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Mo, 17:49 Uhr
03.11.2014

Forum: Bitte nicht einäugig, Herr Gauck!

Die Frage, ob ein Bundespräsident öffentlich die Linken kritisieren und für demokratieunfähig halten darf, kann und will ein Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen nicht beantworten. Oder vielleicht doch? Dann aber so...


Ich freue mich, dass ich nie Bundespräsident werden kann, wenn mit diesem höchsten Amt in der Bundesrepublik ein Maulkorb verbunden ist!

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Aber wenn der Herr Bundespräsident seine Kritik schon in einer Kirche vor einem Altar und brennenden Kerzen vorträgt, sei ihm vielleicht auch ein Blick auf die Seite 15 in der ersten Novemberausgabe der katholischen Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ empfohlen.

Dort wird in einem langen Vierspalter über einen Skandal informiert, den wahrscheinlich nicht einmal die Kommunisten in der DDR fertiggebracht hätten! Der traditionsreiche Wallfahrtsort (seit 500 Jahren!) Rosenthal in Sachsen steht in der Gefahr, weggebaggert zu werden. Ein Privatunternehmen (!) möchte Kaolin abbauen.

Einwohner mobilisierten den Petitionsausschuss des Landtages. Der kam auch nach Rosenthal und wurde dort von fast 500 Menschen mit Gebeten und Kirchenliedern empfangen. Das zuständige Landratsamt wertete das als eine „nicht genehmigte Demonstration“. Der Staatsschutz (!) (Dezernat 5 der Görlitzer Polizei) wurde aktiv, ermittelte „Rädelsführer“ und schickte ihnen Vorladungen, denen die „Rädelsführer“ aber nicht nachkamen.

Der Fall liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft, die zu entscheiden hat, ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird. Mitglieder des Petitionsausschusses werten die Situation so, dass Landratsamt und Staatsschutz offenbar „mit Kanonen auf Spatzen schießen“.

Bundespräsident Gauck sollte also – wenn er schon Demokratiefähigkeit in Frage stellt – dies nicht „einäugig“ tun, sondern auch wahrnehmen, was sich da in Sachsen zusammenbraut. Gerade hatte doch in Dresden erst der Prozess gegen den evangelischen Jenaer Jugendpfarrer einen leicht bräunlich schimmernden Staub aufgewirbelt! Demokratie erschöpft sich sicher nicht darin, dass die Presse über schandbares Tun informieren kann. Das Tun selbst muss man verhindern! Sonst könnte es wohl noch einmal zur „Kraft der brennenden Kerzen“ kommen!

Grundsätzlich aber wirft die Gauck-Kritik die Frage auf, wie eine politische Kraft links von der SPD beschaffen sein müsste, um nicht gleich mit dem Duft der DDR eingeräuchert zu werden. Zur Zeit gleicht die Situation mehr einem etwas seelenlosen Mühle-Spiel, bei dem die „Mühle“ immer dann geschlossen wird, wenn sich die Linken nähern. Diese Substanz aber nutzt sich ab und wird den Linken eher noch Zulauf verschaffen.

Denn die Kritik von Joachim Gauck ist schließlich indirekt auch eine Kritik am Politikverständnis der Wähler, die den Linken ihre Stimme gegeben haben! Und diese Wähler haben es in ihrer Mehrzahl sicher nicht getan, weil ihnen die DDR posthum noch so gut gefällt, sondern weil ihnen die gegenwärtige Politik wahrscheinlich sehr missfällt!
Eduard Seifert, Großlohra
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Eckenblitz
03.11.2014, 21:03 Uhr
Herr Gauck
wer ist denn herr gauck, ist es nicht ein ehemaliger pfarrer? mit welchem recht tritt er die linken in den dreck? ich bin ein gegner der sed gewesen, hatte auch viel mit repressalien zu tun. meine stasiakte war mehr als nur ein paar seiten, wie zu sagen pflegt.

ich stand unter beobachtung, die stasi wusste oft besser über mich bescheid als ich selber. Aber so langsam stelle ich mir die frage, ob es heute besser ist? eine ex-fdj-lerin als kanzlerin und wenn man sich in der cdu umschaut, trifft man öfter auf auf blockflöten, die der sed hörig waren. Was sagt herr gauck dazu?

abgehört werden heute die leute auch, wie sagte doch ein schäuble, „bis ins schlafzimmer, wenn es sein muss auch kameras:“damals standen wir unter der fuchtel der udssr und heute sind wir der usa untertan. was hat sich also geändert, doch nur die vorzeichen, damals kommunismus und heute raubtierkapitalismus.

friedliche demonstranten, werden zusammengeschlagen, ich erinnere hier an den g8-gipfel in heiligendamm. von den öffentlichen medien werden wir hinters licht geführt und manipoliert, oder nicht? was sagt ein herr gauck dazu?
ich bin der meinung, dass sich herr gauck auch die vielen wendehälse aus der cdu zur brust nehmen.

mich würde auch einmal interessieren, was er allein und so lange im archiv gemacht hat. der mann sollte erst einmal dazu stellung nehmen, bevor er andere kritisiert, oder?
Leser X
04.11.2014, 07:43 Uhr
Gauck ist eine Katastrophe
Der Mann ist so rechtslastig, dass er - wenn das Volk es dürfte - direkt abgewählt werden sollte. Nach außen kalter Krieg gegen Rußland und Aufruf zu mehr deutschem Waffengang überall auf der Welt.

Und nun diese unsägliche unneutrale Einmischung in die Innenpolitik.

Nie hätte ich geglaubt, dass ich mich mal nach Bundespräsidenten mit CDU-Parteibuch namens Herzog und von Weizsäcker sehnen werde...
360grad
04.11.2014, 11:23 Uhr
Als getreues Sprachrohr der herrschenden Eliten..
... ist sich Gauck als ehemaliger "Bürgerrechtler" nicht zu schade, eine demokratische Wahl im Nachhinein zu beeinflussen. Er weiß genau, welche Wirkung sein Wort bei einer knappen Entscheidung haben kann. Die CDU mit ihren Wirtschaftslobbyisten spannt sogar den zur Neutralität verpflichteten BP vor ihren Karren - und er zieht!
http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-linken-ministerpraesidenten-gauck-faellt-aus-der-rolle-1.2200852

Aus dem Forum zu diesem Artikel:
kernschatten
„Ein Bundespräsident in Deutschland darf sich mit Sicherheit nicht so viel erlauben, wie Gauck dies seit seinem Amtsantritt praktiziert. Gauck versteht dieses Amt falsch, was viele Ursachen hat. Was vor allem auffällt, ist die Tatsache, dass dieser Mann ausgesprochen eitel ist, was einer soliden und angemessenen Amtsführung erheblich im Wege steht. Er nimmt sich zu wichtig, wirkt selbstherrlich und lässt die nötige Distanz zu seiner Vita vermissen. Er ist kein Versöhner, kein wahrer Anwalt der Bürger, wie einer seiner Vorgänger Johannes Rau dieses Amt einst verstanden und gelebt hat, sondern ein Spalter und Polarisierer. Ich gehöre der Generation 50-Plus an und habe schon einige Bundespräsidenten erlebt und wirken sehen. Mittlerweile bin ich sogar der Meinung, dass selbst Christian Wulff in seiner kurzen Amtszeit ein besserer Bundespräsident als Joachim Gauck war.
Was ist das überhaupt für ein Mann, der zu DDR-Zeiten zwei Pässe besaß, ungehindert von Ost nach West reisen durfte, ungewöhnliche Privilegien als DDR-Bürger genoss, als vermeintlich einfacher Rostocker Gemeindepfarrer Westautos fuhr, seine Familie im Stich ließ, keinen Kontakt zu seinen Kindern mehr haben soll, in der DDR nie als Bürgerrechtler in Erscheinung getreten ist, unzählige Affären gehabt haben soll und als Schürzenjäger gilt, der Frauen ungeachtet ihres Alters hemmungslos anflirtet und seine würdelose Eitelkeit damit ganz offen inszeniert. Dies alles und noch einiges Überraschende mehr sind keine Mutmaßungen oder Gerüchte, sondern in der jüngsten Biographie von Mario Frank nachzulesen, die im Suhrkamp Verlag erschienen ist und an der Gauck sogar selbst mitgearbeitet und die er auch kommentiert hat.

Was ist das also für ein Mann, der unser höchstes Staatsamt repräsentiert? Der für Deutschland mehr militärisches Engagement in der Welt fordert, der in einem Interview mit Schweizer Medien allen Ernstes zu Verstehen gab, dass er nichts von plebiszitärer Mitbestimmung hält, da den meisten Bürgern dafür die intellektuellen Möglichkeiten fehlen, der Hartz-IV Empfängern pauschal Faulheit und Verantwortungslosigkeit vorwirft, der sich nun auch noch in demokratische Prozesse einmischt und einen völlig unbescholtenen ehemaligen westdeutschen Gewerkschafter die Legitimität für das Amt des thüringischen Ministerpräsidenten abspricht. Der Russland offensichtlich völlig undifferenziert für das Reich des ewig Bösen hält und die USA für den Hort des ewig Guten - NSA, Drohnenkrieg und Guantánamo hin oder her. Ich weiß gar nicht, was dieser Mann noch alles veranstalten muss, damit die breite Mehrheit endlich begreift, was wir da eigentlich für einen hochgradig ungeeigneten Bundespräsidenten haben.

Aus diesem Grund rechne ich es der Süddeutschen Zeitung auch hoch an, dass sie als eine der wenigen Leitmedien in Deutschland in Sachen Gauck den Finger immer wieder in die Wunde legt und ihn und seine Amtsführung kritisch hinterfragt. Denn es ist wichtig, dass Leitartikler hierzulande auch einmal nicht in den allgemeinen Tenor einstimmen, der diesen für dieses Amt absolut ungeeigneten und für den demokratischen Prozess im In- und Ausland ausgesprochen schädlichen Mann ständig über den grünen Klee lobt. Ich kann nur hoffen, dass Gauck so weiter macht, damit es keine zweite Amtszeit für ihn gibt.“
Eckenblitz
04.11.2014, 17:09 Uhr
Schallende Ohrfeige
eine saftige ohrfeige hat der bp. von seinen gönnern bekommen. durch die spd ist doch gauck erst in sein jetziges amt gehieft wurden, oder nicht? nun hat er die verdiente rechnung bekommen. ich glaube der herr spricht über sachen, von denen er null ahnung hat.

es wäre besser gewesen, er wäre bei der kirche geblieben und hätte buße getan, das wäre für das volk besser, oder?
I.H.
04.11.2014, 20:53 Uhr
Die selben Typen,
die hier in diesem Kommentar immer Meinungsfreiheit predigen und fordern, solange es nicht ihre seltsame, krude "Wahrheit" berührt, regen sich über eine nachvollziehbare Äußerung des BP auf! Man höre und staune.

Hat ein BP keine Meinung zu aktuellen Themen zu äußern? Sieht so aus, als ob für diese Typen Meinungsfreiheit nur für sie selbst gilt! Armes Thüringen.
Bin mal gespannt mit welchen kaputten Meinungshoheiten diese Typen uns in den nächsten Jahren bis zur fälligen und nötigen Abwahl noch kommen?
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