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So, 13:11 Uhr
05.10.2014

Fest zum 200. Geburtstag von Julius Strobel

Am 11. Oktober ist es soweit: In der Unterkirche Bad Frankenhausen wird gefeiert! Was da los ist, hat kn erfahren...

Grund ist der 200. Geburtstag des bekannten Frankenhäuser Orgelbauers Julius Alexander Strobel. Sein größtes erhaltenes Werk steht in der Unterkirche (unsere sehr sanierungsbedürftige „Gemüseorgel“ - wegen der floralen Ornamente im Volksmund so
genannt), und da lässt es sich der Förderverein Strobel-Orgel natürlich nicht nehmen, ihm ein großes Geburtstagsfest auszurichten.

Um 15.00 Uhr geht es los mit einem Vortrag über Orgelbauer in Bad Frankenhausen (es gab weit mehr Orgelbauer hier als allgemein bekannt) von und mit Dr. Ulrich Hahnemann.

Um 16.00 Uhr gibt es Orgelmusik mit Kantorin Laura Schildmann, die das Meisterwerk des Geburtstagskindes zum Erklingen bringen wird. Darauf folgt um 16.30 Uhr eine Andacht zur neuen Spendenaktion des Fördervereins. Um 17.30 Uhr beginnt eines der Highlights
des Abends: das Orgelessen! Unser Superintendent Kristóf Bálint (gelernter Koch) hat sich ein Menu überlegt, in dem das Obst und Gemüse, das so kunstvoll im Orgelprospekt geschnitzt ist, Verwendung findet. Dieses Orgelessen wird im Saal der Unterkirche serviert.

Dabei und danach findet eine Versteigerung von allerhand Schönem und Nützlichem statt. Der Erlös dieser Versteigerung ist für die Sanierung der Orgel gedacht.
Um 19.30 Uhr findet das Benefizkonzert des Loh-Orchesters Sondershausen statt. Unter der Leitung von deren Generalmusikdirektor Markus L. Frank wird die Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Coriolan-Ouverture von Ludwig van Beethoven und „Col nidrei“ von Max Bruch aufgeführt.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, um eine großzügige Spende zur Sanierung der Großen Strobel-Orgel wird herzlich gebeten!

Fest zum 200. Geburtstag von Julius Strobel in der Unterkirche (Foto: Stadt Bad Frankenhausen) Fest zum 200. Geburtstag von Julius Strobel in der Unterkirche (Foto: Stadt Bad Frankenhausen)

Biographisches zu Julius Strobel:

Julius Alexander Strobel wurde am 7.10.1814 in Bösenbrunn geboren. Nach verschiedenen Ausflügen in andere Berufe absolvierte er 1830-1832 eine Tischler- oder Schreinerlehre. Im Anschluß daran ging er bei dem damals in Sachsen führenden Orgelbaumeister Johann Gottlob Mende in Leipzig in die Lehre. In den Jahren der Wanderschaft begab er sich zu ebenfalls sehr bedeutenden Orgelbauern: Buckow in Hirschberg/Polen (1836-1838), Kreuzbach in Borna (1838-1839)und zuletzt zu Johann Friedrich Schulze in Paulinzella (1839-1843). Als er 1843 im Auftrag von Schulze den Umbau der Orgel in der Unterkirche Bad Frankenhausen ausführte, ließ er sich anschließend selbständig dort nieder. 1844 heiratete er Christiane Caroline Therese Emilie Weißenborn, die Tochter des Lehrers und Organisten in Bad Frankenhausen.

Prägend für Strobels Orgelbaustil ist Johann Friedrich Schulze. Schulze gehört zu den bedeutendsten Orgelbauerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Zusammen mit dem Theoretiker Johann Gottlob Töpfer hat er maßgeblich die Entwicklung des mitteldeutschen hochromantischen Orgelbaus gefördert, seine Söhne beeinflussten auch den englischen Orgelbau maßgeblich (die größte erhaltene Schulze-Orgel steht in Doncaster/England). Doch Strobel entwickelte sich weiter und griff neue Entwicklungen im Orgelbau auf, z. B. Barkermaschine, Kollektivtritte, Schweller, u.a.. Seine erste nachweisbare selbständige Arbeit ist der Orgelneubau in Wasserthalleben 1845.

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Zusammen mit seinen Söhnen Reinhold (1846-1915) und Adolph (1857- 1922), die er ab 1880 mit in die Firmenleitung aufgenommen hatte, baute er wohl über 100 neue Orgeln und tätigte darüber hinaus etliche Umbauten und Instandsetzungen. Der größte Teil dieser Orgeln wurde im weiteren Umkreis von Bad Frankenhausen aufgestellt – hier schuf er eine einzigartige Orgellandschaft. Mehrere Orgeln konnten aber auch in die Niederlande (z. B. Lutherse Kerk in Haarlem, 2010 restauriert), Südafrika und Ostpreußen geliefert werden.

Hauptsächlich waren es kleinere und mittelgroße zweimanualige Orgeln; dass man Strobel jedoch auch zwei große Orgelneubauten sowie mehrere umfangreiche Umbauten anvertraute, zeugt von dem guten Ruf der Werkstatt. Strobels Werkstatt gehört zu den bedeutendsten Orgelwerkstätten Thüringens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein wohl wichtigster Schüler ist Friedrich Albert Mehmel (Stralsund).
Autor: khh

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