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Mi, 21:30 Uhr
16.07.2014

Starke Ablehnung des Pumpspeicherwerks

CDU-Spitzenpolitiker sprechen sich klar gegen das Pumpspeicherwerk aus. Am Mittwochabend fand in der ehemaligen Turnhalle von Großfurra eine Informationsveranstaltung zum geplanten möglichen Bau eines Pumpspeicherwerkes in der Hainleite zwischen Immenrode, Großfurra und Kleinfurra statt.

Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der Saal war voll und es mussten sogar noch Stühle herangetragen werden. Neben vielen Bürgern und örtlichen Politikern (Ortsteilbürgermeister, Ortsteilräte) waren auch CDU-Bundestagsmitglied Johannes Selle (selbst in Großfurra wohnend) und CDU-Landtagsmitglied Manfred Scherer.

Die Begrüßung hatte Sondershausens Bürgermeister Kreyer übernommen. Er berichtete von einer Exkursion der Gruppe der Regionalplanung, die zum Pumpspeicherwerk Goldisthal führte, bei der auch Bürger aus Großfurra teilnahmen. Von den dortigen Bewohnern sind keine Geruchsbelästigungen oder Vibrationen bekannt, so Kreyer.

Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Im Präsidium der Informationsveranstaltung hatten Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU), Dr. Andreas Räuber (Wirtschaftsförderung Landratsamt). Peter Schultheiß (Projektentwickler bei der PSW Hainleite GmbH), Peter Rene Jamin (Geschäftsführer der PSW Hainleite) und Dr. Rainer Scheibke (Geschäftsführer der Gesellschaft zur Erfassung und Bewertung von Umweltdaten GmbH – EMC) Platz genommen.

Zuerst gaben Jamin und Schultheiß einen kurzen Stand der Arbeiten. Am 26. Februar war im Landesverwaltungsamt die Anlaufkonferenz zum Raumordnungsverfahren statt.
Dr. Scheibke informierte, dass ein Pflichtenheft erarbeitet werden muss, in dem alle Aufgaben zum Projekt, dem Gesundheitsschutz und Naturschutz usw. aufgeführt sind.

Raumwiderstände die erfasst wurden:
Unterbecken
- Dort wo des Unterbecken entstehen soll ist ein hoher Grundwasserstand sein.
- Unterbecken mit Abstand von 800 m zu Großfurra
Oberbecken
- Oberbecken Probleme beim Abstand zu Schutzgebieten.
-Erdfälle im Bereich
- Schutz der Waldflächen
- Probleme mit archäologischen Funden.


Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Deshalb deutlichen Verkleinerung (auf ein Drittel) des Suchgebietes, wo die Becken entstehen sollen.

Wie sieht die zeitlichen Schiene aus? Ab August bis Frühjahr 2015 sollen Kartierungen stattfinden. Im Jahr 2015 soll eine Agrarverträglichkeitsstudie für die Landwirtschaft und für den Naturschutz durchgeführt werden. 2015 soll auch die Abstimmung mit der Regionalplanung erfolgen.

Jamin widersprach, dass vom Projekt unkalkulierbare Risiken ausgehen würden. Pumpspeicherwerke sind eine erprobte Sache und es werden keine gefährlichen Stoffe verwendet. Einsprüche von den Besuchern kam, als es um Belästigung der Bewohner gibt. Ein großes Gemurmel ging los. So richtig traute man den Aussagen nicht, dass die Störungen auf ein Minimum gesenkt werden.

Der Moderator der Diskussion, Dr. Räuber informierte, dass es Gespräche mit der GSES gegeben hat. Dort sehe man mehr Probleme für das Pumpspeicherwerk , wenn es Bergsenkungen gäbe.

Jamin widersprach auch den Thesen, die Region habe nichts von dem Projekt und es würde die Lebensqualität sinken. Es werden sogar Bürgerbeteiligungsprojekte ins Auge gefasst. Jamin bekräftigte, es werden keine Fördermittel, egal ob örtlich oder EU werden nicht in Anspruch genommen. Es wird nur privates Kapital eingesetzt.

Viel Beifall gab es im Saal, als ein Bürger sagte, er könne nicht verstehen, warum man so ein Risiko mit dem Bau des Pumpspeicherwerkes gehe, bei der man nicht weiß, ob es je gebraucht wird. Ebenfalls viel Beifall gab es, man soll nicht nach Goldisthal fahren, sondern zum möglichen Pumpspeicherwerk Schmalwasser (dort gibt es auch erhebliche Widerstände).

Viel Beifall bekam Landtagsmitglied Scherer. Scherer sagte klar, auch er bezweifele die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Es gäbe kein Pumpspeicherwerk, dass rentabel arbeite. Es bestehe die Gefahr, dass die Kosten auf die auf die Stromzahler umgelegt werden. Scherer sagte klar, Thüringen hat genug Pumpspeicherwerke.

Jamin widersprach, wir arbeiten nicht nach dem Prinzip billigen Strom kaufen und teuer verkaufen, das war früher. Jetzt käme es darauf an Pufferkapazität zu schaffen, um die Stromnetze konstant zu halten.

Tosenden Beifall erhielt CDU-Bundestagsmitglied Johannes Selle. Die Energiewende muss geschafft werden, aber Pumpspeicherwerke stecken in der Krise. Pumpspeicherwerk Niederwartha soll laut Selle sogar bald abgeschaltet werden.
Pumpspeicherwerke sollten nur gebaut werden, wenn sie unumgänglich sind. Und Pumpspeicherwerke sind noch nicht unumgänglich. Selle sprach sogar, dass 90 Hektar wertvolles Ackerland vergeudet werden. Auch Selle befürchtet eine Investruine.

Mehrere Bürger sprachen deutlich ihre Sorgen aus, dass in der Bauphase über die nächsten fünf Jahre nicht nur die Bürger belästigt werden, sondern der Tourismus in der Region geschädigt werde. Wer kommt schon in den Affenwald oder gar in den Ferienpark Feuerkuppe, wenn ringsherum gebaut wird.
Große Bedenken und sorgen gibt es auch wegen der Unmasse der zu erwartenden Bautransporte. Hier konnte auch Jamin noch keine deutliche Entwarnung geben, hier muss man das Raumordnungsverfahren abwarten.

Besorgnis besteht auch von den Bürgern in der Frage möglicher Dammbrüche. Gewerbesteuer wird die nächsten 30 Jahre nicht fließen, sind sich einige Bürger sicher (viel Beifall). Hier widersprach Bürgermeister Kreyer und berief sich auf Zahlen aus Goldisthal.

Viele Bürger fühlen sich veralbert, von einigen Aussagen zum mögliche Gestank. Wenn jetzt die Wipper schon stinkt, was soll dann erst werden, wenn dieses Wasser noch in den beiden Becken steht.

Viel Beifall gab es für den Vorschlag der Bürgerinitiative gegen die Schweinemastanlage Immenrode: „Verkauft Eurer Land einfach nicht.

Aus den Reihen der Bürger gab es nur eine Wortmeldung, die den Bau des Pumpspeicherwerkes befürwortete, wofür er sogar ausgebuht wurde. Es wird zu viel Polemik gemacht, so der Bürger, aber die Energiewende wird ohne Pumpspeicherwerke nicht funktionieren.

Auch der Bau der vielen notwendigen Strommasten wird unsere Landschaft zersören, so ein Bürger.

Zieht man ein Fazit für diese Veranstaltung, von den Bürgern und selbst den Spitzenpolitikern, gibt es erhebliche Vorbehalte gegen über dem Bau des Pumpspeicherwerks. Auch die Notwendigkeit überhaupt Pumspeicherwerke zu bauen wird bezweifelt. Da half auch nicht die Aussage, wir prüfen ja nur den möglichen Bau.
Jamin konnte in seinen Schlussworten die Bedenken nicht ausräumen. Aber man ist wohl weit davon entfernt, das Projekt Pumpspeicherwerk nicht durchzuführen.

Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Informationsveranstaltung zum Pumpspeicherwerk (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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Kommentare
ente aus ndh
18.07.2014, 07:30 Uhr
alternative energiequelle
jeder schreit doch das akw's abgeschaltet werden sollen und verlangt alternative energiequellen aber die dafür notwendigen anlagen will aber auch keiner vor der tür haben. dann doch lieber ein pumpspeicherwerk oder eine biogasanlage als ein akw vor der tür weil irgentwo muß der strom ja herkommen.
Flitzpiepe
18.07.2014, 08:27 Uhr
Keine Energiequelle
Ein Pumpspeicherwerk erzeugt keinen Strom. Es speichert ihn nur und kann somit kein ERSATZ für ein AKW oder Windrad sein.
Boris Weißtal
18.07.2014, 09:07 Uhr
nicht ganz richtig
lieber Flitzepiepe,
natürlich produzieren Pumpspeicherwerke keinen Strom. Sie liefern aber ganz wichtigen Strom zu Spitzenlastzeiten mit der Energie, die zu Nebenlastzeiten quasi überflüssig war. Der sonnige und windige Sonntag kann so genutzt werden, Pumpspeicherbecken mit sauberer Energie zu füllen, die an einem regnerischen windarmen Montag gebraucht wird. Hierfür werden bislang noch zu viele konventionelle (Gas, Kohle oder AKW) Kraftwerke vorgehalten. Pumpspeicherwerke sind daher ein, wenn auch nur einer von vielen, wichtiger Baustein einer maßvollen Energiewende. Natürlich gilt hier dasselbe wie bei Biogas, Windräder oder Solarparks: grundsätzlich gut, außer sie liegen vor meiner Haustüre.
henyklein
20.07.2014, 13:00 Uhr
Wirtschaftlichkeit?
WENN es wirtschaftlich wäre, warum macht es dann nicht der Netzbetreiber oder HOCHTIEF AG? Stattdessen will eine GmbH auftreten (PSW Hainleite GmbH, Alfredstraße 236, 45133 Essen) und die Sache reißen? Politiker und Anwohner: Aufgemerkt und aufgepaßt. So ein Laden macht schneller Insolvenz als man bis drei zählen kann. Muss nicht sein, es passierte allerdings schon oft genug, dass ein vielversprechendes Großprojekt sich als Massen-Geldgrab entpuppt hat.

(Bspw. überdimensionierte ABwasseranlagen, bei denen nur einer gewonnen hat: der "Berater" mit seinem Troß an Architekten und Generalauftragnehmern. Der kleine Bürger hat die Zeche dann bezahlt.)

Henry
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