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So, 10:10 Uhr
18.01.2015

Eigenleistung realistisch einschätzen

Beim Bau einer Immobilie selbst tatkräftig mit anzupacken spart Geld und entlastet die Finanzierung, denn viele Banken akzeptieren das Einbringen von Eigenleistungen als Ersatz für fehlendes Eigenkapital. So lässt sich der Wunsch nach den eigenen vier Wänden auch für eigenkapitalschwächere Familien verwirklichen...


Die Eigenleistung sollte jedoch realistisch kalkuliert werden, damit am Ende keine teure Nachfinanzierung notwendig wird. Baufi24.de zeigt auf, wie private Bauherren den Anteil ihrer Eigenleistungen realistisch planen können, um Bauverzögerungen und dessen finanzielle Auswirkungen zu vermeiden.

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Der Einsatz von Eigenleistung erfordert neben handwerklichem Geschick vor allem viel Zeit. Für ein Einfamilienhaus beispielsweise muss, Experten zufolge, für eine Ersparnis von rund 15.000 Euro mit mindestens 450 Stunden Arbeit in Eigenleistung gerechnet werden. Bauherren sollten daher im Vorfeld objektiv einschätzen, ob neben dem Beruf so viel Zeit aufgebracht werden kann. Hinzu kommt das Risiko, dass fest eingeplante Helfer zum Beispiel aufgrund von Krankheit ausfallen.

„Werden die eigenen Fähigkeiten und die zeitliche Belastbarkeit überschätzt, droht schnell eine Nachfinanzierung, deren Kosten unter Umständen nicht eingeplant waren.“, so Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.de

Eigenleistung mit Bauunternehmen abstimmen

Für Eigenleistungen bestehen im Gegensatz zu fachmännisch ausgeführten Arbeiten keine Gewährleistungs- und Mängelbeseitigungsansprüche. Wer auf Nummer Sicher gehen will, zieht vor dem Vertragsabschluss mit einem Generalunternehmer oder Bauträger einen Bausachverständigen hinzu, der dabei hilft, realistisch zu planen. Im Vertrag sollte die Eigenleistung dann exakt definiert werden.

Nachdem sich nicht jedes Gewerk für den Einsatz von Eigenleistung eignet, ist es ratsam im Vorfeld mit dem Bauträger oder Generalunternehmer ein klärendes Gespräch zu führen. Nur so lässt sich der Eigenkapital-Ersatz realistisch ermitteln. Insbesondere bei Arbeiten am Rohbau, Estrich, Elektro, Sanitär- und Heizungsanlage ist eine qualifizierte Anleitung durch einen Fachmann zwingend notwendig.

Hingegen kann der Innenausbau mit etwas handwerklicher Erfahrung in Eigenregie ausgeführt werden. Wichtig zu wissen: Bei Eigenleistung sind die Materialkosten zu berücksichtigen. Werden beispielsweise beim Bauträger bestimmte Leistungen aus dem Vertrag herausgenommen, müssen die Materialien auf eigene Rechnung erworben werden.

Kalkulation der Baufinanzierung

Im Idealfall wird für die Finanzierung einer Immobilie ein Eigenkapital-Anteil von mindestens 20 Prozent angesetzt. Je höher dieser Anteil ausfällt, desto günstiger ist der Zinssatz. Bei der Kalkulation des Eigenkapitals aus Eigenleistungen als sogenannte „Muskelhypothek“ entsteht oft die Problematik, dass deren monetärer Wert nur näherungsweise zu berechnen und damit schwierig in die Baufinanzierung einzuplanen ist. Ein erfahrener Finanzierungsexperte kann hierbei jedoch helfen.

Nehmen die Eigenleistungen einen zu großen Anteil an der Realisierung des Vorhabens ein, kann der Finanzierungsplan und nicht zuletzt das gesamte Vorhaben ins Wanken geraten. So empfiehlt es sich, Eigenleistungen immer zurückhaltend anzusetzen und sie auf maximal fünf bis zehn Prozent der Gesamtkosten zu beschränken. Generell gilt als Faustregel, dass Eigenleistungen maximal bis zu einer Höhe von 15.000 Euro in die Baufinanzierung mit einkalkuliert werden sollten. Es lohnt sich außerdem, gut vorbereitet in ein Finanzierungsgespräch zu gehen und alle geplanten Leistungen sowie die Materialkosten im Vorfeld aufzuführen.

Wie die monatlichen Raten aus Zins und Tilgung bei unterschiedlichen Finanzierungsbeträgen und Beleihungssätzen ausfallen, kann schnell und einfach mit dem Baufinanzierungsrechner ermittelt werden.
Autor: red

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