Sa, 16:50 Uhr
01.11.2014
Wir sind überrannt worden
Die Festveranstaltung zu ehren des 30. Todestages des Sondershäuser Mundartdichters löste einen richtigen Ansturm auf den Carl-Schroeder-Saal von Sondershausen aus...
Unter seinem Pseudonym D’r Schwarzvertler ist er in die Kulturgeschichte seiner Heimatstadt Sondershausen eingegangen: der Mundartdichter Karl Krieghoff (5.6.1905 bis 22.11.1984).
Seine Gedichte und Kurzgeschichten in Sondershäuser Mundart beschrieben liebevoll und empathisch das Denken und Fühlen der einfachen Menschen seiner Zeit, ihr bescheidenes Dasein und ihre Lebensgewohnheiten, Probleme und Sorgen. Aber auch ihre Alltagsfreuden und ihr Humor werden häufig effektvoll und pointiert dichterisch dargestellt. Die von ihm geschaffene Kunstfigur Karel Behme lässt Karl Krieghoff in seinen Gedichten in unterschiedlichen Rollen und Situationen auftreten (De Kartoffelpuffer, Thiringer Kleeße, De Zwätschenernte u.a.).
Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer bedauerte in seinen Begrüßungeworten, dass er den Dichter in seiner Amtszeit nicht kennenlernen konnte und er nicht so bewusst vorher wahrgenommen hat, wie er so war.
Besonders nahe standen Karl Krieghoff offensichtlich De Schwarzvertler (s. gleichnamiges Gedicht), seine Mitbewohner in der Unterstadt von Sondershausen, dem Schwarzen Vertel, was auch in der Wahl seines Künstlernamens D’r Schwarzvertler zum Ausdruck kommt. In dem Gedicht De Berjerschiiler kritisiert er die Auswirkungen der Standesunterschiede seiner Schulzeit auf die Bildungschancen der Kinder. Durch Karl Krieghoffs Schilderungen der Lebenswirklichkeit seiner Zeit sind uns viele alltägliche Gewohnheiten und Begebenheiten seiner engeren Heimat überliefert und vor dem Vergessen bewahrt worden (u.a. De Bimmelbahn, D’r Traachemantel, De Kiipe). Die künstlerische Betätigung wiederum half Karl Krieghoff über seine schwerste Lebenskrise hinweg, als er mit 43 Jahren erblindete und einen beruflichen Wechsel vom Finanzbeamten und späteren Steuerberater zum Blindenhandwerker (Seilwirker, Besenbinder) vollziehen musste.
Dr. Karl Krieghoff jr. gab Einblicke in Leben und Werk seines Vaters, angefangen von seinem Geburtshaus in der damaligen Heerstraße, der jetzigen Hans-Schrader-Straße
Die Stadt Sondershausen erinnerte einer Gedenkveranstaltung zum 30. Todestag im Carl-Schroeder-Saal an Karl Krieghoff. Mit einer Hommage an den Schwarzvertler unter dem Titel D’r große Poet d’r kleinen Liete von Prof. Hans Göring wurde die Veranstaltung fortgesetzt. Im Anschluss daran trugen die Mitglieder der Nordthüringer Mundartgruppe Gerhard Axt, Prof. Dr. Hans–Dieter Göring, Brigitte Jost und Dr. Karl Krieghoff jr. Gedichte des Schwarzvertlers vor.
Die Veranstaltung wurde mit Klaviermusik durch Ronald Uhlig umrahmt. Das einige Zuhörer sich an einem Tisch während des Klavierspiels ausgerechnet einen ganzen Tisch mit Kaffee selbst versorgen wollten und dabei heftig mit den Tassen klapperten, gehört sich einfach nicht, und wurde selbst auf der fast vollbesetzten Tribüne mit viel Kopf schütteln quittiert. Die fünf Minuten hätten die Besucher wohl noch ohne Kaffee durchhalten können.
Autor: khhUnter seinem Pseudonym D’r Schwarzvertler ist er in die Kulturgeschichte seiner Heimatstadt Sondershausen eingegangen: der Mundartdichter Karl Krieghoff (5.6.1905 bis 22.11.1984).
Seine Gedichte und Kurzgeschichten in Sondershäuser Mundart beschrieben liebevoll und empathisch das Denken und Fühlen der einfachen Menschen seiner Zeit, ihr bescheidenes Dasein und ihre Lebensgewohnheiten, Probleme und Sorgen. Aber auch ihre Alltagsfreuden und ihr Humor werden häufig effektvoll und pointiert dichterisch dargestellt. Die von ihm geschaffene Kunstfigur Karel Behme lässt Karl Krieghoff in seinen Gedichten in unterschiedlichen Rollen und Situationen auftreten (De Kartoffelpuffer, Thiringer Kleeße, De Zwätschenernte u.a.).
Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer bedauerte in seinen Begrüßungeworten, dass er den Dichter in seiner Amtszeit nicht kennenlernen konnte und er nicht so bewusst vorher wahrgenommen hat, wie er so war.
Besonders nahe standen Karl Krieghoff offensichtlich De Schwarzvertler (s. gleichnamiges Gedicht), seine Mitbewohner in der Unterstadt von Sondershausen, dem Schwarzen Vertel, was auch in der Wahl seines Künstlernamens D’r Schwarzvertler zum Ausdruck kommt. In dem Gedicht De Berjerschiiler kritisiert er die Auswirkungen der Standesunterschiede seiner Schulzeit auf die Bildungschancen der Kinder. Durch Karl Krieghoffs Schilderungen der Lebenswirklichkeit seiner Zeit sind uns viele alltägliche Gewohnheiten und Begebenheiten seiner engeren Heimat überliefert und vor dem Vergessen bewahrt worden (u.a. De Bimmelbahn, D’r Traachemantel, De Kiipe). Die künstlerische Betätigung wiederum half Karl Krieghoff über seine schwerste Lebenskrise hinweg, als er mit 43 Jahren erblindete und einen beruflichen Wechsel vom Finanzbeamten und späteren Steuerberater zum Blindenhandwerker (Seilwirker, Besenbinder) vollziehen musste.
Dr. Karl Krieghoff jr. gab Einblicke in Leben und Werk seines Vaters, angefangen von seinem Geburtshaus in der damaligen Heerstraße, der jetzigen Hans-Schrader-Straße
Die Stadt Sondershausen erinnerte einer Gedenkveranstaltung zum 30. Todestag im Carl-Schroeder-Saal an Karl Krieghoff. Mit einer Hommage an den Schwarzvertler unter dem Titel D’r große Poet d’r kleinen Liete von Prof. Hans Göring wurde die Veranstaltung fortgesetzt. Im Anschluss daran trugen die Mitglieder der Nordthüringer Mundartgruppe Gerhard Axt, Prof. Dr. Hans–Dieter Göring, Brigitte Jost und Dr. Karl Krieghoff jr. Gedichte des Schwarzvertlers vor.
Die Veranstaltung wurde mit Klaviermusik durch Ronald Uhlig umrahmt. Das einige Zuhörer sich an einem Tisch während des Klavierspiels ausgerechnet einen ganzen Tisch mit Kaffee selbst versorgen wollten und dabei heftig mit den Tassen klapperten, gehört sich einfach nicht, und wurde selbst auf der fast vollbesetzten Tribüne mit viel Kopf schütteln quittiert. Die fünf Minuten hätten die Besucher wohl noch ohne Kaffee durchhalten können.








