Di, 23:50 Uhr
09.12.2014
kn Kommentar: Das fördert Politikverdrossenheit
Heute fand im Carl-Schreoder-Saal von Sondershausen eine Informationsveranstaltung zum Thema Sondermülldeponie im Bergwerk Sondershausen statt. Viele Bürger, die Presse und sogar das Fernsehen kam, nur die Volksvertreter haben sich so gut versteckt, da war kaum jemand zu entdecken...
Die Frage der Einlagerung von Abfall ist ein sehr sensibles Thema. Wie Schadstoffe los werden, die mit ökonomischen Aufwand kaum noch aufarbeitbar sind. So viele sichere Deponie gibt es nicht.
Und was ist sicher? Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und wird es nicht geben. Ein Restrisiko ist immer da. Auch Experten, selbst wenn sie wirklich unabhängig von der Politik sind, können sich irren.
Die jetzt schützenden Ton- und Salzschichten, die über der untertägigen Sondermülldeponie liegen, halten die wirklich eine Ewigkeit. Wird sich die Bergsenkung wirklich so abspielen, wie es Grubenbetriebsleiter Kießling prophezeite, denn er sagte, dass sich senkende Salz wird dann den Abfall sicher einschließen. Und wenn durch Tektonik doch mal die Schichten reißen und nachfolgende Generationen erst betroffen sind? Solche nicht unberechtigte Fragen wurden gestellt.
Interessant nur: Die gewählten Volksvertreter interessiert das überhaupt so gut wie nicht. Von drei Bundestagsmitgliedern und bald vier Landtagsmitgliedern aus dem Kyffhäuserkreis war nicht ein Vertreter oder wenigstens Wahlkreismitarbeiter dabei. Vom Kreistag hat kn nur Reiner Scheerschmidt (VIBT) und vom Stadtrat Sondershausen Gerhard Axt (Nubi) entdeckt. Interessiert die Volksvertreter so wenig, welche Sorgen sich die Bürger machen? Vielleicht hätte man nach der Veranstaltung so manches Gespräch führen können.
Übrigens hat sich kn nicht verzählt. Am gestrigen Abend noch hatte Landtagsmitglied Dirk Adams (Bündnis 90 / Die Grünen) in einem Telefongespräch mit kn angekündigt, dass er leider selbst nicht kommen können, dafür aber Babett Pfefferlein dabei seien wird, die für einen aus dem Landtag ausscheidenden zukünftigen Staatssekretär als Mitglied in den Landtag einziehen wird. Leider hat sie sich so gut versteckt, dass sie kn nicht entdeckte.
Wissen wirklich alle Volksvertreter wie die Zusammenhänge sind und was da eingelagert wird, wie wie gefährlich oder vielleicht auch sogar ungefährlich das Zeug da ist, was eingelagert wird. Das war eigentlich das Erstaunlichste, bei dieser Informationsveranstaltung, dass sich die Politik bis auf den engagierten Bürgermeister Joachim Kreyer fast vollständig raus hielt.
Und das gibt zu denken, wenn Sorgen und Ängste der Bürger nicht ernst genommen werden, weil man sich nicht mal die Mühe macht wenigstens zu zuhören. Und Abfalllagerung ist ein ernsthaftes Zukunftsproblem, dass auch politisch gelöst werden sollte. Es darf aber weder auf den Rücken der Bürger, noch auf dem Rücken der Bergwerksbetreiber ausgetragen werden.
Denn hier nur dem Bergwerksbetreiber Gewinnsucht zu unterstellen geht völlig am Problem vorbei und ist eine sehr gefährliche Polemik. Wenn dann gar mit Unwahrheiten Stimmung gemacht wird, wie Gerhard Axt (Nubi) es heute tat, als er der GSES unterstellte Senfgas einzulagern, obwohl noch nicht ein Körnchen aus der Verarbeitungsanlage Munster noch Sondershausen gekommen ist, dann wird es bedenklich.
Man muss allerdings auch ganz klar sagen, die Informationspolitik lässt mehr als zu wünschen übrig, dass betrifft Behörden genau wie die Industrie. Wo anders ist man da weiter, wie dieser Ausschnitt eines Artikels der Deutschen Welle zeigt, der sich um die Vernichtung des Senfgases dreht:
Am Ende der Vernichtung bleiben vom Senfgas (C4H8Cl2S) nur Wasserdampf und einige Salze. "Das sind Salze aus dem Prozess selber, in diesem Fall Natriumchlorid - also Kochsalz - aus der Neutralisation. Und es sind Salze, die aus der Rauchgaswäsche kommen. Das heißt, wenn die Verbrennungsgase gereinigt werden, so fallen auch dort Salze an", erläutert Krüger. "Diese Salze werden bei uns routinemäßig, also unabhängig vom Auftrag, deponiert. Sie werden in Fässer abgefüllt und dann in eine Langzeitdeponie verbracht."
Vollständiger Artikel unter Wo Syriens Senfgas zu Salz wird. Und dieses Salz nach untertage bringen hieße Salz zu Salz bringen.
Karl-Heinz Herrmann
PS
Dieser Kommentar ist weder eine Befürwortung einer Einlagerung noch noch eine Absage, soll aber zum Nachdenken anregen.
Autor: khhDie Frage der Einlagerung von Abfall ist ein sehr sensibles Thema. Wie Schadstoffe los werden, die mit ökonomischen Aufwand kaum noch aufarbeitbar sind. So viele sichere Deponie gibt es nicht.
Und was ist sicher? Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und wird es nicht geben. Ein Restrisiko ist immer da. Auch Experten, selbst wenn sie wirklich unabhängig von der Politik sind, können sich irren.
Die jetzt schützenden Ton- und Salzschichten, die über der untertägigen Sondermülldeponie liegen, halten die wirklich eine Ewigkeit. Wird sich die Bergsenkung wirklich so abspielen, wie es Grubenbetriebsleiter Kießling prophezeite, denn er sagte, dass sich senkende Salz wird dann den Abfall sicher einschließen. Und wenn durch Tektonik doch mal die Schichten reißen und nachfolgende Generationen erst betroffen sind? Solche nicht unberechtigte Fragen wurden gestellt.
Interessant nur: Die gewählten Volksvertreter interessiert das überhaupt so gut wie nicht. Von drei Bundestagsmitgliedern und bald vier Landtagsmitgliedern aus dem Kyffhäuserkreis war nicht ein Vertreter oder wenigstens Wahlkreismitarbeiter dabei. Vom Kreistag hat kn nur Reiner Scheerschmidt (VIBT) und vom Stadtrat Sondershausen Gerhard Axt (Nubi) entdeckt. Interessiert die Volksvertreter so wenig, welche Sorgen sich die Bürger machen? Vielleicht hätte man nach der Veranstaltung so manches Gespräch führen können.
Übrigens hat sich kn nicht verzählt. Am gestrigen Abend noch hatte Landtagsmitglied Dirk Adams (Bündnis 90 / Die Grünen) in einem Telefongespräch mit kn angekündigt, dass er leider selbst nicht kommen können, dafür aber Babett Pfefferlein dabei seien wird, die für einen aus dem Landtag ausscheidenden zukünftigen Staatssekretär als Mitglied in den Landtag einziehen wird. Leider hat sie sich so gut versteckt, dass sie kn nicht entdeckte.
Wissen wirklich alle Volksvertreter wie die Zusammenhänge sind und was da eingelagert wird, wie wie gefährlich oder vielleicht auch sogar ungefährlich das Zeug da ist, was eingelagert wird. Das war eigentlich das Erstaunlichste, bei dieser Informationsveranstaltung, dass sich die Politik bis auf den engagierten Bürgermeister Joachim Kreyer fast vollständig raus hielt.
Und das gibt zu denken, wenn Sorgen und Ängste der Bürger nicht ernst genommen werden, weil man sich nicht mal die Mühe macht wenigstens zu zuhören. Und Abfalllagerung ist ein ernsthaftes Zukunftsproblem, dass auch politisch gelöst werden sollte. Es darf aber weder auf den Rücken der Bürger, noch auf dem Rücken der Bergwerksbetreiber ausgetragen werden.
Denn hier nur dem Bergwerksbetreiber Gewinnsucht zu unterstellen geht völlig am Problem vorbei und ist eine sehr gefährliche Polemik. Wenn dann gar mit Unwahrheiten Stimmung gemacht wird, wie Gerhard Axt (Nubi) es heute tat, als er der GSES unterstellte Senfgas einzulagern, obwohl noch nicht ein Körnchen aus der Verarbeitungsanlage Munster noch Sondershausen gekommen ist, dann wird es bedenklich.
Man muss allerdings auch ganz klar sagen, die Informationspolitik lässt mehr als zu wünschen übrig, dass betrifft Behörden genau wie die Industrie. Wo anders ist man da weiter, wie dieser Ausschnitt eines Artikels der Deutschen Welle zeigt, der sich um die Vernichtung des Senfgases dreht:
Am Ende der Vernichtung bleiben vom Senfgas (C4H8Cl2S) nur Wasserdampf und einige Salze. "Das sind Salze aus dem Prozess selber, in diesem Fall Natriumchlorid - also Kochsalz - aus der Neutralisation. Und es sind Salze, die aus der Rauchgaswäsche kommen. Das heißt, wenn die Verbrennungsgase gereinigt werden, so fallen auch dort Salze an", erläutert Krüger. "Diese Salze werden bei uns routinemäßig, also unabhängig vom Auftrag, deponiert. Sie werden in Fässer abgefüllt und dann in eine Langzeitdeponie verbracht."
Vollständiger Artikel unter Wo Syriens Senfgas zu Salz wird. Und dieses Salz nach untertage bringen hieße Salz zu Salz bringen.
Karl-Heinz Herrmann
PS
Dieser Kommentar ist weder eine Befürwortung einer Einlagerung noch noch eine Absage, soll aber zum Nachdenken anregen.
