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Mi, 17:36 Uhr
03.12.2014

Behinderung? - Ja. Arbeit? - na klar!

Behinderungen schließen Arbeit nicht aus. Oft sind Menschen mit Behinderung hoch motiviert und gut ausgebildet. Das sie auch eingestellt werden, darauf legte die Agentur für Arbeit besonderes Augenmerk und wollte mit dem Inklusionstag weiter für das Thema sensibilisieren. Nun wurde erste Bilanz gezogen und die fiel positiv aus...

Fast 900 schwerbehinderte Menschen waren im Jahresdurchschnitt 2013 in den drei nördlichsten Landkreisen Thüringens ohne Arbeit. 86 Prozent von ihnen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie verfügen häufig über die von Unternehmen gewünschte Qualifikation und bringen Engagement und eine hohe Motivation mit.

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Wie die aktuelle Statistik zeigt, gab es 2012 rund 1.800 Pflichtarbeitsplätze für behinderte Menschen in Nordthüringen, knapp 480 Stellen sind frei geblieben, fast vierzig Prozent allein im verarbeitenden Gewerbe. „Gewissheit haben, dazu zu gehören“, unter diesem Motto hatte die Nordhäuser Arbeitsagentur Ende September gemeinsam mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Erfurt und der Handwerkskammer Erfurt zum ersten Nordthüringer Inklusionstag eingeladen. „Wir sind beim Thema Inklusion ein gutes Stück voran gekommen“, meint Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur.

Mehrere Arbeitsverträge, vereinbarte Praktika und eine Einstellungszusage für nächstes Jahr habe der Aktionstag mit sich gebracht. „Die Unternehmen zeigten sich aufgeschlossen“ und das sei wichtig. Bislang nahmen öffentliche Verwaltungen bei der Besetzung von Pflichtarbeitsplätzen deutlich die Vorreiterrolle ein. Nun sei man dabei, Wirtschaftsunternehmen für die Einstellung schwerbehinderter Menschen weiter zu sensibilisieren.

Rund 300 Besucher, überwiegend Menschen mit Behinderung, waren der Einladung gefolgt. Sie nutzten den Tag, um sich über Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bei den über 20 Unternehmen der Region zu informieren. Das Angebot reichte von Beschäftigungsmöglichkeiten in den Verwaltungsbereichen, der Metallbranche und dem Gesundheitswesen bis hin zu interessanten Handwerksberufen.

Andrea Straube am Stand der Fa. Helbing-Mein Lieblingsbäcker (Foto: Agentur für Arbeit Nordhausen) Andrea Straube am Stand der Fa. Helbing-Mein Lieblingsbäcker (Foto: Agentur für Arbeit Nordhausen)

Auch Andrea Straube nahm die Chance wahr, um mit Firmen ins Gespräch zu kommen. Die 49-Jährige war auf der Suche nach einer Tätigkeit als Verkäuferin. Mit den passenden Bewerbungsunterlagen in der Tasche fand sie ein offenes Ohr bei Firma Helbing-Mein-Lieblingsbäcker. „Meine Hoffnung auf einen baldigen Arbeitsplatz hat sich erfüllt“, freut sich die alleinerziehende Mutter. Seit 15. November arbeitet sie in der Bäckereifiliale im Marktkauf Nordhausen. „Die persönlichen Kontakte zu den Menschen zahlen sich aus“, bestätigte auch Axel Fernschild, Geschäftsführer der Bergsicherung Ilfeld GmbH.

Für Ihn brachte der Inklusionstag 12 Bewerbungen ein. Wir haben bereits einen neuen Mitarbeiter einstellen können.“ Schwerbehinderung? Das sei für ihn eher ein Grund, diese Menschen im Bewerbungsverfahren vorzuziehen als abzulehnen. Nicht zuletzt weil man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt habe. Kerstin Korkhaus, Inklusionsberaterin der Handwerkskammer Erfurt, sieht die Bedeutung vor allem vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels: „Es ist wichtig das Potential und die Ressourcen von Menschen mit Handicaps in Ausbildung, Beschäftigung und Weiterbildung zu nutzen.“

Selbstverständlich müsse sich das jeweilige Angebot dabei an den individuellen Fähigkeiten und Stärken des Einzelnen orientieren. Dass man im kommenden Jahr an die Veranstaltung anknüpfen werde, steht auch für Inklusionsberater Frank Schirwinski von der Industrie- und Handelskammer Erfurt außer Frage.

„Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt als wichtige, vollwertige Fachkräfte wahrgenommen werden. Dazu müssen wir der Behinderung einen Namen und ein Gesicht geben. Und um das zu erreichen, ist es manchmal erforderlich neue Wege zu gehen.“ Wichtig sei, gemeinsam daran zu arbeiten.
Autor: red

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