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Do, 10:53 Uhr
27.11.2014

"Inge" nimmt sich Zeit

Auch in diesem Monat kamen noch einmal gute Zahlen vom Arbeitsmarkt, der traditionelle Anstieg der Arbeitslosigkeit in der kalten Jahreszeit verschiebt sich dank des milden Novembers. Aber auch auf langfristige Erfolge, besonders in der Vermittlung Langzeitarbeitsloser, konnte man hinweisen. Denn Team "Inge" nimmt sich Zeit für die Menschen...

Wer schon einmal arbeitslos war, der wird mit folgendem Szenario vertraut sein: Der Vermittler der Arbeitsagentur lädt zum Erstgespräch um über die "beruflichen Perspektiven" zu sprechen. Gut eine dreiviertel Stunde wird geredet, erfasst, dokumentiert und belehrt. Im Schein des Computermonitors hackt der Vermittler auf der Tastatur herum und teilt den Menschen in Datenhäppchen auf. Alle folgenden Gespräche sind meistens kürzer, oft wechselt der Ansprechpartner, es herrscht Amtsatmosphäre.

2010 verzeichnete die Arbeitsagentur 1.185 Langzeitarbeitslose in den drei Landkreisen Eichsfeld, Kyffhäuser und Nordhausen. Das waren fast 20% aller Arbeitslosen. Wer lange ohne Arbeit ist, der kann irgendwann die Hoffnung verlieren doch noch einmal eine Anstellung zu finden. Zur Resignation kommen bei manchen noch andere Probleme wie Alkohol- oder Drogensucht. Mit jedem Monat der verstreicht, wird die Vermittlung schwieriger.

2012 entschied sich die Arbeitsagentur deswegen, das Team "Inge" aufzubauen. Das Kürzel "Inge" steht für "Interne ganzheitliche Integrationsleistung". Die Mannschaft um Heike Röder sollte sich vor allem um Langzeitarbeitslose kümmern und das abrutschen in die dauerhafte Erwerbslosigkeit verhindern. Ihr Ansatz: mehr Zeit für den Menschen.

"Ein Erstgespräch dauert bei uns mindestens zwei Stunden. Wir sitzen an einem Tisch und nicht vor dem Computer und reden mit den Leuten", sagte Röder im Pressegespräch. Der Betreuungsschlüssel der neun "Inge"-Mitarbeiter liegt bei 1 zu 65. Vier davon gibt es in Nordhausen, drei in Sondershausen und zwei in Leinefelde. Der Kontakt zu den Klienten wird enger gehalten und die Betreuer wechseln nicht sporadisch. "Wir begleiten unsere Klienten auch bei Amtswegen oder zu Einrichtungen wie der Suchtberatung, der Bewährungshilfe oder dem Jugendamt und helfen ihnen vor Ort konkrete Hilfe zu bekommen", sagte Teamleiterin Röder.

Aber nicht jeder kommt in den Genuss einer derart individuellen Betreuung. Der eigentliche Vermittler der Arbeitsagentur entscheidet, ob jemand an "Inge" verwiesen wird. Das kann sich schon im ersten Gespräch abzeichnen oder aber im Verlauf des Kontakts. Vor allem wenn Vermittler auf konkrete Problemlage stoßen, die sie im Rahmen ihrer Arbeit nicht besprechen geschweige denn lösen können, wird auf "Inge" zurückgegriffen.

Bisher scheint der Erfolg dem Ansatz recht zu geben. Im November 2014 sind von 4.545 Arbeitslosen 859 seit längerem ohne Tätigkeit. Das ist immer noch ein Schnitt von 18,9%, zeigt aber auch einen leichten Rückgang. In diesem Jahr werden Frau Röder und ihre Kollegen 500 Menschen in Arbeit bringen, da ist sich die Teamleiterin sicher. Bis zum Oktober waren es schon 450, sie könnte also recht behalten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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