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Sa, 20:00 Uhr
31.05.2014

kn-Forum: Gegenantwort zu Schwanenpetition

Am 28.Mai war von der Stiftung Thüringer Schlösser eine Antwort ("SONDERSHÄUSER SCHWANENPETITION") auf die Übergabe der "Schwanenpetition" ("Petition übergeben") auf die Übergabe einer Petition gekommen. Heute gibt es die Rückantwort in einem offenen Brief an die Stiftung...


Sehr geehrte Frau Dr. Rott,

jedes Schloss- ein Symbol Thüringens, jeder Bürger- ein Schlossherr. So steht es unter anderem in Ihren Statuten. Die Sondershäuser können über dieses Lippenbekenntnis allerdings nicht einmal mehr schmunzeln, erfahren sie doch gerade alle, wie weit dies von der tatsächlichen Realität entfernt ist.

Sie bedauern in Ihrer sogenannten „Antwort“ unsere emotionalisierte Debatte. Ich für meinen Teil bedauere diese nicht. Sind es doch erst Emotionen, die Menschen aufrütteln und zum Handeln auffordern. Viele Sondershäuser haben neuen Mut gefasst und sind mit Feuereifer dabei UNSEREN Park lebenswerter zu machen. Bewusst schreibe ich hierbei unseren groß, denn wir, die Bürger, sind die, die Ihre Arbeit doch erst möglich machen. Gespeist von unseren Steuergeldern, die das Land Thüringen Ihnen zuführt, damit Sie „arbeiten“ können. Dennoch vergessen Sie dabei Ihre eigentliche Aufgabe, denn unsere Schlösser und Gärten sollen nicht konserviert werden, es sollen keine toten Denkmale entstehen, sondern gelebte Geschichte mit der Gegenwart verbinden. Besonders der Schwan hat in Sondershausen eine lange Tradition, nicht umsonst lernt man bereits im Kindergarten die Frauenbergsage. Das kann man in Rudolstadt natürlich alles nicht wissen, denn unser Schloss ist für Sie nur eines von vielen, für uns ist es aber das Wahrzeichen unserer Stadt.

Sowohl als Veranstalter, als auch als Vorsitzender des Förderverein des Carl Schroeder Konservatoriums habe ich bereits einige Erfahrungen mit der Stiftung machen müssen und stellte dabei immer wieder fest, dass die Stiftung eigentlich nur eines möchte, nämlich von potentiellen Veranstaltern, Mietern und Besuchern in Ruhe gelassen zu werden.

Ihrer „Stellungnahme“ entnehme ich, dass Sie sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, unsere Petition zu lesen, geschweige denn mit irgendjemanden von uns zu sprechen. Denn hätten Sie dies getan, hätten Sie auch gewusst, was wir konkret fordern.

Denn das, was Sie uns mit erhobenem Zeigefinger klar machen wollen, wissen wir bereits. Ja, die Tiere in unserem Park sind selbstverständlich Wildtiere und ja, die Schwäne werden wahrscheinlich keine Häuser annehmen. Diese fordern wir auch nicht für die Schwäne, sondern für die Enten. Für die Schwäne wünschen wir uns auf jedem Teich eine kleine Schwimmplattform in Ufernähe, um Vandalismus zukünftig auszuschließen, denn sowohl tierische Räuber als auch betrunkene Halbstarke überlegen es sich sicher 2 Mal, ob es sich lohnt, nasse Füße zu bekommen. Auch steht nach wie vor unser Angebot, diese bereitzustellen, aufzubauen und zu warten. Sowohl das THW Sondershausen und die Freiwillige Feuerwehr sind bereit, dies ehrenamtlich zu übernehmen. Auch eine Schulklasse sprach bereits bei unserem Bürgermeister vor und möchte gern eine Patenschaft für Schwäne übernehmen. Schwäne sind Reviertiere und auch ein geschützter Brutplatz, wie es ihn bereits vor vielen Jahren gab, es gibt Fotos, die dies belegen, wird nicht zu einem sprunghaften Anstieg der Population führen.

Mit der unteren Naturschutzbehörde, welche Sie so gerne zitieren, sind wir ebenfalls im Gespräch. Diese unterstützt uns bereits an der Kiesgrube, einem Gewässer, auf das Sie als Stiftung glücklicherweise keinen Zugriff haben. Dort stehen bereits 3 Entenschutzhäuser und eine Schwimmplattform wird nach der Brutzeit dort installiert. Ohne viel Tamtam und lange Stellungnahmen wurde das Machbare hier möglich gemacht. Auch der NABU folgt hierbei unserer Argumentation.

Dieses ganze Engagement sollten Ihnen klar machen, dass Sie es hier nicht mit einer Handvoll Spinnern zu tun haben, sondern mit Menschen, die es satt haben, in Gutsherrenart von Ihnen regiert zu werden.

Ihr Versprechen, die Brutbereiche künftig abzusperren, werden wir sehr aufmerksam beobachten. Dies ist nämlich bisher nur zum Thüringentag passiert. Dabei wurde aber nicht nur der Brutbereich gesperrt, sondern auch noch beide, in den Park führende Wege, welche tatsächlich erst vor wenigen Tagen wieder freigegeben wurden.

Machen Sie in Rudolstadt lieber einmal Ihre Hausaufgaben, bevor Sie uns belehren möchten, brechen Sie sich endlich diesen kleinen Zacken aus der Krone und lassen Sie uns gewähren.

Uns beiden Marketingexperten sollte doch klar sein, welchen Sieg Sie in der Öffentlichkeit damit davon tragen könnten.

Ich erwarte mit Spannung Ihre Antwort.

Es grüßt herzlichst, einer Ihrer Schlossherren

Martin Ludwig
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
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