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So, 14:09 Uhr
28.09.2014

Das ist geschenkt

Wie finden Sie das? In einem Laden hängt ein Schild auf dem steht: „Bei uns bekommen Kinder etwas geschenkt!“ Dazu eine Meldung vom Evangelische Kirchenkreis Bad Frankenhausen - Sondershausen...

Ein gut gekleideter Erwachsener steigt aus einem Auto, betritt den Laden und gibt vor, obwohl alle sehen, dass er schon jenseits der 30 ist, ein Kind zu sein. Er beharrt auf dem Geschenk. Das mag mit Blick auf seinen Verstand wohl stimmen, doch wie sollen die Verkäuferinnen reagieren? Ihn auslachen? Es ihm geben oder es verweigern?

Ein Kind betrachtet die Szene und sagt: „Das ist aber gemein“. Es drückt damit aus, was viele Erwachsene denken, den Kopf schüttelnd, sich innerlich oder äußerlich abwendend, über so wenig Gemeinsinn. Dieser Mensch denkt nur an sich. Er denkt nicht gemeinschaftlich, lateinisch nicht „sozial“.

Sie meinen, das käme hier bei uns im Kyffhäuserkreis und darüber hinaus nicht vor? Falsch gedacht. Die Aktion „Brot am Haken“, die knapp ein halbes Jahr läuft, erlebt genau das. Menschen wollen konkret helfen, sie spenden in zwanzig Filialen Brot oder Brötchen für Bedürftige vor Ort.

Das ist geschenkt (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen) Das ist geschenkt (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen)

Das ist gut, löblich und eine konkrete Hilfe. Und dann erleben Sie vereinzelt, wie die von Ihnen gespendeten Brote zweckentfremdet von Menschen genommen werden, die sich ein großes Auto und schicke Sachen leisten können. Das ist unsozial, lateinisch „asozial“.

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Wer denen, die nicht viel haben, auch das noch wegisst, darf sich nicht wundern, wenn er/sie nicht cool, clever oder geizig-geil genannt wird, sondern asozial.

Dessen ungeachtet, lassen sich viele Menschen nicht verdrießen. Sie spenden weiter Brot und helfen damit Not lindern- ganz konkret, ganz praktisch, ganz nah. Das stimmt mich optimistisch und lässt mich hoffen, dass Verstand und vor allem Herz siegen.

Bitte helfen Sie weiter mit und kaufen Sie ein „Brot am Haken“. Es gibt leider viele Menschen in unserem Landkreis, die es nötig haben und die nicht vor leeren Haken stehen sollen, nur weil wenige ihren Anstand scheinbar für immer „weggehangen“ haben.
Superintendent Bálint
Autor: khh

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