böhme
Autor: khhAm jüngst gastierte im Panorama Museum Paul Josephs aus New York (Gitarre und Gesang) und an seiner Seite der Bassist Mark Beumer, der einigen Anwesenden bereits von den Konzerten mit Casey Shea oder Joy Askew bekannt war und anders als angekündigt am Schlagzeug der kongeniale Henning Luther, der an dieser Stelle bereits als Drummer von Pro Art aufgetreten ist.
(von links nach rechts: Henning Luther, Paul Josephs und Mark Beumer)Foto Paul Josephs & Band, live 2; Rechteinhaber: Olaf Telle
Schon im Soundcheck zeigte sich, dass die Mitglieder dieser temporären Boy-Group sich mochten, herum blödelten und auch auf der Bühne sich musikalisch gegenseitig anstachelten. Wen wundert es, denn die musikalische Qualität der Songs von Paul Josephs ist überdurchschnittlich.
Henning meinte nach dem Konzert, dass die Arbeit mit Paul nicht irgendeine langweilige Singer-Songwriter-Mugge sei, denn Paul habe ein außerordentliches Rhythmusgefühl und allein darin schon eine große Variationsbreite. Und dieses Lob von einem Schlagzeuger, der zwischen Rock, Jazz und Avantgarde-Musik zu Hause ist, muss wohl als Referenz aufgefasst werden. Denn bei seinen Songs kennt Paul keine Scheuklappen, beginnt mal eine Nummer mit Fusion-Jazz-Klängen und fällt dann in einen straighten Geradeaus-Rock-Refrain, lässt den funky Soul der frühen 70er aufleben und wechselt unvermittelt in einen verschleppten, taumelnd-schwingenden Reggea-Rhythmus.
Und das trägt er grinsend und mit großer Spiellust vor, erst recht mit diesen Mitmusikern an seiner Seite, die mit ihm auf Augenhöhe agierten und da konnte es schon passieren, dass Henning ihn mal mit dem Schlagzeug heftig voran trieb. Doch dieser Wettbewerb und die Lust am Spiel konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass Paul der Dirigent des Abends war und mit kleinen Gesten die Choreographie seiner Songs bestimmte. Bei Paul Simons Fifty ways to leave your lover traf Henning einmal nicht so ganz den von Paul gewünschten Rhythmus, den der dann ganz einfach ins Mikrofon zischelte (landläufig Beatboxing genannt) und sofort reagierte der Mann am Schlagzeug.
Paul ist ein sehr versierter Gitarrist, der mit vielfältigen Klängen und Effekten ganz im Dienste seiner Songs agierte, auch keine Scheu von schrägen Dissonanzen kannte, sicher hin und wieder damit auch die Gehörgänge seines Publikums ungewohnt strapazierte und diesem neue musikalische Welten eröffnete, dann wieder ein schönes, ganz effektives auf den Punkt gespieltes Solo. Gesanglich war er immer dann stark, wenn er die unterschiedlichen Songrhythmen aufgriff, erst recht in seinen großartigen Hip-Hop-Nummern, von denen er eine im Zugabenteil aus dem Stehgreif erfand und eine wilde Improvisation mit seinen musikalischen Partnern daran anschloss. Geschickt baut er in seinen Songs Spannungsbögen zwischen laut und leise, zwischen schrägen Klängen und Harmonien und den verschiedensten Rhythmusgefügen auf, wodurch seine Musik ungemein lebendig und abwechslungsreich klingt.
Neben dem bereits erwähnten Stück von Paul Simon und einer alten Led-Zeppelin-Nummer präsentierte Paul vor allem Songs seiner jüngsten CD Strong World wie Body Laid Down, Train Wreck Soul, Blue Yellow Misty oder Working Hard, die er live ganz anders ausreizen konnte als im Studio und am Ende gar solo einige ganz neue Stücke.
Seine launigen Songansagen, bei denen er mit seiner Unkenntnis des Deutschen spielte oder sich ganz einfach an der deutschen Sprache erfreute, brachte ihm Lacher und die Sympathie des an diesem Abend sehr zahlreich erschienen Publikums ein. Es waren zu diesem Konzert mehr als hundert Gäste gekommen, die es zunehmend weniger auf den Stühlen hielt und die diesen quicklebendigen Musikern einige Zugaben abrangen.
Fred Böhme
