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Fr, 10:18 Uhr
05.12.2014

2.318 Insolvenzverfahren in neun Monaten

Auch wenn die allgemeinen Wirtschaftsdaten gut aussehen, heißt das nicht, das jeder prosperiert. Die Statistiker der Landeshauptstadt beschäftigen sich heute mit den Zahlen rund um die Insolvenzverfahren in Thüringen...

Die Thüringer Amtsgerichte entschieden in den ersten neun Monaten 2014 über 2 318 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 14,8 Prozent auf Unternehmen und 85,2 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe). Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik verringerte sich die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 65 Anträge bzw. 2,7 Prozent.

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2.117 Verfahren, also 91,3% aller Insolvenzanträge wurden eröffnet. 187 Verfahren oder 8,1% wurden Mangels Masse abgewiesen und 14 Verfahren endeten in der Annahme eines Schuldenbereinigungsplans. Die vorraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 341 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 147.000 Euro aus.

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg in den ersten neun Monaten 2014 gegenüber 2013 um elf Verfahren oder 3,3% auf 334 Unternehmen. Diese insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrags noch 1.337 Arbeitnehmer.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 63 Verfahren im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 59 und dem verarbeitenden Gewerbe mit 55 Verfahren. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Insolvenzen im Baugewerbe kaum verändert. Im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen reduzierte sich die Anzahl der Insolvenzen um 13 Verfahren, im verarbeitenden Gewerbe wurde ein Zuwachs um 18 Verfahren verzeichnet.

Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (171 Anträge) sowie Einzelunternehmen (129) Insolvenz anmelden.

Bei den übrigen Schuldnern wurden 1.974 Verfahren gezählt, 76 Verfahren oder 3,7 % weniger als im Jahr zuvor.
Von 1.455 privaten Verbrauchern wurde von Januar bis September das Insolvenzrecht in Anspruch genommen. DAs waren 57 Verfahren oder 3,8 % weniger als in den ersten neun Monaten 2013. Weitere 470 Verfahren (Januar bis September 2013: 495 Verfahren) betrafen ehemals selbstständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.

Regional betrachtet wurde in den kreisfreien Städten des Freistaates öfter der Gang zum Insolvenzgericht angetreten (115 Fälle je 100.000 Einwohner). Die meisten Insolvenzfälle wurden im Kreis Sonneberg (172), in der Stadt Suhl (142) und in der Stadt Erfurt (141) registriert. Die wenigsten Fälle gab es in Jena (68), im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und dem Wartburgkreis (jeweils 76 Fälle).












Autor: red

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