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Fr, 07:00 Uhr
23.01.2015

Lichtblick: (Über)Leben in Fluten

Es ist schon merkwürdig, dass in einer solch aufgeklärten Zeit, so viele Bilder aus scheinbar grauer Vorzeit wiederbelebt werden, die Jahrzehnte lang vorgeblich überwunden schienen. Zum Beispiel das Wort „Flut“...


Die Geschichte von der Sintflut, die bildgewaltig am Anfang der Bibel steht (1. Buch Mose 7), wurde im letzten Jahr epenhaft verfilmt. Keine Welle konnte nass genug, kein Bösewicht grimmig genug sein. Wie wir sie lieben, diese „Bilderfluten“ aus Hollywood. Schon wieder eine Flut.

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Da kommen mir noch ein paar in den Sinn: „Wortflut“, „Sturzfluten“ (alle Jahre wieder im Landkreis), Fluten an Oder, Elbe, Rhein und Mosel, „Flüchtlingsflut“, „Bücherflut“, „Nachrichtenflut“, „Flutlicht“, „Email-Flut“, „Werbeflut“, „Flutkatastrophe“ – wir werden fortgesetzt geflutet. Wohin sollen wir nur fliehen?

Wer schon einmal ein Flut erlebte, weiß, dass das eine sehr existentielle Frage ist, die hier über Leben und Tod, dort über Besitz und Lebensqualität entscheidet.

In einem Feature eines Radiosenders (der nicht nur für spanische Friseure interessant ist) hörte ich einen interviewten Mann im Elbflutgebiet, der im Zusammenhang dieser Frage sagte: „Wenn eine Flut kommt, dann halte Dich zur Kirche“. Der Reporter fragte nach und ich hörte noch aufmerksamer zu. Der Mann erklärte dem Reporter was er meinte. „Die Menschen haben früher die Kirche immer auf erhöhtes Gelände gebaut, denn sie lebten damit, dass die Flut dann und wann kam und sorgten sich um das kostbarste, was sie hatten: ihr Kirche. Sie war ihr Schatz und wenn es eine Flut gab, dann war man auf dem Hügel in der Regel sicher. Das gilt heute nicht mehr, weil die Menschen nicht mit der Flut leben, sondern glauben, Sie beherrschen zu können. Selbst in Gebieten, die seit Jahrhunderten immer wieder überschwemmt werden, wird unvernünftiger Weise gebaut.“

Mich hat das nachdenklich gemacht, denn außer in den Ortschaften entlang der Unstrut und in Seehausen gibt es relativ selten Fluten in unseren Breiten. Dennoch „bauen“ wir unvernünftig in Bereichen, die häufig überflutet werden: wir lassen die Fluten der Informationen ungehindert in unsere Seele dringen, statt immer mal abzuschalten und unser Seelenland „trocken zu legen“. Eine Dauerberieslung in Küche, Auto, Wohnzimmer, Garten lässt sich dauerhaft nicht gesund überstehen.

Eine Reaktion darauf sind Fastenzeiten, die wieder im Kommen sind, weil Menschen merken, dass Sie „überlaufen“ und „zu ersticken“ drohen. Wir brauchen diese Inseln in der Flut der Information. Aschermittwoch bildet den Auftakt der Fastenzeit, jeder kann selbst prüfen, vor welcher Flut er mal auf trockenes Land flüchten mag/muss.

Ein anderer Gedanke ist mir noch wichtig. Wenn wir umspült werden, von welcher Flut auch immer, dann „halte Dich zur Kirche“. Sonntag für Sonntag finden im Landkreis und darüber hinaus, Gottesdienste statt, die uns Inseln der Ruhe und des Nachdenkens sein wollen. Stille werden, innehalten, sich selbst befragen, was mir Schutz und Raum gibt, also „Schutzraum“ ist.

Jesus sagt uns „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28) Eine solche Erquickung für Leib, Seele und Geist wünsche ich Ihnen und wünsche ich mir. Lassen Sie sich dazu einladen. Wo und wann Möglichkeiten dazu bestehen, sehen Sie auf www.suptur-bad-frankenhausen.de
Herzliche Einladung, Superintendent Kristóf Bálint
Autor: red

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