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Fr, 20:12 Uhr
13.06.2014

Insolvenz? – Ein strukturelles Problem

Starthilfe Sondershausen musste Insolvenz anmelden. Musste es eigentlich dazu kommen? Hier einige Gedanken...

Starthilfe Sondershausen war weit über die Grenzen des Kyffhäuserkreises als langjährig anerkannter freier Träger bekannt und trotzdem stehen wegen der Insolvenz über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Musste es eigentlich dazu kommen? Hat man den schlecht gewirtschaftet?

Alle Kontrollen, denen gerade Freie Träger unterzogen werden, weil es bei ihnen ja immer um die Verwendung von Fördergeldern geht, hat man bei Starthilfe ohne Probleme gemeistert. Hat man dort schlecht gewirtschaftet, weil das bei einer Insolvenz oft unterstellt wird? Wo lagen die Probleme?

Das erste Mal ging es schon 2011 „haarig“ zu, als ein Verlust von rund 180.00 Euro gemacht wurde. Grund waren fehlende Projekte aus der Politik. So schnell können wir unsere Mitarbeiter nicht entlassen, so Geschäftsführer Jürgen Rauschenbach heute am Vormittag beim Gespräch mit kn. Mit Rücklagen und einem strikten Sanierungskonzept konnte das Ruder nochmals rum geworfen werden.

Aber Anfang 2014 waren wieder drei Monate Flaute bei einigen Projekten und schon geriet man wieder mit über 70.000 Euro in die roten Zahlen. Gebäude verkaufen war auch nicht die Lösung, so Rauschenbach, weil es eher zu Insolvenzverschleppung geführt hätte.

Wer aber viel mit solchen Projekten arbeitet, weiß, welch teilweise erheblicher Abrechnungsaufwand hinter solche Projektmaßnahmen steht. Da kann man seine Mitarbeiter nicht mal so mir nichts die nichts abschieben und beim nächsten Projekt neue Leute einstellen. Und auch die eigentlichen Projektbetreuer sollen ja auch möglichst ausgebildete Leute sein.

Auf der anderen Seite muss man aber feststellen, in der Politik liegt einiges im Argen. Es gilt Migranten zu betreuen, Arbeitslose umzuschulen, Jugendliche eingliedern und ähnliche Aufgaben, die der Staat mal so auf andere abschiebt. Es ist schon ein strukturelles Problem, dass es so etwas überhaupt gibt.

Obwohl man in der Politik weiß, dass man ohne freie Träger nicht auskommt, unternimmt man nicht viel, um solche freien Träger zu stützen. Nicht das Landratsamt mit seinem Jobcenter oder die Agentur für Arbeit sind die „Buhmänner“. Die Verantwortlichen sitzen wohl etwas weiter weg in Berlin. Da die Politik weiß, man kommt in absehbarer zeit nicht ohne freie Träger aus, sollte man wenigstens kontinuierlicher für Projekte sorgen, die eh langfristig angelegt werden müssen, oder ist etwa ein Wegfall der Arbeitslosigkeit absehbar?

Als kn heute mit einem Leser zu dieser Problematik sprach, sagte er: „Für die Banken hat man einen Milliardenschirm in fast unbegrenzter Höhe, für einen anerkannten langjährigen freien Träger nicht einen Cent.“ Hier können Sie sich Ihre eigenen Gedanken machen.

Bleibt nur zweierlei zu hoffen, dass möglichst viel Mitarbeiter in anderen Projekten und Träger übernommen werden. Denken muss man aber auch an die Personen, die sich in nicht vollendeten Projekten befinden und eigentlich auf eine berufliche Eingliederung hofften. Auch hier wird viel politisches Geschirr zerschlagen.

Ob auch der Verein entschuldet werden kann, und es vielleicht sogar einen Neustart gibt, steht bisher völlig in den Sternen.
Karl-Heinz Herrmann
Redaktion
Autor: khh

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