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Do, 11:25 Uhr
10.07.2014

Thüringer Energieversorger kritisieren Politik

Die politische Umsetzung der Energiewende sei „mangelhaft“ urteilt mehr als die Hälfte der Thüringer Energieversorger. Vor allem die Rahmenbedingungen werden kritisiert. Ohne die Stadtwerke und andere Versorger sei die Energiewende nicht zu machen, hieß es gestern Nordhausen...

Welchen Herausforderungen die Stadtwerke in Thüringen bei der Umsetzung der Energiewende gegenüberstehen, zeigten gestern Mathias Hartung, stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Thüringen des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) und Geschäftsführer der Stadtwerke Nordhausen sowie Prof. Dr. Michael Schäfer vom Verbundnetz für kommunale Energie (VfkE) in einem gemeinsamen Pressegespräch auf.

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Für seine aktuelle Studie „Energiewende kommunal. Ergebnisse und aktuelle Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende auf kommunaler Ebene in den neuen Ländern. Bestandsaufnahme für Ostdeutschland“ hat das VfkE in Zusammenarbeit mit den VKU-Landesgruppen Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen ostdeutsche Stadtwerke nach den Auswirkungen der Energiewende und den diesbezüglichen Potenzialen interkommunaler Kooperationen befragt. Die ersten Teilergebnisse der repräsentativen Befragung für Thüringen liegen nun vor.

Demnach beurteilen die kommunalen Energieversorger in Thüringen die politische Umsetzung der Energiewende überwiegend kritisch. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen vergeben dazu mit „mangelhaft“ die schlechtöglichste Note in einer vorgegebenen Skala. Einzig hinsichtlich Plausibilität und Konsistenz bzw. Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit erreicht die deutsche Energiepolitik immerhin ein befriedigend. „Die Stadtwerke in Thüringen sind wichtige Träger und Treiber bei der Umsetzung der Energiewende in Thüringen. Dafür brauchen sie aber die passenden politischen Rahmenbedingungen“, fordert Hartung.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass gerade für die kommunalen Versorger im Zuge der Energiewende und der dazu getroffenen Regelungen vielfältige Risiken gesehen werden. Die meisten Antworten entfallen hier auf die Kategorien „Investitionsrisiken“, „Risiken durch steigende Kosten“ und „Risiken durch die Nichtanerkennung von Kosten bei den Genehmigungen der Netznutzungsentgelte“. Auch die bislang fehlende Netzintegration wird mehrheitlich mit Risiken assoziiert. Ferner werden auch kundenseitig steigende Preisrisiken erkannt. Denn dort sei die ökonomische Leistungsfähigkeit zur Bezahlung der Energiekosten begrenzt.

Die VKU-Landesgruppe Thüringen war neben den Landesgruppen Brandenburg und Sachsen-Anhalt maßgeblich an der Erarbeitung des umfangreichen Fragebogens beteiligt. Für die wissenschaftliche Durchführung war Prof. Dr. Michael Schäfer, Professor für Kommunalwirtschaft an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH), verantwortlich. Nach den grundlegenden Kennziffern für Umsatz-, Kunden- und Mitarbeiterzahlen, den Geschäftsbereichen und der Einbindung in die kommunalen Haushalte bilden die Unternehmen, die sich an der Befragung in Thüringen beteiligten, die kommunale Energieversorgungslandschaft des Freistaates im statistischen Sinne repräsentativ ab.
Die Gesamtbefragung für Ostdeutschland ist zentraler Bestandteil der VfkE-Studie, die bei der Jahresveranstaltung des Diskussionsforums am 29. Oktober 2014 in der Lutherstadt Wittenberg einschließlich der Gesamtauswertung der Befragung vorgestellt wird.

Die Stadtwerke-Befragung für Thüringen sind auch ein wichtiger Gegenstand der Landesveranstaltung Thüringen des „Verbundnetz für kommunale Energie“, die zum Thema „Energiewende als „große Chancen für die Kommunen“. Fata Morgana oder gelobtes Land?“ gestern in Nordhausen stattgefunden hat. Die Stadt Nordhausen ist damit in der über zehnjährigen VfkE-Geschichte zum ersten Mal Gastgeber einer VfkE- Landesveranstaltung.
Autor: red

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