eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 08:46 Uhr
11.08.2014

kn-Forum: Das geht noch besser!

Es hätten noch viele Sondershäuser mehr auf die Straße gehört, um Gesicht zu zeigen, denn ohne die Unterstützer aus Berga, Sangerhausen, Hildburghausen, Nordhausen und anderswo wäre die Demo ein jämmerliches Häuflein gewesen. Klare Worte einer Leserin, zur Demo am Samstag verbunden mit einer Spende wegen des jüdischen Friedhofs. Hier der volle Wortlaut

Herr Knoche spricht mir aus dem Herzen (KN-FORUM: VOLLER ERFOLG): "Sondershausen braucht kein braun!", das haben die Teilnehmer an der Demo gegen das Nazi-Treffen eindeutig ideenreich artikuliert. Dennoch kann ich die Meinung Herrn Knoches was die Zahl der Demonstrierenden nicht ganz teilen.

Es hätten noch viele Sondershäuser mehr auf die Straße gehört, um Gesicht zu zeigen, denn ohne die Unterstützer aus Berga, Sangerhausen, Hildburghausen, Nordhausen und anderswo wäre die Demo ein jämmerliches Häuflein gewesen. Von daher treibt es mir die Schamesröte ins Gesicht, was die Teilnahms- und Interessenlosigkeit meiner
Mitmenschen anbetrifft.

Ich frage mich: Wo waren die mit der Ehrengabe der Stadt Sondershausen für ihr Engagement ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger, die vielen Chefs ansässiger Firmen – welche sich auch Dank Fördermittel und anderer Unterstützungen des Staates erfolgreich am Markt behaupten, als es darum ging ihre Stadt vor den Undemokraten zu verteidigen? Zu "Eigentum verpflichtet" denke ich gehört etwas mehr, als der Beitrag zum Bruttosozialprodukt, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, Steuern zu zahlen und Geld zu verdienen. Wo waren die Eltern, Großeltern, Lehrer, Erzieher, Leiter von Sport, Freizeit- und Feuerwehrvereinen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, deren maßgebliche Vorbilder sie sind?

Ja und wo waren eigentlich unsere gut dotierten Kulturschaffenden, Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen, Vertreter der Kirchen und all die Leistungsträger, vor denen jeder Hartz IV- Empfänger vor lauter Dankbarkeit auf die Knie fallen soll, weil sie ihm von ihren Steuern ein so tolles Leben in der staatlich verordneten sozialen Hängematte finanzieren? Alle im Urlaub, in der Sommerfrische? - Die Konsumtempel konnten sich jedenfalls nicht über fehlende Kundschaft beklagen.

Anzeige symplr (1)
Sie alle berufen sich gern auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, wenn es um die Wahrung ihrer Rechte und Interessen geht, aber vergessen genauso gern und schnell auch die Pflicht die jede Bürgerin und jeder Bürger hat, um sein Land vor Schaden zu bewahren. Dafür tragen eben nicht nur Mitglieder demokratischer Parteien und Bürgerbündnisse, aktive Gewerkschafter, kommunale Mandatsträger, Land- und Bundestagsabgeordnete sowie kommunale Wahlbeamte und eine Handvoll unentwegter Antifaschistinnen und Antifaschisten Verantwortung.

Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit einer jeden Frau und eines jeden Mannes, die/der von sich behauptet auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen. Dabei will ich nur hoffen, dass das Schweigen der Mehrzahl der Sondershäuser nicht wie unter Kaufleuten üblich, als Zustimmung zu Rassismus, Antisemitismus, Neofaschismus und menschenverachtender Ideologie gilt. Sollte dem doch so sein, dann ist unsere Demokratie in wirklich ernsthafter Gefahr!

Auch wenn das Nazitreffen letztendlich nicht verhindert werden konnte, aber für die die gekommen sind, um den Protest mit auf die Straße zu tragen war es dennoch ein Erfolg, weil es doch gezeigt hat, das es über parteipolitische Grenzen hinweg möglich ist, gemeinsam im Interesse der Menschlichkeit zu handeln. Darin stimme ich mit Herrn Knoche vollkommen überein.
Mein ausdrücklicher Dank gilt den Organisatoren des Protests sowie den Polizistinnen und Polizisten, für ihren vorbildlichen Einsatz zum Schutz der Demonstranten und Wahrung der öffentlichen Ordnung an diesem Tag.

Vor diesem Hintergrund bin ich über die in der Nacht vom 9. zum 10. August 2014 erneute Schändung des Jüdischen Friedhofs zutiefst empört und empfinde es als ein abscheuliches Verbrechen und eine Verhöhnung der 6 Millionen Opfer des Holocaust. Ich hoffe dass die Polizei den/die Täter schnell ermittelt, um ihn/sie seiner/ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Zur schnellen Wiedergutmachung des angerichteten materiellen Schadens möchte ich die Stadt Sondershausen mit einer Spende in Höhe von 200 Euro unterstützen.

Beatrice Ritzke
Autor: khh

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)