Do, 13:36 Uhr
02.10.2014
Zitate zu unserer Zukunft (12)
Erst gestern schrieb Bodo Schwarzberg im nnz-Forum zum Thema Unrechtsstaat DDR. Über das Dogma, die DDR per se mit allem, was zu ihr gehörte, zu verteufeln und im selben Atemzug den heutigen Rechtsstaat als das beste herauszustellen, was uns in der deutschen Geschichte überhaupt nur widerfahren kann...
Das Rechtsstaat nicht zugleich auch die Abwesenheit von Unrecht im Sinne eigentlich anerkannter Grundwerte bedeutet, dafür lieferte jüngst ausgerechnet der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, einen Beweis: : "Vor lauter Kampf und Wettbewerb" in der Finanzindustrie seien in den Jahren vor der großen Krise teilweise "ethisch-moralische Grundsätze verloren" gegangen`, sagte er laut FOCUS online.
(http://www.focus.de/finanzen/banken/ackermann-rechnet-mit-boni-system-ab-jeden-bezug-zur-realitaet-verloren_id_4175474.html)
Als erstes muss ich hier rein rhetorisch fragen, ob wir die ethisch-moralischen Grundsätze in unserem System nun, da die Krise überwunden scheint, tatsächlich wiedergefunden haben? - Das Pikante und Entlarvende an Ackermanns Eingeständnis ist, dass er, seine Vorstandskollegen und viele, viele andere Banker bis heute nicht für ihr unmoralisches Verhalten zur Verantwortung gezogen wurden. Was also hat uns hier unser viel gepriesener Rechtsstaat genützt?
Für die Unmoral, die mit der Generierung von Boni respektive Profit, allzu oft verbunden ist, fehlen offenbar in unseren Gesetzbüchern einige Paragraphen oder aber der Wille, die bestehenden anzuwenden. Und während Ackermann & Co garantiert keine Geldsorgen haben, erhalten die vielen Namenlosen, deren Existenzen durch das Gebaren der Bonihäscher zerstört und von denen einige in den Suizid getrieben wurden, noch nicht einmal eine Fußnote in den Geschichtsbüchern.
Und so ist es immer Dasselbe: Die Unmoral mancher verbohrter SED- und Stasi-Funktionäre war zu DDR-Zeitens rechtens, während der Finanzkapitalismus zu Recht an den Pranger gestellt und als unmenschlich gebrandmarkt wurde. Heute ist die Unmoral des Finanzkapitals trotz aller Kritik offenbar rechtens, sie wird als systemeigen akzeptiert, während die gescheiterte SED-Diktatur als DAS Unrechtssystem schlechthin herhalten muss.
Die Verfehlungen der Banken geschahen in unserem Rechtssystem und vielfach mit Duldung unseres Rechtsstaates. Letzteres Wort dürfte manchen der Geprellten nur schwer über die Lippen kommen. Die Haltet den Dieb - Mentalität der heute Verantwortlichen macht das aktuell siegreiche System nicht zukunftsfähiger.
Bodo Schwarzberg
Autor: redDas Rechtsstaat nicht zugleich auch die Abwesenheit von Unrecht im Sinne eigentlich anerkannter Grundwerte bedeutet, dafür lieferte jüngst ausgerechnet der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, einen Beweis: : "Vor lauter Kampf und Wettbewerb" in der Finanzindustrie seien in den Jahren vor der großen Krise teilweise "ethisch-moralische Grundsätze verloren" gegangen`, sagte er laut FOCUS online.
(http://www.focus.de/finanzen/banken/ackermann-rechnet-mit-boni-system-ab-jeden-bezug-zur-realitaet-verloren_id_4175474.html)
Als erstes muss ich hier rein rhetorisch fragen, ob wir die ethisch-moralischen Grundsätze in unserem System nun, da die Krise überwunden scheint, tatsächlich wiedergefunden haben? - Das Pikante und Entlarvende an Ackermanns Eingeständnis ist, dass er, seine Vorstandskollegen und viele, viele andere Banker bis heute nicht für ihr unmoralisches Verhalten zur Verantwortung gezogen wurden. Was also hat uns hier unser viel gepriesener Rechtsstaat genützt?
Für die Unmoral, die mit der Generierung von Boni respektive Profit, allzu oft verbunden ist, fehlen offenbar in unseren Gesetzbüchern einige Paragraphen oder aber der Wille, die bestehenden anzuwenden. Und während Ackermann & Co garantiert keine Geldsorgen haben, erhalten die vielen Namenlosen, deren Existenzen durch das Gebaren der Bonihäscher zerstört und von denen einige in den Suizid getrieben wurden, noch nicht einmal eine Fußnote in den Geschichtsbüchern.
Und so ist es immer Dasselbe: Die Unmoral mancher verbohrter SED- und Stasi-Funktionäre war zu DDR-Zeitens rechtens, während der Finanzkapitalismus zu Recht an den Pranger gestellt und als unmenschlich gebrandmarkt wurde. Heute ist die Unmoral des Finanzkapitals trotz aller Kritik offenbar rechtens, sie wird als systemeigen akzeptiert, während die gescheiterte SED-Diktatur als DAS Unrechtssystem schlechthin herhalten muss.
Die Verfehlungen der Banken geschahen in unserem Rechtssystem und vielfach mit Duldung unseres Rechtsstaates. Letzteres Wort dürfte manchen der Geprellten nur schwer über die Lippen kommen. Die Haltet den Dieb - Mentalität der heute Verantwortlichen macht das aktuell siegreiche System nicht zukunftsfähiger.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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