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Sa, 08:40 Uhr
06.12.2014

Neu, aber auch gut?

Am 10. und 12. Dezember sowie Ende Januar 2015 ändert sich die Radioversorgung in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zwar nur im Digitalradio DAB, aber es wurden ja bis vor zwei Jahren massive Anstrengungen unternommen, in 2015 den kompletten UKW-Rundfunk abzuschalten...

Das ist nach einer Petition an den Bundestag inzwischen vom Tisch, aber hinter den Kulissen gärt es weiter. Bisher hätte der Beitrag mit einer Floskel aus Nachrichtensendungen der frühen 80-er Jahre beginnen müssen: „Meldungen gewöhnlich gut unterrichteter Kreise zufolge...“, aber inzwischen verkündet es auch der mdr auf seiner Homepage.

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Zwar gut versteckt, aber mit ein bisschen Sucheifer ist es im technischen Bereich zu finden: Bis auf den deutschlandweit geplanten Kanal 5C ändert sich für das nordthüringische Gebiet alles. Zwischen dem 9. und 12.12. werden die auch bei uns teilweise gut zu empfangenden Kanäle 12B und 9C abgeschaltet. Ebenfalls abgeschaltet wird der in einigen Gebieten gut empfangbare Kanal 6C und die Kanäle 8D, 9A, 12 A, die in unserer Region aber keine Rolle spielen. Spätesten am 12..12. werden dann in Sachsen der Kanal 9A und in Thüringen der Kanal 8B mit den jeweiligen Landesbouquets des mdr in Betrieb genommen.

Da respektable Sendeleistungen vom Inselsberg, Ettersberg und Jena geplant sind, ist zu erwarten, dass man die Sendungen auch hier zumindest ortsfest gut empfangen kann. Wie die mobile Versorgung sein wird, kann noch nicht eingeschätzt werden. Warum der auf dem Kulpenberg vorhandene Sender kein Thüringen-Bouquet ausstrahlt, wird weiterhin das Geheimnis des mdr bleiben. Es scheint sich dort hartnäckig das Gerücht zu halten, dass der Kulpenberg zu Sachsen-Anhalt gehört, denn der Kanal 12 C mit dem Sachsen-Anhalt- Bouquet und einigen Privatsendern wird von dort noch bis Ende Januar ausgestrahlt.

Ende Januar wird dann auch in Sachsen-Anhalt und der Kulpenberg (Vielleicht ist dann ja schon eine erste Gebietsreform durch??) ab- bzw. umgeschaltet. Kanal 12C geht aus und 6B geht an. Dabei wird auf dem Brocken die Sendeleistung gut verdoppelt, auf dem Kulpenberg verdreifacht (eine Verzehnfachung ist möglich), aber nach heutigen Informationen werden die bisher über 12C empfangbaren Privatsender dann in unserem Gebiet nicht mehr empfangbar sein.

Wer einen DAB-Empfänger besitzt, sollte zu den angegebenen Zeiten bei Misserfolgen mit dem favorisierten Programm einfach mal einen Suchlauf machen.

Erfreuliches gibt es für die Stammhörer des NDR zu berichten. Die vom Torfhaus ausgestrahlten UKW-Programme sind in besserer Qualität wieder zu empfangen. Zwar ist der Mast um 50 m geschrumpft worden, aber neue Antennen und höhere Sendeleistung machen ihre Arbeit sehr gut. Die DVBT-Sender auf Kanal 46 und 59 können jedoch in Nordhausen noch nicht wieder empfangen werden.

Ein fader Beigeschmack bleibt: Wer einmal DAB im Autoradio (fast flächendeckend in Bayern möglich) genossen hat, erkennt die Überlegenheit dieser Sendeart. Und fragt sich spätestens wenn er wieder zu Hause ist, ob man für die Sanierung eines UKW-Rundfunk-Standortes Torfhaus heute noch zwei Millionen Euro ausgeben muss, denn sinnvolle Planungen beim Standort, bei der Umrüstung vorhandener Band-III-Fernsehsender für DAB und vieles mehr, hätte nicht nur dieses Geld, sondern dem Gebührenzahler auch erhebliche Betriebskosten sparen können.

So bleibt es beim üblichen Länderegoismus und vom langjährigen ARD-Werbespruch „Wir sind eins“ wieder mal die satirisch anmutende, aber leider wahre Fortsetzung „im Abzocken“.
Jürgen Wiethoff
Autor: red

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